{"id":65883,"date":"2019-12-08T18:38:45","date_gmt":"2019-12-08T18:38:45","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65883"},"modified":"2019-12-09T10:02:37","modified_gmt":"2019-12-09T10:02:37","slug":"cdu-in-sachsen-anhalt-gefahrliche-alternativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65883","title":{"rendered":"CDU in Sachsen-Anhalt: Gef\u00e4hrliche Alternativen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Friedrich Merz schenkt dem Ministerpr&auml;sidenten von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff auf dem Parteitag in Magdeburg Wasser ein.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Eigentlich wollte die CDU in Sachsen-Anhalt jegliche Zusammenarbeit mit der AfDausschlie&szlig;en &ndash; davon ist die Partei jetzt aber abger&uuml;ckt.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Frage nach einer Zusammenarbeit von <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"30eb8234582224cf91e66839fb0c63a8cca9d541\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/cdu\">CDU<\/a> und AfD stellt sich in Sachsen-Anhalt so sehr wie kaum irgendwo sonst. Bereits nach der Landtagswahl von 2016 sah sich die Union angesichts der St&auml;rke der damals neuen Partei in eine Koalition mit SPD und Gr&uuml;nen gezwungen- diese allererste &bdquo;Kenia&ldquo;-Koalition stie&szlig; bei den starken rechtskonservativen Str&ouml;mungen im CDU-Landesverband von Anbeginn auf Vorbehalte. Immer wieder verweigern unzufriedene Abgeordnete seither im Landtag ihrer F&uuml;hrung die Gefolgschaft. Im Sommer stellten die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ulrich Thomas und Lars-J&ouml;rn Zimmer Gedankenspiele &uuml;ber eine Zusammenarbeit mit der AfD an und forderten eine Vers&ouml;hnung des &bdquo;Nationalen&ldquo; mit dem &bdquo;Sozialen&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Angesichts der darauf folgenden, weit &uuml;ber das ostdeutsche Bundesland hinausreichenden Aufwallung sah sich die Parteispitze gezwungen, einen Kl&auml;rungsprozess einzuleiten. Die Partei sollte sich hinter einem &bdquo;Grundlagenpapier&ldquo; vereinen, zu dessen Verabschiedung f&uuml;r Samstag ein kleiner Parteitag in Magdeburg anberaumt wurde. Der CDU-Landesvorsitzende Holger Stahlknecht schien bei der Vorbereitung die Strategie zu verfolgen, eine relativ klare Grenze zur <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"87b843b4a748f9fbc00b47fa4b20f8b6c9dfad29\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/afd\">AfD<\/a> zu ziehen und dem rechten Parteifl&uuml;gel im Gegenzug einige Zugest&auml;ndnisse zu machen. Die Einladung von Friedrich Merz als Redner am Samstag z&auml;hlte dazu, ebenso die geplante Ernennung von Rainer Wendt zum Staatssekret&auml;r in Stahlknechts Innenministerium. Der Wendt-Coup scheiterte vor einigen Tagen allerdings derart unr&uuml;hmlich, dass nun offen ist, ob Stahlknecht im kommenden Sommer noch wie geplant Spitzenkandidat f&uuml;r die Wahl im Jahr 2021 wird.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Wendt-Desaster schlug auch auf das Grundlagenpapier durch. Die am Samstag beschlossene Textfassung hat an den entscheidenden Stellen nur noch wenig mit dem Entwurf zu tun. Die Abgrenzung gegen&uuml;ber der AfD fiel wesentlich weicher als beabsichtigt aus. Entfallen ist die gesamte Passage, in der dargelegt wird, warum die AfD &bdquo;auf einen fundamentalen Umbau der bisherigen politischen und rechtsstaatlichen Gesamtordnung&ldquo; zielt und das &bdquo;politische Klima vergiftet&ldquo;. Gestrichen wurde auch der Schl&uuml;sselsatz, dass es weder mit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"75f5200ef58adc42f1cfec4df2d7e7ce6a151984\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/die-linke\">Linkspartei<\/a> noch mit AfD &bdquo;eine institutionelle oder strategische Zusammenarbeit&ldquo; geben k&ouml;nne, was sowohl eine f&ouml;rmliche Koalition als auch eine Tolerierung ausschloss. Stattdessen hei&szlig;t es nun: &bdquo;Eine Koalition wird es daher zur n&auml;chsten Landtagswahl mit der Linken und mit der derzeit in vielen Teilen radikalen AfD nicht geben.