{"id":66003,"date":"2020-01-02T21:59:10","date_gmt":"2020-01-02T21:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66003"},"modified":"2020-01-09T09:55:25","modified_gmt":"2020-01-09T09:55:25","slug":"kunstliche-befruchtung-bgh-betont-recht-auf-spate-mutterschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=66003","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Befruchtung: BGH betont Recht auf sp\u00e4te Mutterschaft"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Das Selbstbestimmungsrecht eines Paares f&uuml;hrt dazu, dass auch Frauen im h&ouml;heren Alter Unterst&uuml;tzung bei k&uuml;nstlicher Befruchtung erhalten, entschied das BGH.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Weil das Risiko einer Fehlgeburt mit steigendem Alter der Mutter zunimmt, wollte eine private Krankenkasse die Kosten f&uuml;r eine k&uuml;nstliche Befruchtung nicht &uuml;bernehmen. Der Bundesgerichtshof hat nun dagegen geurteilt.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">K<\/span>rankenversicherer k&ouml;nnen verpflichtet sein, auch &auml;lteren Frauen die Kosten einer k&uuml;nstlichen Befruchtung zu erstatten. Das stellt der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"094bbf3c01c7f42bf2f258cbc36f093fffe14d6a\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesgerichtshof\">Bundesgerichtshof<\/a> (BGH) in einem am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Urteil klar. Ein statistisch gesehen h&ouml;heres Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, ist demnach allein noch kein Grund, die &Uuml;bernahme der Kosten abzulehnen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In dem Fall aus Bremen ging es um die Behandlung einer 44 Jahre alten Frau, deren Mann auf nat&uuml;rlichem Wege keine Kinder zeugen konnte. Seine private Krankenversicherung hatte die Kosten von rund 17.500 Euro nicht &uuml;bernehmen wollen und das vor allem mit dem Alter der Frau begr&uuml;ndet. Fehlgeburten k&auml;men in dieser Altersgruppe h&auml;ufiger vor.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Karlsruher Richter stuften die vier Anl&auml;ufe einer k&uuml;nstlichen Befruchtung wegen der Probleme des Mannes als medizinisch notwendige Heilbehandlung ein. Entscheidend daf&uuml;r sei einzig und allein, dass die Behandlung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer Schwangerschaft f&uuml;hren k&ouml;nne. Wie diese weiter verlaufe, habe keine Rolle zu spielen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Niedersachsen gibt am meisten dazu<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Selbstbestimmungsrecht des Paares umfasse &bdquo;grunds&auml;tzlich auch die Entscheidung, sich den Kinderwunsch in fortgeschrittenem Alter unter Inkaufnahme altersspezifischer Risiken zu erf&uuml;llen&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Urteil. Anders k&ouml;nne die Entscheidung h&ouml;chstens dann ausfallen, wenn es wegen der Gesundheit der Eltern nur wenig wahrscheinlich sei, dass das Kind lebend zur Welt komme. Bei dem Ehepaar in dem vorliegenden Fall sah der BGH daf&uuml;r keine Anhaltspunkte. Die Versicherung muss die Kosten deshalb weitgehend &uuml;bernehmen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Kosten&uuml;bernahme bei den privaten Kassen ist sehr unterschiedlich. Dagegen finanzieren die gesetzlichen Kassen nur die ersten drei Versuche anteilig: Diese &uuml;bernehmen bei den ersten drei Versuchen die H&auml;lfte. Ein staatlicher Zuschuss f&uuml;r die Behandlungen kann in neun Bundesl&auml;ndern beantragt werden, n&auml;mlich in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th&uuml;ringen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In Niedersachsen wurden 2019 nach Angaben des Gesundheitsministeriums insgesamt 3288 Kinderwunsch-Behandlungen bewilligt. Die Kosten von knapp 2,89 Millionen Euro teilten sich Land und Bund. Niedersachsen sei bei der F&ouml;rderung bundesweit f&uuml;hrend, betonte das Ministerium. &bdquo;Die M&ouml;glichkeit zur Erf&uuml;llung des Kinderwunsches darf nicht vom Geldbeutel abh&auml;ngen&ldquo;, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) der Deutsche Presse-Agentur.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die nieders&auml;chsischen Paare k&ouml;nnen beim ersten bis dritten Versuch &ndash; je nach Methode &ndash; jeweils 800 bis 900 Euro Zuschuss vom Staat erhalten. Beim vierten Versuch verdoppeln sich dem Ministerium zufolge die Betr&auml;ge auf bis zu 1800 Euro, weil die gesetzlichen Krankenversicherungen diesen Versuch nicht mehr mitfinanzieren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/aelteren-frauen-steht-zuschuss-bei-kuenstlicher-befruchtung-zu-16563156.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/aelteren-frauen-steht-zuschuss-bei-kuenstlicher-befruchtung-zu-16563156.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil das Risiko einer Fehlgeburt mit steigendem Alter der Mutter zunimmt, wollte eine private Krankenkasse die Kosten f\u00fcr eine k\u00fcnstliche Befruchtung nicht \u00fcbernehmen. 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