{"id":66471,"date":"2020-03-23T21:07:20","date_gmt":"2020-03-23T21:07:20","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66471"},"modified":"2020-03-24T09:40:06","modified_gmt":"2020-03-24T09:40:06","slug":"infektionsschutzgesetz-der-bund-uebernimmt-die-zuegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66471","title":{"rendered":"Infektionsschutzgesetz: Der Bund \u00fcbernimmt die Z\u00fcgel"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ein Flugzeug fliegt am 21. M&auml;rz 2020 mit einem Banner &uuml;ber Hamburgs Innenstadt.<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Wo die Grenzen zwischen den Bundesl&auml;ndern verlaufen, k&uuml;mmert Viren bekannterma&szlig;en nicht. Trotzdem liegt die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den Infektionsschutz in Deutschland weitgehend bei den L&auml;ndern und Kommunen. Es gibt 16 Pandemiepl&auml;ne in der Bundesrepublik, manche wurden k&uuml;rzlich aktualisiert, andere nicht. Bundesgesundheitsminister <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"fdd60f6d7ab93d64c974041c5e83916b2600652d\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/jens-spahn\">Jens Spahn<\/a> (CDU) ist schon l&auml;nger der Auffassung, dass diese Kompetenzverteilung angesichts einer internationalen Bedrohung durch das Coronavirus nicht ideal ist. Ende Februar sprach er aber noch davon, sich diese Fragen &bdquo;nach der Lage&ldquo; genauer ansehen zu wollen. Zust&auml;ndigkeitsdiskussionen zwischen Bund und L&auml;ndern w&uuml;rde die Bev&ouml;lkerung in akuter Bedrohung nicht verstehen, hie&szlig; es damals.<\/p>\n<p>Doch nun hat die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6ce2210e9644b40d16fe355faf3787c9bd01d78c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesregierung\">Bundesregierung<\/a> doch nicht so lange gewartet. Am Montag beschloss das Kabinett, dass der Bund im Epidemiefall weitgehende Kompetenzen bekommen soll. Das entspricht dem Bed&uuml;rfnis der Bev&ouml;lkerung, dass die Dinge in Krisen weitgehend einheitlich ablaufen &ndash; auch wenn f&uuml;r die Sorge vor einem Flickenteppich im Infektionsschutz bislang kein echter Anlass bestand. Zwar gab es in den vergangenen Tagen ver&auml;rgerte Wortmeldungen aus einigen L&auml;ndern dar&uuml;ber, dass Bayern mit Ausgangsbeschr&auml;nkungen vorgeprescht war.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Keiner will &bdquo;durchseuchen&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch ob die Ma&szlig;nahmen nun Ausgangssperre oder Kontaktsperre hei&szlig;en: Am Sonntag zeigte sich in der gemeinsamen Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpr&auml;sidenten nochmals, dass sich im Ziel alle einig sind. Alle wollen ein schnelles Ansteigen der Infektionszahlen verhindern, keine einzige Landesregierung hat auch nur erwogen, auf Herdenimmunit&auml;t zu setzen, also gr&ouml;&szlig;ere Teile der Bev&ouml;lkerung zu &bdquo;durchseuchen&ldquo;. Dass in manchen Gegenden sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen gelten als in anderen, hat auch damit zu tun, dass das Infektionsgeschehen nicht &uuml;berall gleich ist, dass es einen Unterschied macht, ob ein Bundesland an eine Krisenregion wie das Elsass grenzt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dennoch konnte sich Jens Spahn mit seinem Wunsch nach st&auml;rkerer Zentralisierung nun durchsetzen. Nach dem Gesetzentwurf, der noch in dieser Woche verabschiedet werden soll, &uuml;bernimmt der Bund die Z&uuml;gel im Fall einer &bdquo;epidemischen Lage von nationaler Tragweite&ldquo;. Sie liegt vor, wenn die Weltgesundheitsorganisation eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen hat und die Einschleppung einer bedrohlichen &uuml;bertragbaren Krankheit nach Deutschland droht oder wenn die dynamische Ausbreitung einer bedrohlichen &uuml;bertragbaren Krankheit &uuml;ber mehrere Bundesl&auml;nder zu bef&uuml;rchten ist.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Studenten k&ouml;nnen rekrutiert werden<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"ade60ca0b3557d573eb3b0d71d6a92983f52358c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/bmg\">Bundesgesundheitsministerium<\/a> kann in diesem Fall anordnen, dass Personen bei ihrer Einreise nach Deutschland ihre Identit&auml;t und ihre Reiseroute angeben, eine Impfbescheinigung vorlegen oder sich &auml;rztlich untersuchen lassen. Daneben soll das Bundesgesundheitsministerium auch die Kompetenz bekommen, ohne Zustimmung des Bundesrats eine Verordnung zu erlassen, um die Versorgung mit Arzneimitteln und Schutzausr&uuml;stung sicherzustellen. Um die Gesundheitsversorgung in ambulanten Praxen, Apotheken und Krankenh&auml;usern zu gew&auml;hrleisten, soll es dem Bund auch erm&ouml;glicht werden, auf neue personelle Ressourcen zuzugreifen, etwa, Medizinstudenten zu rekrutieren. Diese Befugnisse sollen nur so lange gelten, wie die Krise andauert.<\/p>\n<div class=\"ctn-PlaceholderContent ctn-PlaceholderContent-is-in-article-medium \">\n<figure class=\"con-Html\">\n<div class=\"infogram-embed\" data-id=\"c0bd6379-4b20-44b8-808c-2ff6c92f44ca\" data-type=\"interactive\" data-title=\"F.A.Z. Infografik Template\">\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die L&auml;nder m&uuml;ssen dem Gesetz am Freitag in einer Sondersitzung des <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"06f972a15c14ce03be22fc0bf66e73316f206e92\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesrat\">Bundesrats<\/a> noch zustimmen. Am Sonntag sprach die Kanzlerin mit den Ministerpr&auml;sidenten auch dar&uuml;ber. Zwar wurden die zust&auml;ndigen Ministerien in den Landeshauptst&auml;dten im Vorfeld informiert. Doch im Stundentakt seien neue Entw&uuml;rfe eingegangen, so h&ouml;rt man aus den Landesregierungen- eine echte Meinungsbildung habe in der Eile nicht stattfinden k&ouml;nnen. Angesichts unbestimmter Rechtsbegriffe im Gesetz besteht bei Landesvertretern von SPD, FDP und Gr&uuml;nen die Sorge vor &bdquo;unbeabsichtigten Erosionen&ldquo; im Eifer des Gefechts. Der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit m&uuml;sse immer gewahrt sein, hei&szlig;t es.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/infektionsschutzgesetz-der-bund-uebernimmt-die-zuegel-16693089.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/infektionsschutzgesetz-der-bund-uebernimmt-die-zuegel-16693089.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Flugzeug fliegt am 21. M&auml;rz 2020 mit einem Banner &uuml;ber Hamburgs Innenstadt. Wo die Grenzen zwischen den Bundesl&auml;ndern verlaufen, k&uuml;mmert Viren bekannterma&szlig;en nicht. Trotzdem liegt die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den Infektionsschutz in Deutschland weitgehend bei den L&auml;ndern und Kommunen. Es gibt 16 Pandemiepl&auml;ne in der Bundesrepublik, manche wurden k&uuml;rzlich aktualisiert, andere nicht. 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