{"id":66231,"date":"2020-02-23T20:01:44","date_gmt":"2020-02-23T20:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66231"},"modified":"2020-02-24T13:08:14","modified_gmt":"2020-02-24T13:08:14","slug":"gruene-in-hamburg-zweiter-platz-erster-verlierer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66231","title":{"rendered":"Gr\u00fcne in Hamburg: Zweiter Platz, erster Verlierer"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Gr&uuml;ne Begeisterung: Spitzenkandidatin Katharina Fegebank und die Gr&uuml;nen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock<\/div>\n<p class=\"post_description\">\n<p>Nach der Wahl m&uuml;ssen sich die Gr&uuml;nen Fragen nach ihrem Erwartungsmanagement anh&ouml;ren. Die Partei hat ihr Ergebnis verdoppelt, die Spitzenpolitiker m&uuml;ssen aber trotzdem den ganzen Abend erkl&auml;ren, warum sie ihr Ziel verfehlt haben: in einem zweiten Bundesland eine Regierung anzuf&uuml;hren. Nat&uuml;rlich jubeln Gr&uuml;ne am Abend vor den Kameras, so richtig ausgelassen wird die Stimmung aber nicht. Der Parteivorsitzende <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"822cedb8c62fd488617c752aaa0690f58ea72f67\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/robert-habeck\">Robert Habeck<\/a> spricht zwar in Berlin von einem &bdquo;fulminanten Ergebnis&ldquo;, doch er wird schnell ernst: &bdquo;Wir erleben eine extrem herausfordernde Situation f&uuml;r die Demokratie&ldquo;, es sei Aufgabe der Gr&uuml;nen, &bdquo;Orientierung und Vertrauen zu geben&ldquo;. Da sei es richtig gewesen, um Platz eins zu k&auml;mpfen. Das klingt nach R&uuml;ckendeckung f&uuml;r die Hamburger Spitzenkandidatin und ihre Entscheidung, die SPD und ihren B&uuml;rgermeister Peter Tschentscher herauszufordern.<\/p>\n<p>Noch im Januar standen die Chancen nicht schlecht, dass die gr&uuml;ne Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank Erste B&uuml;rgermeisterin wird. Damals lagen Gr&uuml;ne und SPD laut Umfragen noch fast gleichauf, bei knapp 30 Prozent. &bdquo;Wir unterst&uuml;tzen den Wahlkampf, weil es f&uuml;r uns Gr&uuml;ne mit dieser Wahl die Chance gibt, eine zweite gr&uuml;ne Ministerpr&auml;sidentin zu stellen&ldquo;, sagte die Parteivorsitzende <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"15542e12ee57a6d9139092c74b182c7973c714ff\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/annalena-baerbock\">Annalena Baerbock<\/a> im Januar auf der Vorstandsklausur, die die Bundes-Gr&uuml;nen extra nach Hamburg verlegt hatten. Am Sonntag aber l&auml;uft die SPD ihrem Juniorpartner, mit dem sie seit 2011 regiert, davon und geht mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung &uuml;ber die Ziellinie.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Ehrenvoller zweiter Platz&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wieder einmal. Schon bei der Wahl in Brandenburg war das so. Im Umfragehoch vor der Wahl war auf einmal von einer gr&uuml;nen Ministerpr&auml;sidentin in Potsdam die Rede, am Wahlabend im September vergangenen Jahres landeten die Gr&uuml;nen mit 15 Prozent dann hinter der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"c2d4fa5cdfe3231ed958e72fcd36d6afd3774812\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/spd\">SPD<\/a> &ndash; Habeck sprach auch damals von einem &bdquo;phantastischen Ergebnis&ldquo;. Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Th&uuml;ringen schnitten die Gr&uuml;nen ebenfalls schlechter ab als erhofft. Die Bundes-Gr&uuml;nen machten mit Hilfe einer plausiblen Erkl&auml;rung schnell einen Haken hinter die Wahlen im Osten: In der Zuspitzung zwischen der Partei des Ministerpr&auml;sidenten &ndash; in jedem der drei L&auml;nder eine andere &ndash; und der AfD um Platz eins h&auml;tten sich viele gr&uuml;ne Sympathisanten am Ende doch anders entschieden.