{"id":65753,"date":"2019-11-13T03:35:31","date_gmt":"2019-11-13T03:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65753"},"modified":"2019-11-13T11:22:13","modified_gmt":"2019-11-13T11:22:13","slug":"nach-missbrauchsurteil-kardinal-pell-kann-wieder-auf-freispruch-hoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=65753","title":{"rendered":"Nach Missbrauchsurteil: Kardinal Pell kann wieder auf Freispruch hoffen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Kardinal George Pell im Februar dieses Jahres vor dem Bezirksgericht in Melbourne<\/div>\n<p class=\"post_description\">George Pell ist der rangh&ouml;chste katholische W&uuml;rdentr&auml;ger, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Nun hat das oberste australische Gericht entschieden, den Einspruch des 78 Jahre alten Kardinals zuzulassen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">N<\/span>ach seiner Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderj&auml;hriger kann der australische Kardinal George Pell weiterhin auf einen Freispruch hoffen. Das oberste australische Gericht, der High Court in der Hauptstadt Canberra, entschied am Mittwoch (Ortszeit), sich mit dem Einspruch des ehemaligen Finanzchefs des Vatikans zu befassen und seinen Antrag nicht schon im Vorfeld abzulehnen. Damit k&ouml;nnte die ehemalige Nummer drei des Vatikans m&ouml;glicherweise noch um eine mehrj&auml;hrige Haftstrafe herumkommen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Begr&uuml;ndung der richterlichen Entscheidung soll zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt ver&ouml;ffentlicht werden. Der Kardinal war bei der Anh&ouml;rung und Entscheidung des H&ouml;chsten Gerichts am Mittwoch nicht anwesend. Er sitzt seit M&auml;rz in einer Einzelzelle in einem Melbourner Gef&auml;ngnis. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung des Gerichts trafen Pells Anw&auml;lte zu einer Unterredung mit ihrem Mandanten zusammen, berichtete die Zeitung &bdquo;Sydney Morning Herald&ldquo;. Eine Stellungnahme Pells oder seiner Anw&auml;lte gab es zun&auml;chst nicht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit der eigentlichen Befassung wird fr&uuml;hestens nach der Sommerpause des Gerichts im Februar gerechnet. Der 78 Jahre alte Pell hofft darauf, dass seine Verurteilung kassiert wird. Er ist der rangh&ouml;chste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Er war lange ein enger Vertrauter von Papst Franziskus.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Erstes Urteil: Sechs Jahre Haft<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Pell war im M&auml;rz wegen des Missbrauchs von zwei Chorknaben zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Verurteilung basierte &uuml;berwiegend auf der Aussage eines der Missbrauchsopfer. Das zweite mutma&szlig;liche Opfer war 2014 an einer &Uuml;berdosis Drogen gestorben und hatte sich nie zu den Vorf&auml;llen ge&auml;u&szlig;ert.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der erste Versuch, das Urteil von einem Berufungsgericht aufheben zu lassen, scheiterte im August. Demnach h&auml;tte Pell fr&uuml;hestens im Oktober 2022 aus der Haft entlassen werden k&ouml;nnen. Nach der Entscheidung des Berufungsgerichts legten die Anw&auml;lte des Geistlichen beim obersten Gericht Einspruch ein. Dieses entschied nun, dass es den Fall anh&ouml;ren wird. Sollte Pell am High Court einen Freispruch erreichen, w&auml;re er wieder ein freier Mann.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Vatikan hatte Pell untersagt, sein Priesteramt &ouml;ffentlich auszu&uuml;ben und Kontakt mit Minderj&auml;hrigen zu haben. Er geh&ouml;rt nicht mehr zum Beratungsgremium des Papstes, sein Mandat als Finanzchef lief automatisch aus. Nach dem Urteil des Geschworenengerichts im M&auml;rz k&uuml;ndigte der Vatikan an, abzuwarten, bevor er &uuml;ber weitere Konsequenzen entscheidet. Pell k&ouml;nnte wom&ouml;glich seinen Kardinalstitel verlieren.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Anw&auml;lte verweisen auf Richter-Fehler<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Er selbst weist seit jeher alle Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck. Die Anw&auml;lte des Geistlichen hatten argumentiert, ihr Mandant h&auml;tte wegen der d&uuml;nnen Beweislage nicht schuldig gesprochen werden d&uuml;rfen. Zwei der drei Richter des Berufungsgerichts, die das Urteil im August best&auml;tigten, h&auml;tten Fehler gemacht. Aufgrund von Aussagen einiger Zeugen bezweifelten die Anw&auml;lte zudem, dass Pell &uuml;berhaupt Gelegenheit dazu hatte, die Jungen zu missbrauchen. Sie pl&auml;dierten daher f&uuml;r einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft bestritt hingegen, dass Fehler unterlaufen seien. Daher gebe es auch keine Grundlage f&uuml;r einen Einspruch.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Australier ist der rangh&ouml;chste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der jemals wegen sexuellen Missbrauchs von Minderj&auml;hrigen verurteilt wurde. Der Fall reicht in die Jahre 1996\/97 zur&uuml;ck, als Pell gerade Erzbischof von Australiens zweitgr&ouml;&szlig;ter Stadt Melbourne geworden war. Nach einem Gottesdienst soll er sich an den zwei Chorknaben vergangen haben, die damals 13 Jahre alt waren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/australien-gericht-laesst-einspruch-von-kardinal-pell-zu-16482798.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/australien-gericht-laesst-einspruch-von-kardinal-pell-zu-16482798.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>George Pell ist der rangh\u00f6chste katholische W\u00fcrdentr\u00e4ger, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. 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