{"id":66297,"date":"2020-02-29T20:52:11","date_gmt":"2020-02-29T20:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66297"},"modified":"2020-03-02T14:50:26","modified_gmt":"2020-03-02T14:50:26","slug":"abzug-aus-afghanistan-was-steckt-hinter-amerikas-abkommen-mit-den-taliban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66297","title":{"rendered":"Abzug aus Afghanistan: Was steckt hinter Amerikas Abkommen mit den Taliban?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Anf&uuml;hrer der Taliban: Mullah Abdul Salam Zaeef am Samstag in Doha<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Vierzehn Monate &ndash; sollte das Abkommen eins zu eins umgesetzt werden, das die Vereinigten Staaten am Samstag mit den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"33394bf17d633571acc83c1720823816b6e97745\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/taliban\">Taliban<\/a> geschlossen haben, dann werden die letzten ausl&auml;ndischen Soldaten Afghanistan in vierzehn Monaten verlassen. Der l&auml;ngste Krieg in der Geschichte der Vereinigten Staaten h&auml;tte dann ein Ende gefunden, nach knapp zwanzig Jahren und ungez&auml;hlten Toten.<\/p>\n<p>Dass es tats&auml;chlich so kommen wird, wollte am Samstag aber noch niemand mit hinreichender Gewissheit voraussagen. Und so waren die amerikanischen Reaktionen an diesem historischen Tag auch nur bedingt von &Uuml;berschw&auml;nglichkeit gepr&auml;gt. Die Regierung von Donald <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Trump<\/a> r&uuml;hmte sich in einer Stellungnahme zwar, der Pr&auml;sident erf&uuml;lle sein Versprechen, amerikanische Soldaten aus &bdquo;endlosen Kriegen&ldquo; nach Hause zu holen, und setze sich f&uuml;r Frieden in Afghanistan ein. In einer Pressekonferenz am Samstag sagte Trump sogar, er sei bereit, sich in &bdquo;nicht allzu ferner Zukunft pers&ouml;nlich mit Taliban-F&uuml;hrern zu treffen&ldquo;. Aber der Pr&auml;sident hatte am Vorabend der Unterzeichnung des Abkommen auch gesagt, es sei nun &bdquo;am afghanischen Volk, sich &uuml;ber seine Zukunft einig zu werden&ldquo; &ndash; und da sind noch eine ganze Reihe von H&uuml;rden zu &uuml;berwinden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Auml;hnlich ambivalent &auml;u&szlig;erte sich Au&szlig;enminister <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"449db2f532a0d806ee15eb6a25270d78395234b2\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/mike-pompeo\">Mike Pompeo<\/a>, den der Pr&auml;sident nach Qatar entsandt hatte. Pompeo wohnte dort der Vertragsunterzeichnung bei, die vom amerikanischen Sonderbeauftragten Zalmay Khalilzad und Abdul Ghani Baradar, dem Leiter des politischen Fl&uuml;gels der Taliban, im Beisein von Vertretern aus rund 30 Staaten vorgenommen wurde. &bdquo;Wir stehen erst am Anfang&ldquo;, sagte Pompeo kurz vor der Zeremonie in einer Ansprache. Die innerafghanischen Friedensverhandlungen, die nun einsetzen sollen, w&uuml;rden &bdquo;harte Arbeit und Opfer von allen Seiten&ldquo;erfordern. Und er hob hervor, was auch der gleichzeitig nach Kabul entsandte Verteidigungsminister Mark Esper bekr&auml;ftigte: Das Abkommen sei davon abh&auml;ngig, dass die Taliban ihre Zusicherungen auch umsetzten &ndash; Washington sei bereit, den Abzug zu stoppen, sollten sie wortbr&uuml;chig werden.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Viele Taliban-K&auml;mpfer sind kriegsm&uuml;de<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dennoch k&ouml;nnte es sich um einen entscheidenden Schritt handeln auf dem Weg zu einer Beendigung des seit Jahrzehnten w&auml;hrenden Kriegszustands in Afghanistan. Seit September 2018 haben die Amerikaner mit den Taliban in der qatarischen Hauptstadt Doha verhandelt &ndash; nachdem sich bei allen Seiten die Erkenntnis durchgesetzt hatte, dass sie diesen Krieg mit milit&auml;rischen Mitteln wohl nicht gewinnen k&ouml;nnen. Anfang September 2019 stand man kurz vor dem Abschluss eines Abkommens, doch dann blies Trump die Sache in letzter Minute per Twitter-Mitteilung ab. Der Anlass war, dass bei einem Anschlag der Taliban in Kabul ein amerikanischer Soldat ums Leben gekommen war- aber urs&auml;chlich d&uuml;rfte auch gewesen sein, dass es erheblichen Widerstand gab &ndash; nicht nur innerhalb seiner eigenen Administration, sondern auch von Seiten der afghanischen Regierung, die ihre Interessen nicht gen&uuml;gend ber&uuml;cksichtigt sah und milit&auml;risch unter die R&auml;der zu kommen f&uuml;rchtete.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/us-abzug-aus-afghanistan-das-abkommen-mit-den-taliban-16658131.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/us-abzug-aus-afghanistan-das-abkommen-mit-den-taliban-16658131.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anf&uuml;hrer der Taliban: Mullah Abdul Salam Zaeef am Samstag in Doha Vierzehn Monate &ndash; sollte das Abkommen eins zu eins umgesetzt werden, das die Vereinigten Staaten am Samstag mit den Taliban geschlossen haben, dann werden die letzten ausl&auml;ndischen Soldaten Afghanistan in vierzehn Monaten verlassen. 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