<\/p>\n<div class=\"ctn-PlaceholderContent ctn-PlaceholderContent-is-in-article-large ctn-PlaceholderContent-has-border \">\n<figure class=\"con-Image\"><a class=\"con-Image_Link\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gruene-nach-der-wahl-in-hamburg-zweiter-platz-erster-verlierer-16648662\/feierlichkeiten-beim-16648488.html\"><\/p>\n<div class=\"con-Image_Container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/de.newseurope.info\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/leer.jpg\" alt=\"Feierlichkeiten beim Wahlsieger SPD\" width=\"960\" data-retina-src=\"https:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/157963072\/1.6648488\/media_in_article_large\/feierlichkeiten-beim.jpg\" title=\"Feierlichkeiten beim Wahlsieger SPD\" class=\"media con-Image_Image \" height=\"540\" onload=\"processRetinaDerivate(this)-\"><span class=\"btn-Base  btn-Base-is-top btn-Base-is-left  btn-Base-has-icon  \"><span class=\"btn-Base_TextWrapper\"><span class=\"js-btn-Base_Icon btn-Base_Icon btn-Base_Gallery o-Icon\"><\/span><span class=\"btn-Base_Text\">Bilderstrecke<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In Hamburg allerdings funktioniert diese Deutung nicht: Die AfD war hier nie stark. Zun&auml;chst sah es am Sonntagabend sogar danach aus, dass sie den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. Die Schw&auml;chung der AfD sehen die <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/buendnis-90-die-gruenen\" title=\"Die Gr&uuml;nen\">Gr&uuml;nen<\/a> auch als ihr Verdienst an. Nun aber m&uuml;ssen sie sich mit der Situation auseinandersetzen, dass es ihnen in einer liberalen und weltoffenen Gro&szlig;stadt nicht gelingt, st&auml;rkste Kraft zu werden.<\/p>\n<aside id=\"cna-P4\" class=\"js-cna cna-P4 js-cna-P4 cna-Is-displayed\"><\/aside>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dabei k&ouml;nnten die Rahmenbedingungen kaum g&uuml;nstiger sein: Die Bundespartei tritt so geschlossen auf wie selten zuvor. Angesichts des Chaos in der CDU konnten sich die Gr&uuml;nen als b&uuml;rgerliche Kraft pr&auml;sentieren. Und nach dem Debakel von Th&uuml;ringen gewinnen sie in der Rolle der &bdquo;aufrechten Demokraten&ldquo;, tappten aber &ndash; anders als SPD und Linke &ndash; nicht in die Falle, die Welt nur noch in Faschisten und Antifaschisten zu teilen. Und trotzdem: Die W&auml;hler, die sich von FDP und CDU abgewendet haben, liefen zur SPD, nicht zu den Gr&uuml;nen. Die politischen Uhren in Hamburg ticken anders als im Bund. Dennoch: Es wird f&uuml;r die Gr&uuml;nen in Berlin nun nicht leichter, ihren Anspruch auf Platz eins bei der n&auml;chsten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"d5d27c18be14ac0c63288600b4796f6bb0c224c4\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundestagswahl\">Bundestagswahl<\/a> glaubw&uuml;rdig zu machen. Dass Fegebank im Wahlkampf immer wieder hervorhob, dass es in Hamburg Dank der Gr&uuml;nen endlich wieder &bdquo;eine echte Wahl&ldquo; gebe, macht die Sache f&uuml;r die Gr&uuml;nen nicht besser, wenn die Hamburger sich dann f&uuml;r die SPD entscheiden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gruene-nach-der-wahl-in-hamburg-zweiter-platz-erster-verlierer-16648662.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gruene-nach-der-wahl-in-hamburg-zweiter-platz-erster-verlierer-16648662.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr&uuml;ne Begeisterung: Spitzenkandidatin Katharina Fegebank und die Gr&uuml;nen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock Nach der Wahl m&uuml;ssen sich die Gr&uuml;nen Fragen nach ihrem Erwartungsmanagement anh&ouml;ren. 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