{"id":63654,"date":"2019-08-04T02:59:18","date_gmt":"2019-08-04T02:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63654"},"modified":"2019-08-05T09:28:19","modified_gmt":"2019-08-05T09:28:19","slug":"bundestagsdelegation-menschenrechtsausschuss-in-china-unerwunscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63654","title":{"rendered":"Bundestagsdelegation: Menschenrechtsausschuss in China unerw\u00fcnscht"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der Zaun eines Internierungslagers in Xinjiang vergangenen September. Aus dem Inneren der Lager gibt es vor allem offiziell kontrollierte Propaganda-Bilder.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Zwei Bundestagsaussch&uuml;sse planen Reisen nach China. In einem Fall steht das Projekt in Frage, weil China ein Delegationsmitglied ablehnt. Im anderen Fall droht dem gesamten Ausschuss Einreiseverbot.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">G<\/span>leich zwei geplanten Reisen von Aussch&uuml;ssen des Deutschen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1b34a36aa6174bbd923d9fc7da0a747e2243402b\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundestag\">Bundestags<\/a> nach China droht das Aus. Der Sprecher f&uuml;r Menschenrechte der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, teilte am Samstag in Berlin mit, China weigere sich, den Menschenrechtsausschuss einreisen zu lassen. Zuvor war bekannt geworden, dass auch eine Reise des Bundestagsausschusses Digitale Agenda wegen der Ablehnung der Gr&uuml;nen-Abgeordneten Margarete Bause durch Peking in Frage steht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aus Parlamentskreisen hie&szlig; es, der Menschenrechtsausschuss des Bundestages versuche jedes Jahr, eine China-Reise zu organisieren, werde aber immer abgewiesen. &bdquo;Es geht darum, ein Exempel zu statuieren gegen Menschen, die sich trauen, das Thema Menschenrechte klar anzusprechen und die Finger in die Wunde zu legen&ldquo;, sagte der CDU-Abgeordnete Brand. Das Schwerpunktthema des Menschenrechtsausschusses im Jahr 2019 ist die &bdquo;Lage der religi&ouml;sen Minderheiten in China&ldquo;. Die Delegationsreise des Ausschusses war seit Monaten geplant und sollte den Angaben zufolge im September nach Peking, Lhasa in der autonomen Region Tibet und Urumqi in der westlichen Provinz Xinjiang f&uuml;hren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Menschenrechtsorganisationen und ausl&auml;ndische Regierungen sch&auml;tzen, dass allein in den vergangenen drei Jahren in Xinjiang mehr als eine Million Menschen in Umerziehungslager gesteckt wurden. In aller Regel geh&ouml;ren sie zu den muslimischen Minderheiten. Die Mehrzahl der Inhaftierten sind Uiguren. Viele der etwa zehn Millionen Uiguren f&uuml;hlen sich kulturell, politisch und religi&ouml;s benachteiligt. Peking wirft den Uiguren dagegen vor, f&uuml;r Anschl&auml;ge und Unruhen verantwortlich zu sein. Die meisten der f&uuml;nf bis sieben Millionen Tibeter in China sind Buddhisten und leben in der autonomen Region Tibet im Hochland des Himalaya. Der v&ouml;lkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten, die tibetische Regierung mit dem <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"76631967b7f542e30981f6e8042964561024d9e2\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/dalai-lama\">Dalai Lama<\/a> lebt im indischen Exil. Chinas F&uuml;hrung unterdr&uuml;ckt Unabh&auml;ngigkeitsbestrebungen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Gr&uuml;nen-Abgeordnete tritt f&uuml;r Rechte der Uiguren ein<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nach Angaben aus der Gr&uuml;nen-Fraktion stellt sich Peking au&szlig;erdem gegen die Anreise ihrer Abgeordneten Margarete Bause, die auf der Delegationsliste des Ausschusses Digitale Agenda steht. Auch Bause tritt seit l&auml;ngerem f&uuml;r die Menschenrechte der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4723826e49e7233d23fa6dc4fe6651b63e25d88d\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/uiguren\">Uiguren<\/a> in China ein. &bdquo;Die Ansage der chinesischen Seite, solange ich auf der Delegationsliste stehe, k&ouml;nne der Ausschuss nicht nach China reisen, ist ein absolut inakzeptabler Vorgang&ldquo;, sagte Bause. &bdquo;Ich verstehe das als Versuch, Abgeordnete, die sich laut und deutlich f&uuml;r Menschenrechte einsetzen, zum Schweigen zu bringen&ldquo;, sagte sie. Der Bundestag d&uuml;rfe dieses Vorgehen Chinas nicht hinnehmen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Reise des Ausschusses Digitale Agenda sollte nach bisherigen Planungen vom 23. August bis 1. September stattfinden. Geplant sind Gespr&auml;che in Peking und Shanghai. Die Ausschussmitglieder wollten unter anderem Start-ups und einen Themenpark f&uuml;r K&uuml;nstliche Intelligenz besuchen. Bause sollte als &bdquo;tempor&auml;res&ldquo; Mitglied des Ausschusses f&uuml;r ihren Fraktionskollegen und Ausschuss-Obmann Dieter Janecek an der Reise teilnehmen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bause machte in einem Brief an den Vorsitzenden des Ausschusses deutlich, dass f&uuml;r sie und ihre Fraktion keine Veranlassung bestehe, auf die Reise zu verzichten. Sie wolle weiterhin daran als Teil der Ausschussdelegation teilnehmen. Das Vorgehen werde auch von der Fraktionsgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Britta Ha&szlig;elmann uneingeschr&auml;nkt geteilt. Ha&szlig;elmann schrieb auf Twitter, wer mit und &uuml;ber China spreche, m&uuml;sse auch klar und vernehmbar &uuml;ber Menschenrechte reden. Das t&auml;ten Bause, die Gr&uuml;nen im Bundestag und viele Abgeordnete anderer Fraktionen. &bdquo;Und das ist gut so&ldquo;, betonte die Fraktionsgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/zwei-bundestagsausschuessen-droht-einreiseverbot-in-china-16317243.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/zwei-bundestagsausschuessen-droht-einreiseverbot-in-china-16317243.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Bundestagsaussch\u00fcsse planen Reisen nach China. In einem Fall steht das Projekt in Frage, weil China ein Delegationsmitglied ablehnt. 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