&ldquo; Das bedeutet, dass blo&szlig; eine f&ouml;rmliche Koalition ausgeschlossen wird, und das auch nur nach der Wahl 2021. Zudem f&uuml;hrt die CDU innerhalb der AfD eine Differenzierung zwischen radikalen und nichtradikalen Kr&auml;ften ein, welche sie bei der Linkspartei nicht macht. Die T&uuml;r zu einer Minderheitsregierung der CDU mit Tolerierung durch die AfD bleibt damit offen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auf dem Parteitag wurde allerdings nicht &uuml;ber die weitreichenden &Auml;nderungen diskutiert. Zu den insgesamt 89 &Auml;nderungsantr&auml;gen gab es keine Wortmeldung. Stattdessen wurde die neue Fassung von den Delegierten en bloc fast einstimmig durchgewunken, nachdem die entscheidenden Diskussionen zuvor hinter den Kulissen gelaufen waren. Von einer &bdquo;gesichtswahrenden L&ouml;sung&ldquo; f&uuml;r alle Seiten war die Rede. Der CDU-Landesverband wollte sich zwei Wochen nach dem Wendt-Debakel offensichtlich nicht noch einmal die Bl&ouml;&szlig;e einer &ouml;ffentlichen Selbstzerfleischung geben. Der Magdeburger CDU-Kreisvorsitzende Tobias Krull mahnte angesichts der teils uns&auml;glichen Wortwahl mancher Abgeordneter in Richtung Stahlknechts, die Partei m&uuml;sse sich k&uuml;nftig um einen &bdquo;angemessenen Ton&ldquo; bem&uuml;hen. Die Delegierten befanden sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits ohnehin in friedfertiger Stimmung. Der Verzicht auf beinahe jegliche Debatte f&uuml;hrte zu einem vorweihnachtlichen Parteifrieden und erm&ouml;glichte es den Anwesenden zudem, unerwartet fr&uuml;h ihren Heimweg anzutreten. <\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die verbleibenden Fragen wurden damit jedoch nur vertagt. Der Parteitag gab keinen Hinweis, ob die CDU weiter wie geplant mit Stahlknecht in den Wahlkampf ziehen wird oder ob Ministerpr&auml;sident Reiner Haseloff noch einmal antreten muss. Und die Frage, wie die CDU es mit der AfD h&auml;lt, wird vermutlich erst nach der n&auml;chsten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"25eb4c308cf22296ef18999e01accce69e81e297\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/landtagswahl\">Landtagswahl<\/a> beantwortet werden. Die anderen Parteien erhalten damit die Gelegenheit, die CDU in Sachsen-Anhalt und vermutlich auch dar&uuml;ber hinaus mit dieser Unbestimmtheit zu konfrontieren. Der Landesverband scheint bereit, diesen Preis zu bezahlen. Dazu haben auch die j&uuml;ngsten Entwicklungen in Th&uuml;ringen beigetragen, wo die linken Parteien gemeinsam eine Regierung stellen wollen, obwohl sie keine Mehrheit besitzen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/cdu-in-sachsen-anhalt-zusammenarbeit-mit-der-afd-16525487.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/cdu-in-sachsen-anhalt-zusammenarbeit-mit-der-afd-16525487.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte die CDU in Sachsen-Anhalt jegliche Zusammenarbeit mit der AfDausschlie\u00dfen \u2013 davon ist die Partei jetzt aber abger\u00fcckt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":65897,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[33,21],"tags":[279,306,4587,19391,22278,4491,19392],"class_list":["post-65883","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inland","category-politik","tag-afd","tag-cdu","tag-friedrich-merz","tag-holger-stahlknecht","tag-lars-jorn-zimmer","tag-rainer-wendt","tag-ulrich-thomas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=65883"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65910,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/65883\/revisions\/65910"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/65897"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=65883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=65883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=65883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}