{"id":66256,"date":"2020-02-22T04:01:57","date_gmt":"2020-02-22T04:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66256"},"modified":"2020-02-24T13:08:49","modified_gmt":"2020-02-24T13:08:49","slug":"iran-parlamentswahl-koennte-praesident-rohani-schwaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66256","title":{"rendered":"Iran: Parlamentswahl k\u00f6nnte Pr\u00e4sident Rohani schw\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Eine Frau gibt ihren Stimmzettel in einem Wahllokal in Teheran ab.<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise und versch&auml;rfter amerikanischer Sanktionen haben die Iraner am Freitag ein neues Parlament gew&auml;hlt. Erwartet wurde eine geringe Wahlbeteiligung, was Pr&auml;sident <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"db66d9f0c824cb46876f9f21f6d774919608dc2c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/hassan-rohani\">Hassan Rohani<\/a> die Parlamentsmehrheit kosten k&ouml;nnte. Tausende moderate Kandidaten waren zudem von der Wahl ausgeschlossen worden, so dass die Konservativen vor der R&uuml;ckkehr an die Macht stehen k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>Sieben Stunden nach &Ouml;ffnung der Wahllokale hatten nach Angaben des iranischen Innenministeriums nur etwas mehr als elf Millionen der 58 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Der von konservativen Geistlichen dominierte W&auml;chterrat gab an, mit einer <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"a3631c7d60370ed1aec61529c0560d4f313c007e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/wahlbeteiligung\">Wahlbeteiligung<\/a> von mindestens 50 Prozent zu rechnen. Dies w&auml;re deutlich niedriger als bei den vorangegangenen Urneng&auml;ngen, bei denen die Wahlbeteiligung nach offiziellen Angaben im Schnitt bei 60,5 Prozent gelegen hatte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Offenbar um die geringe Beteiligung nach oben zu treiben, verschoben die Beh&ouml;rden die Schlie&szlig;ung der Wahllokale mindestens f&uuml;nf Mal. Statt wie geplant um 18 Uhr Ortszeit endete die Abstimmung erst um Mitternacht (21.30 Uhr MEZ). Ergebnisse der Wahl werden nicht vor Sonntag erwartet.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Nicht die Kriterien eine demokratischen Wahl&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Staatsfernsehen zeigte das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"42520466f7784d434babfaacfd7017d2b31aa276\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ali-chamenei\">Ali Chamenei<\/a>, bei der Stimmabgabe in Teheran. Dabei rief er alle Iraner auf, w&auml;hlen zu gehen, um damit &bdquo;die nationalen Interessen des Landes zu garantieren&ldquo;. In den Hochburgen der Konservativen im S&uuml;den Teherans bildeten sich vor den Wahllokalen lange Schlangen. In den wohlhabenderen Gegenden im Norden der Hauptstadt dagegen waren deutlich weniger W&auml;hler zu sehen.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der W&auml;chterrat hatte mehr als die H&auml;lfte der rund 16.000 Kandidaten f&uuml;r die 290 Parlamentssitze nicht zur Abstimmung zugelassen, darunter vor allem die moderaten Kr&auml;fte um Rohani. Die Bev&ouml;lkerung macht den Staatschef f&uuml;r die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich. Das Land leidet massiv unter den amerikanischen Sanktionen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Parlamentswahl erf&uuml;lle &bdquo;nicht die Kriterien einer demokratischen Wahl&ldquo;, kritisierte der au&szlig;enpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai. Der W&auml;chterrat habe nur Kandidaten zugelassen, &bdquo;die loyal zur Islamischen Republik stehen&ldquo;. Echte Reformer dagegen seien nicht vertreten.<\/p>\n<aside id=\"cna-N1\" class=\"js-cna cna-N1 js-cna-N1  cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Besonders viele junge Anh&auml;nger sind entt&auml;uscht von Rohani<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Es ist die elfte Parlamentswahl im Iran seit der Revolution 1979 und die erste seit der Aufk&uuml;ndigung des Atomabkommens durch die Vereinigten Staaten im Mai 2018, f&uuml;r das sich Rohani eingesetzt hatte. Der amtierende Pr&auml;sident war 2017 mit dem Versprechen wiedergew&auml;hlt worden, f&uuml;r mehr Freiheiten und den Austausch mit dem Westen einzutreten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Besonders viele junge Anh&auml;nger des moderaten Lagers wollten aber aus Entt&auml;uschung &uuml;ber die politische F&uuml;hrung gar nicht erst zur Abstimmung gehen. Der im Immobiliengesch&auml;ft t&auml;tige Alireza Haschemi sagte, nach der Wahl Rohanis sei &bdquo;alles den Bach runtergegangen&ldquo;. Rohani haben ein &bdquo;schlechtes Atomabkommen unterzeichnet und ohne echte Garantien nach Westen geschaut&ldquo;. Und der 38-j&auml;hrige arbeitslose Amir Mohtascham sagte: &bdquo;Unsere Wahlen sind nutzlos.