{"id":65854,"date":"2019-12-02T08:08:29","date_gmt":"2019-12-02T08:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65854"},"modified":"2019-12-02T11:51:25","modified_gmt":"2019-12-02T11:51:25","slug":"klimaforscher-und-politik-messwerte-sind-noch-keine-mehrheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65854","title":{"rendered":"Klimaforscher und Politik: Messwerte sind noch keine Mehrheiten"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ein Paradies f&uuml;r Klimatologen: Das deutsche Forschungsschiff &bdquo;Polarstern&ldquo; 2017 in der Westantarktis.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Klimaforscher haben so viel Einfluss wie nie zuvor. Politiker lassen sich gerne von ihnen beraten. Doch die Wissenschaftler sind auch ihre gr&ouml;&szlig;ten Kritiker.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">A<\/span>ls die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6ce2210e9644b40d16fe355faf3787c9bd01d78c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesregierung\">Bundesregierung<\/a> den Klimakompromiss pr&auml;sentierte, dauerte es zwei Stunden, bis sich in Potsdam der Daumen senkte. Ein &bdquo;Dokument der politischen Mutlosigkeit&ldquo; nannte Ottmar Edenhofer das Gesetzespaket. Auch andere Wissenschaftler &uuml;bten Kritik. Doch wie sehr das Urteil des Merkel-Beraters und Direktors des Potsdamer Instituts f&uuml;r Klimafolgenforschung gesessen hatte, zeigte sich an den Reaktionen: Noch zwei Tage sp&auml;ter gei&szlig;elte das Bundesumweltministerium Edenhofers Einlassungen als &bdquo;unterirdisch&ldquo; und &bdquo;v&ouml;llig &uuml;berzogen&ldquo;. Es sei klar, dass man als Wissenschaftler &bdquo;in ein Frustloch&ldquo; falle mit der Erwartungshaltung, dass die Politik eins zu eins den Expertenrat umsetze, &auml;tzte Staatssekret&auml;r Jochen Flasbarth. Solche Forderungen k&ouml;nne man &bdquo;vielleicht irgendwo auf einem Berg in Potsdam&ldquo; stellen, sagte Flasbarth &ndash; gemeint war der Telegrafenberg, auf dem Edenhofers Institut seinen Sitz hat.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Edenhofer &auml;rgerte sich, dass man ihm unterstellte, er und seine Kollegen f&uuml;hlten sich in ihren Gef&uuml;hlen verletzt. Dass man ihnen unterstellte, nicht verstanden zu haben, wie Politik und Wissenschaft kooperierten. Noch heute, zwei Monate sp&auml;ter, wird der freundliche Niederbayer laut, wenn er dar&uuml;ber spricht. &bdquo;Wer erwartet, dass wir Wissenschaftler nach so einem mutlosen und vor allem leider ziemlich wirkungslosen politischen Kompromiss auch noch applaudieren, der ist frech.&ldquo; Das Kanzleramt hatte dem Forscher auch auf direktem Wege signalisiert, dass man mit seiner Bewertung nicht zufrieden war. Noch im Sommer hatte die Bundeskanzlerin am Besprechungstisch in Edenhofers B&uuml;ro Platz genommen, an dem er nun sitzt und &uuml;ber das Verh&auml;ltnis zur Politik spricht. Erst unterhielten sie sich eine Stunde lang, die Physikerin und der Klima&ouml;konom, dann ging es in einen Besprechungsraum, in dem Merkel die zentralen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen der Wissenschaftler vorgestellt wurden. Eineinhalb Stunden dauerte das. Die Kanzlerin soll viele Fragen gestellt haben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/ein-schwieriges-verhaeltnis-klimaforscher-und-politiker-16513878.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/ein-schwieriges-verhaeltnis-klimaforscher-und-politiker-16513878.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaforscher haben so viel Einfluss wie nie zuvor. Politiker lassen sich gerne von ihnen beraten. 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