{"id":66580,"date":"2020-04-03T15:23:09","date_gmt":"2020-04-03T15:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66580"},"modified":"2020-04-03T16:08:46","modified_gmt":"2020-04-03T16:08:46","slug":"neues-infektionsschutzrecht-zu-viele-kompetenzen-fuer-spahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66580","title":{"rendered":"Neues Infektionsschutzrecht: Zu viele Kompetenzen f\u00fcr Spahn?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Minister mit Macht: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat verfassungsrechtliche Bedenken dagegen ge&auml;u&szlig;ert, dass das <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"ade60ca0b3557d573eb3b0d71d6a92983f52358c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/bmg\">Bundesgesundheitsministerium<\/a> ohne Zustimmung des Bundesrats zahlreiche Ma&szlig;nahmen zur Grundversorgung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und Schutzausr&uuml;stung sowie zur St&auml;rkung der personellen Ressourcen im Gesundheitswesen treffen kann. Die Novelle des Infektionsschutzgesetzes, die am 28. M&auml;rz in Kraft getreten ist, erm&auml;chtigt das Ministerium, entsprechende Verordnungen zu erlassen und damit von gesetzlichen Vorschriften abzuweichen.<\/p>\n<p>Der Wissenschaftliche Dienst, dessen Gutachten dieser Zeitung vorliegt, h&auml;lt die Erm&auml;chtigungen f&uuml;r &bdquo;erheblich problematisch&ldquo;. Er st&ouml;rt sich einerseits daran, dass das Bundesgesundheitsministerium in zahlreichen F&auml;llen Rechtsverordnungen ohne Zustimmung des Bundesrats erlassen darf. Verfassungsrechtlich sei die Zustimmung des Bundesrats erforderlich, wenn die L&auml;nder f&uuml;r die Ausf&uuml;hrung eines Bundesgesetzes zust&auml;ndig sind &ndash; was beim Infektionsschutzgesetz der Fall sei. Der Wissenschaftliche Dienst kritisiert zudem, dass die Befugnisse, die der Gesetzgeber an das Bundesgesundheitsministerium delegiert, nicht klar genug umrissen und begrenzt seien, zumal es hier um erhebliche Grundrechtseingriffe gehe.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bedenken hat der Wissenschaftliche Dienst etwa an einer Regelung, die dem Gesundheitsministerium erm&ouml;glicht, Ausnahmen vom Infektionsschutzgesetz zu schaffen &bdquo;in Bezug auf die Verh&uuml;tung und Bek&auml;mpfung &uuml;bertragbarer Krankheiten (&#8230;), um die Abl&auml;ufe im Gesundheitswesen und die Versorgung der Bev&ouml;lkerung aufrechtzuerhalten&ldquo;. Damit werde die Exekutive erm&auml;chtigt, &bdquo;von einer un&uuml;berschaubaren Zahl an gesetzlichen Vorschriften&ldquo; abzuweichen, hei&szlig;t es in dem Gutachten. Die gr&uuml;ne Rechtspolitikerin Katja Keul, die das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, sieht die Gr&uuml;nen in der Kritik an der Novelle best&auml;rkt. &bdquo;Die von uns geforderte Beteiligung des Bundestages und des Bundesrates ist vor diesem Hintergrund eine Mindestanforderung!&ldquo;, sagte Keul dieser Zeitung.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/infektionsschutz-wissenschaftlicher-dienst-hat-zweifel-16710803.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/infektionsschutz-wissenschaftlicher-dienst-hat-zweifel-16710803.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minister mit Macht: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat verfassungsrechtliche Bedenken dagegen ge&auml;u&szlig;ert, dass das Bundesgesundheitsministerium ohne Zustimmung des Bundesrats zahlreiche Ma&szlig;nahmen zur Grundversorgung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und Schutzausr&uuml;stung sowie zur St&auml;rkung der personellen Ressourcen im Gesundheitswesen treffen kann. 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