&ldquo; Im Parlament s&auml;&szlig;en 90 Abgeordnete, gegen die wegen Korruption ermittelt werde.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Rohani forderte die Menschen auf, trotz Unzufriedenheit mit der Regierung zur Wahl zu gehen. Viele moderate Kr&auml;fte warnten im Falle einer geringen Wahlbeteiligung vor einem Sieg der Ultrakonservativen.<\/p>\n<div class=\"ctn-PlaceholderContent ctn-PlaceholderContent-is-in-article-medium  \">\n<div>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"fazExternalVideoPlayer\"><!--\n\n<div class=\"mm-MainVideo js-multimedia-player-external mm-MainVideo-is-video\">\n\n<div class=\"o-Ratio o-Ratio-16x9\">\n\n<div class=\"o-Ratio_Content\">\n\n<div class=\"mm-MainVideo_ImageWrapper\"><img src='https:\/\/www.faz.net\/img\/leer.gif' width='680' data-retina-src='https:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/2755184739\/1.6644936\/media_in_article_medium\/65419875.jpg' class='media' height='385' onload='processRetinaDerivate(this)-' \/>\n\n<div class=\"VdoPlayerCtrls\">\n\n<div class=\"CtrlText\">\n\n<div class=\"mm-MainVideo_TextWrapper\"><button class=\"mm-MainVideo_Play\"><span class=\"o-VisuallyHidden\">Video starten<\/span><\/button>\n\n<header class=\"mm-MainVideo_Text\">\n\n<h2 class=\"mm-MainVideo_Headline\"><span class=\"mm-MainVideo_Emphasis\">Parlamentswahl im Iran<span class=\"o-VisuallyHidden\">: <\/span><\/span><span class=\"mm-MainVideo_Title\">Keine Entscheidungsfreiheit und verw&auml;hrte Kandidaturen<\/span><\/h2>\n\n<\/header>\n\n\n\n<div class=\"mm-MainVideo_VideoWrapper mm-MainVideo_VideoWrapper-is-hidden js-videojs-extern-player\"data-videojs-url-prefix=\"https:\/\/www.faz.net\"data-videojs-video-id=\"134662756\"data-videojs-source-id=\"1.6644934\"data-videojs-source = \"Reuters\"data-videojs-title=\"Keine Entscheidungsfreiheit und verwu00E4hrte Kandidaturen\"data-videojs-player-width=\"680\"data-videojs-player-height=\"385\"data-videojs-magnifier-url=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/iran-wahl-keine-entscheidungsfreiheit-und-verwaehrte-kandidaturen-16644934.html\"data-videojs-is-audio=\"false\"data-videojs-smark=\"Andere-Parlamentswahl im Iran\"data-videojs-html5-video-url=\"\"data-videojs-show-ads=\"true\"data-videojs-show-player-in-hq=\"false\"data-videojs-is-embedded=\"false\"data-videojs-is-hd=\"false\"data-videojs-is-auto=\"false\"data-videojs-media='extern'>--><\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Am Donnerstag hatte Washington neue Sanktionen gegen f&uuml;nf Mitglieder des W&auml;chterrats wegen &bdquo;Manipulation der Wahlen zugunsten der gef&auml;hrlichen Agenda des Regimes&ldquo; verh&auml;ngt. Der W&auml;chterrat erkl&auml;rte, diese zeigten die Geringsch&auml;tzung der Vereinigten Staaten f&uuml;r die Demokratie.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4a\" class=\"js-cna cna-P4a js-cna-P4a cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&Uuml;berschattet wurde die Wahl auch durch weitere Infektionsf&auml;lle mit dem neuartigen Coronavirus. Vier Menschen starben nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums bislang an dem Erreger. Ein Regierungsvertreter warf den &bdquo;Feinden&ldquo; des Iran vor, das Ausma&szlig; des Virusausbruchs zu &uuml;bertreiben, um der Glaubw&uuml;rdigkeit der Wahl zu schaden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Neben dem Parlament wurden auch neue Vertreter f&uuml;r verstorbene Mitglieder des Expertenrats gew&auml;hlt &ndash; einem aus Geistlichen bestehenden Gremium, das den obersten geistlichen F&uuml;hrer bestimmt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/parlamentswahl-im-iran-koennte-praesident-rohani-schwaechen-16646455.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/parlamentswahl-im-iran-koennte-praesident-rohani-schwaechen-16646455.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Frau gibt ihren Stimmzettel in einem Wahllokal in Teheran ab. Vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise und versch&auml;rfter amerikanischer Sanktionen haben die Iraner am Freitag ein neues Parlament gew&auml;hlt. Erwartet wurde eine geringe Wahlbeteiligung, was Pr&auml;sident Hassan Rohani die Parlamentsmehrheit kosten k&ouml;nnte. Tausende moderate Kandidaten waren zudem von der Wahl ausgeschlossen worden, so dass die Konservativen vor der R&uuml;ckkehr an die Macht stehen k&ouml;nnten. 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