{"id":65977,"date":"2019-12-21T17:33:22","date_gmt":"2019-12-21T17:33:22","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65977"},"modified":"2019-12-23T09:56:08","modified_gmt":"2019-12-23T09:56:08","slug":"awo-affare-alle-schleusen-offen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65977","title":{"rendered":"Awo-Aff\u00e4re: Alle Schleusen offen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der Frankfurter Oberb&uuml;rgermeister Peter Feldmann &auml;u&szlig;erte sich am 12. Dezember im R&ouml;mer zur Awo-Aff&auml;re<\/div>\n<p class=\"post_description\">F&uuml;hrungskr&auml;fte der Arbeiterwohlfahrt in Hessen kassierten Traumgeh&auml;lter und fuhren schicke Dienstwagen. Nicht nur die Staatsanwaltschaft will wissen: Woher kam das ganze Geld?<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">U<\/span>nter dem Motto &bdquo;Ein Herz f&uuml;r andere&ldquo; sammelt die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"37bd549f386194d35887d0d30c9200c0998c5515\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/thema\/awo\">Arbeiterwohlfahrt<\/a> im Frankfurter Stadtteil Nied regelm&auml;&szlig;ig Geld f&uuml;r Bed&uuml;rftige. Der Verband stiftet dort auch Schulranzen samt Inhalt f&uuml;r Kinder aus einkommensschwachen Familien. In Nied leben &uuml;berdurchschnittlich viele von Sozialhilfe. Der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt ist der gr&ouml;&szlig;te in der Stadt. Bei Spendenaktionen habe man sich schon gefreut, wenn mal jemand einen F&uuml;nf-Euro-Schein in den Korb geworfen habe, sagt Hauke Hummel, ein &ouml;rtlicher Awo-Ehrenamtler. &bdquo;Jetzt ist klar: Die Summen, die da zusammenkamen, waren f&uuml;r die Verbandsf&uuml;hrung gerade mal das Tankgeld.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit viel Pomp feierte der Frankfurter Awo-Kreisverband vor kurzem sein hundertj&auml;hriges Bestehen in der Paulskirche. Wenige Wochen sp&auml;ter ist fraglich, ob es ihn noch lange geben wird. Er k&ouml;nnte seine Gemeinn&uuml;tzigkeit verlieren- es drohen R&uuml;ckzahlungen von Hunderttausenden Euro f&uuml;r die exorbitanten Geh&auml;lter, die sich eine Gruppe f&uuml;hrender Awo-Vertreter offenbar gegenseitig zuschanzte. Ein Desaster f&uuml;r den Wohlfahrtsverband, der damit auch die Kommunalpolitik ins Wanken bringt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Der unklare Weg von 750.000 Euro<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Im Mittelpunkt der Aff&auml;re: Hannelore und J&uuml;rgen Richter. Ein Ehepaar, das &uuml;ber Jahrzehnte zwei benachbarte Awo-Kreisverb&auml;nde f&uuml;hrte. Die Frau jenen in Wiesbaden, wof&uuml;r sie insgesamt 344.000 Euro Gehalt erhalten haben soll, der Mann jenen in Frankfurt mit ebenfalls mehr als 300.000 Euro Gehalt. Beide sollen zudem auch f&uuml;r den jeweils anderen Verband t&auml;tig gewesen sein, beide mischten bei dubiosen Tochterfirmen mit, und beide sollen bis zu 5000 Euro f&uuml;r die berufliche Nutzung ihrer Privatwagen erhalten haben, in seinem Fall offenbar ein Jaguar. Auch weitere Funktion&auml;re der beiden Kreisverb&auml;nde sollen hohe sechsstellige Summen kassiert und teure Fahrzeuge als Dienstwagen erhalten haben: die stellvertretende Frankfurter Awo-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin etwa einen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"2201effa03234868726e280a8b4c7c72be3fda66\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/audi\">Audi<\/a> mit 450PS.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Awo-Kreisverb&auml;nde aus Wiesbaden und Frankfurt wollen die hohen Geh&auml;lter mit Verweis auf laufende Pr&uuml;fungen sowie den Datenschutz nicht best&auml;tigen. Doch in beiden St&auml;dten fragen sich nun viele: Woher stammte all das Geld, und wie konnten die Strukturen so lange unentdeckt bleiben?<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Frankfurter Kreisverband mit mehr als 1100 Mitarbeitern erhielt in den vergangenen f&uuml;nf Jahren von der Stadt etwas mehr als 100 Millionen Euro, darunter Geld f&uuml;r die Fl&uuml;chtlingshilfe, den Betrieb vieler Kindertagesst&auml;tten, das Quartiersmanagement, die Schulsozialarbeit. Der gr&ouml;&szlig;te Batzen ging mit mehr als 44 Millionen Euro an die Kitas, ausgezahlt &uuml;berwiegend in Form von Platzkostenpauschalen. Betrug in gro&szlig;em Umfang ist da kaum m&ouml;glich.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auch im Sozialen, etwa in der Kinder- und Jugendarbeit, m&uuml;ssen Zusch&uuml;sse belegt werden. Ausgenommen davon sind die sogenannten Overhead-Kosten, die bekommt der Verband obendrauf &ndash; pauschal zehn Prozent der Personalkosten als Ausgleich etwa f&uuml;r die Verwaltung und die Gesch&auml;ftsstelle. In den vergangenen f&uuml;nf Jahren waren das insgesamt rund 750.000 Euro. Wohin die genau flossen, ist unklar. Pikanterweise wurde die pauschale Verg&uuml;tung im Jahr 2000 in der Stadtverordnetenversammlung aufgrund einer Initiative beschlossen, die unter anderem von Frankfurts Oberb&uuml;rgermeister Peter Feldmann von der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"c2d4fa5cdfe3231ed958e72fcd36d6afd3774812\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/spd\">SPD<\/a> ausging, der selbst einst bei der Awo in leitender Position t&auml;tig war und gegen den es nun auch Vorw&uuml;rfe in der Aff&auml;re gibt. Das habe damals &bdquo;mehr als ein Geschm&auml;ckle&ldquo; gehabt, hei&szlig;t es nun dazu aus der Awo.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Bis auf den letzten Cent zur&uuml;ckfordern&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Overhead-Kosten h&auml;tten wohl f&uuml;r allerlei &bdquo;Leckerli&ldquo; gereicht, sp&auml;ter seien dann durch das Geld aus der Fl&uuml;chtlingsarbeit bei der Awo-F&uuml;hrung &bdquo;alle Schleusen ge&ouml;ffnet&ldquo; worden, sagt ein Awo-Mitglied. F&uuml;r die Fl&uuml;chtlingsarbeit erhielt der Frankfurter Kreisverband von der Stadt in den vergangenen f&uuml;nf Jahren nach Angaben einer Sprecherin des Sozialdezernats mehr als 33 Millionen Euro. Das Geld soll nicht oder nicht in vollem Umfang daf&uuml;r ausgegeben worden sein. Die Vertr&auml;ge laufen nicht mehr, die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug gegen f&uuml;hrende Funktion&auml;re.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/wie-hessische-awo-funktionaere-ihre-taschen-fuellten-16547606.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/wie-hessische-awo-funktionaere-ihre-taschen-fuellten-16547606.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchrungskr\u00e4fte der Arbeiterwohlfahrt in Hessen kassierten Traumgeh\u00e4lter und fuhren schicke Dienstwagen. 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