{"id":64120,"date":"2019-08-09T12:02:41","date_gmt":"2019-08-09T12:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=64120"},"modified":"2019-08-12T08:51:58","modified_gmt":"2019-08-12T08:51:58","slug":"giftiger-kafer-aus-afrika-ein-insekt-dem-man-lieber-nicht-begegnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=64120","title":{"rendered":"Giftiger K\u00e4fer aus Afrika: Ein Insekt, dem man lieber nicht begegnet"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Kleiner K&auml;fer mit gro&szlig;er giftiger Wirkung: Mit der Championsfliege legt man sich besser nicht an.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die afrikanische &bdquo;Championsfliege&ldquo; ist nur wenige Millimeter gro&szlig;. Dennoch sollte man sich vom aggressiven K&auml;fer besser fernhalten. Denn dessen Gift kann f&uuml;r Menschen gef&auml;hrliche Folgen haben.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Tierwelt <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/afrika\" title=\"Afrika\">Afrikas<\/a> bietet zahlreiche gef&auml;hrliche Vertreter, von denen man sich als Mensch besser fernh&auml;lt. Doch was eine Gruppe von Schulkindern in einem Dorf im Norden Sierra Leones pl&ouml;tzlich von den Holzb&auml;nken aufschrecken l&auml;sst, ist weder eine Speikobra noch ein Nilkrokodil: &Uuml;ber die h&ouml;lzernen Bretter krabbelt ein fingernagelgro&szlig;es, schwarzbraunes Insekt &ndash; von den Einheimischen auch Championsfliege genannt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die ehrfurchtsvolle Bezeichnung f&uuml;hrt dabei in die Irre und trifft zugleich zu. Paederus sabaeus, so die vollst&auml;ndige lateinische Bezeichnung, ist eigentlich ein K&auml;fer, der mehr einer Ameise &auml;hnelt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Was das Insekt so gef&auml;hrlich macht, liegt im Inneren des Insekts verborgen, in der Hamolymphe. Denn zu ihrer Verteidigung sondert die Championsfliege ein giftiges Sekret ab, was f&uuml;r Menschen extrem unangenehme Folgen haben kann, wie die beiden deutschen Mediziner Elisa Schunkert und Nicolas Aschoff w&auml;hrend ihrer Arbeit in Sierra Leone am eigenen Leibe erleben mussten: &bdquo;Gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes trafen wir immer wieder Menschen mit skurril aussehenden Ekzemen.&ldquo; Nach einer Begegnung mit dem Insekt erkannten Schunkert und Aschoff auf Hand- und Gesichtspartien den Grund daf&uuml;r: Die beiden &Auml;rzte versp&uuml;rten qu&auml;lenden Juckreiz, gefolgt von einem schmerzhaften Brennen. Es bildeten sich Entz&uuml;ndungen, und einige Stunden sp&auml;ter kam es zu n&auml;ssender Haut.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Eine nationale Plage<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Mediziner begannen das Insekt eingehender zu untersuchen. &bdquo;Das in der Leibesh&ouml;hlenfl&uuml;ssigkeit der Championsfliege enthaltene Gift Pederin verursacht das Krankheitsbild der Paederus-Dermatitis&ldquo;, erkl&auml;rt Aschoff. Laut Schunkert f&uuml;hrt das Toxin dazu, dass die Zellen der oberen Hautschicht ihren Kontakt zueinander verlieren und sich unterschiedlich gro&szlig;e Bl&auml;schen bilden. Deshalb z&auml;hle die Championsfliege auch zu den sogenannten &bdquo;Blister-K&auml;fern&ldquo; oder Blasenk&auml;fern. Das Insekt bei&szlig;t und sticht nicht, sondern st&ouml;&szlig;t sein Gift bei Ber&uuml;hrung aus. In manchen F&auml;llen wird laut Schunkert das Toxin &uuml;ber mehrere Zentimeter auf der Haut verteilt und verursache so gro&szlig;fl&auml;chige r&ouml;tliche Flecken. &bdquo;Geschieht dies an Stellen, wo die Haut Falten bildet, kommt es typischerweise zu schmerzhaften und juckenden Ekzemen.&ldquo;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nicht selten f&uuml;hre die Vergiftung zu Komplikationen mit einer Superinfektion. Grund daf&uuml;r sind Bakterien, die in einer Symbiose im K&ouml;rper des Insekts leben. Entsprechend aufwendig sei die Behandlung, denn ein einzelnes Gegengift gebe es derzeit nicht. &bdquo;Der medizinische Wissensstand ist eher d&uuml;nn. Entsprechend ist es nicht einfach, gut dokumentierte Behandlungsregime zu finden&ldquo;, sagt Aschoff. Ein einziges Medikament reiche demnach nicht aus. Als wirksam erweise sich eine Kombination aus dem entz&uuml;ndungshemmenden Cortison und antibiotischer Behandlung gegen die Infektion. Am besten helfe das Tragen lang&auml;rmeliger, leichter Bekleidung.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Sollte man den K&auml;fer auf seiner Haut sichten, hei&szlig;t es, ihn vorsichtig und ohne gro&szlig;e Provokation zu entfernen&ldquo;, erkl&auml;rt die Medizinerin und empfiehlt dabei, die Championsfliege sanft wegzupusten und auf keinen Fall zu zerdr&uuml;cken. &bdquo;Anschlie&szlig;end sollte die Haut gut mit Seife und Wasser abgewaschen werden, um potentiell abgesondertes Gift zu entfernen.&ldquo; Denn wer sich R&uuml;ckst&auml;nde des Sekrets unbeabsichtigt in die Augen reibt, riskiert eine kurzzeitige Erblindung.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Angriffslustiges Insekt<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Immer wieder kommt es in l&auml;ndlichen Gebieten zum Kontakt mit dem Insekt. &bdquo;Besonders w&auml;hrend der Regenzeit wird die Championsfliege in Sierra Leone zu einer nationalen Plage, und vor Ort ist oft keine Behandlung zu erwarten&ldquo;, sagt Aschoff. Der K&auml;fer f&uuml;hlt sich im feuchten, tropischen Klima Afrikas besonders wohl, wo er zwischen verrotteten Bl&auml;ttern br&uuml;tet. Mit einer L&auml;nge von f&uuml;nf bis zehn Millimetern ist er leicht zu &uuml;bersehen. Nicht selten sucht das angriffslustige Insekt dabei auch den Kontakt zu Menschen, da es sich vom fluoreszierenden Licht angezogen f&uuml;hlt und gerne mal dem grellen Licht von mobilen Telefonen und Lampen folgt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Im Falle der anfangs erw&auml;hnten Sch&uuml;ler w&auml;hrt die Schreckensherrschaft des gef&uuml;rchteten K&auml;fers nicht lange. Nach anf&auml;nglicher Flucht fassen die Kinder ihren Mut zusammen und gehen mit einer Metallsch&uuml;ssel pr&auml;ventiv gegen das giftige Insekt vor. Vom schweren Boden des K&uuml;chenutensils erdr&uuml;ckt, findet die Championsfliege wenig sp&auml;ter dann ihren Bezwinger.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/giftiger-kaefer-aus-afrika-fernhalten-von-der-championsfliege-16319818.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/giftiger-kaefer-aus-afrika-fernhalten-von-der-championsfliege-16319818.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die afrikanische \u201eChampionsfliege\u201c ist nur wenige Millimeter gro\u00df. Dennoch sollte man sich vom aggressiven K\u00e4fer besser fernhalten. 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