{"id":66259,"date":"2020-02-21T17:40:55","date_gmt":"2020-02-21T17:40:55","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66259"},"modified":"2020-02-24T13:08:56","modified_gmt":"2020-02-24T13:08:56","slug":"parteiverbot-in-thailand-der-unliebsame-gegner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66259","title":{"rendered":"Parteiverbot in Thailand: Der unliebsame Gegner"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Parteigr&uuml;nder Thanathorn Juangroongruangkit und andere Parteimitglieder geben sich nach dem Gerichtsurteil k&auml;mpferisch.<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Das <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"98a77067226069e563290973588d91632f631b51\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesverfassungsgericht\">Verfassungsgericht<\/a> in Thailand hat eine aufstrebende Oppositionspartei verboten, auf die sich viele Hoffnungen f&uuml;r eine weitere Demokratisierung des Landes gest&uuml;tzt hatten. Gegen 16 F&uuml;hrungsmitglieder der Future Forward Party wurde au&szlig;erdem ein zehn Jahre w&auml;hrendes Politikverbot ausgesprochen. Sie d&uuml;rfen in dieser Zeit kein politisches Amt annehmen. Betroffen ist davon auch der Parteigr&uuml;nder Thanathorn Juangroongruangkit. Der 41 Jahre alte Unternehmer und Milliard&auml;r hatte seine Partei mit umgerechnet 5,6 Millionen Euro unterst&uuml;tzt, die seiner Darstellung nach als Kredit ausgezahlt worden waren. Dem Urteil zufolge handelte es sich aber um eine Spende, die laut Wahlgesetz illegal sei, weil sie das Limit von umgerechnet rund 300.000 Euro pro Spender &uuml;berschreite.<\/p>\n<p>Thanathorn hatte unter anderem eine Beschneidung der Macht des Milit&auml;rs in dem s&uuml;dostasiatischen Land gefordert, in dem die Armee &uuml;ber Jahre wiederholt gegen die gew&auml;hlte Regierung geputscht hatte. Seine Partei hat vor allem bei jungen Leuten und in der Hauptstadt viele Anh&auml;nger. Sie war bei der Parlamentswahl im M&auml;rz des vergangenen Jahres &uuml;berraschend als drittst&auml;rkste Partei ins Parlament eingezogen. Sie positionierte sich damit auf Anhieb als neue Kraft hinter der Partei Palang Pracharat des Ministerpr&auml;sidenten und fr&uuml;heren Generals <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"139b594a682baf126a98d912650e763b29ca7e91\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/prayut-chan-o-cha\">Prayuth Chan-ocha<\/a> sowie der seit Jahren aktiven Oppositionspartei Pheu Thai, die von dem im Exil lebenden ehemaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra unterst&uuml;tzt wird.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">An der Spitze einer &bdquo;Demokratischen Front&ldquo; aus sieben Oppositionsparteien wollte sich Thanathorn damals sogar zum Regierungschef w&auml;hlen lassen. Doch das Milit&auml;r, das im Jahr 2014 die Macht an sich gerissen hatte, hatte die Regeln so umschreiben lassen, dass die Wahl des Unternehmers verhindert werden konnte. Nicht einmal seinen Sitz im Parlament konnte er einnehmen, da sein Mandat vom Verfassungsgericht suspendiert worden war. Ihm war damals der Besitz von Aktien eines Medienunternehmens vorgeworfen worden. Seitdem ist klar, dass die etablierten Kr&auml;fte aus Milit&auml;r und Royalisten den weiteren Aufstieg des Jungpolitikers verhindern wollten.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;R&uuml;ckschlag f&uuml;r den politischen Pluralismus&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mehr als zwei Dutzend Verfahren sind inzwischen gegen ihn und seine Partei eingeleitet worden. Noch im Januar hatte ein Gericht gegen die Aufl&ouml;sung der Partei entschieden. In dem Verfahren war ihr die Unterh&ouml;hlung der thail&auml;ndischen Monarchie vorgeworfen worden. Nun hat sie aber doch das Schicksal ereilt, das die Opposition auf Jahre schw&auml;chen k&ouml;nnte. Ein Sprecher der Europ&auml;ischen Union bezeichnete das Urteil als &bdquo;R&uuml;ckschlag f&uuml;r den politischen Pluralismus&ldquo;. Eine Gruppe s&uuml;dostasiatischer Abgeordneter kritisierte das Urteil als &bdquo;v&ouml;llig unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig&ldquo;. Man m&uuml;sse davon ausgehen, dass die Partei angegriffen werde, weil sie eine Bedrohung f&uuml;r das politische Establishment darstelle.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nach dem Urteil stellt sich nun die Frage, wie die rund sechs Millionen W&auml;hler, die der Oppositionspartei ihre Stimme gegeben hatten, reagieren werden. Es ist denkbar, dass die politische Auseinandersetzung in Thailand wieder sch&auml;rfer wird und es neue Massenproteste geben wird. Mitglieder der Partei zeigten sich nach dem Urteil zun&auml;chst k&auml;mpferisch. &bdquo;Dies wird sich ausbreiten wie ein Buschbrand&ldquo;, warnte der Generalsekret&auml;r Piyabutr Saengkanokkul. Seit dem Jahr 2007 hat das Gericht f&uuml;nf Parteien verboten, die alle aus dem Lager der Milit&auml;rgegner kamen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/thailand-gericht-verbietet-future-forward-party-16645562.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/thailand-gericht-verbietet-future-forward-party-16645562.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parteigr&uuml;nder Thanathorn Juangroongruangkit und andere Parteimitglieder geben sich nach dem Gerichtsurteil k&auml;mpferisch. Das Verfassungsgericht in Thailand hat eine aufstrebende Oppositionspartei verboten, auf die sich viele Hoffnungen f&uuml;r eine weitere Demokratisierung des Landes gest&uuml;tzt hatten. 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