{"id":63593,"date":"2019-07-08T17:17:15","date_gmt":"2019-07-08T17:17:15","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63593"},"modified":"2019-07-30T07:31:39","modified_gmt":"2019-07-30T07:31:39","slug":"duftforschung-wie-riecht-der-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63593","title":{"rendered":"Duftforschung: Wie riecht der Sommer?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ein Hauch Zitrone, und schon wirkt alles sommerlich frisch &ndash; und sauber.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Wie in jeder Jahreszeit, so liegen auch im Sommer ganz bestimmte D&uuml;fte in der Luft. Jeder nimmt sie anders wahr.  F&uuml;r Hanns Hatt hat der Geruch von Teer eine besondere Bedeutung. Was D&uuml;fte f&uuml;r uns so ungeheuer wirkungsvoll macht, erkl&auml;rt der deutsche Geruchsforscher in einem Gespr&auml;ch.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><strong>Herr Hatt, gibt es einen Duft, der sofort Sommergef&uuml;hle weckt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nicht nur den einen. Die Ger&uuml;che von Jahreszeiten werden, wie alle anderen D&uuml;fte auch, vom Menschen erlernt. Im Laufe unseres Lebens lernen wir eben kennen, dass jeweils im Herbst, Winter, Fr&uuml;hling oder nun Sommer in der Luft typische D&uuml;fte in der Luft liegen. Diese verbindet ein Mensch dann mit einer Jahreszeit, das kann individuell jedoch v&ouml;llig unterschiedlich sein, abh&auml;ngig vom Kulturkreis, dem Land oder einer Region. Europ&auml;er werden anders gepr&auml;gt als etwa die Menschen in Asien oder Afrika, weil dort die Natur andere Ger&uuml;che produziert.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>S&uuml;&szlig;e Lindenbl&uuml;te oder Rosenaroma macht also unseren Sommer aus und nicht Zitrone, die ja fremd ist?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auch Zitrone darf als sommerlich gelten. Sie hat einen leichten, s&auml;uerlichen Duft, der bei Hitze angenehm frisch und k&uuml;hlend wirkt, wir trinken so etwas ja jetzt auch gerne, sei es nur mit einem Schnitz im Wasser. In der Natur w&auml;ren es tats&auml;chlich eher Bl&uuml;ten und nat&uuml;rlich der Duft von Obst, das jetzt reift. Manchmal sind es aber auch Ger&uuml;che, die erst durch die Hitze entstehen. F&uuml;r mich &ndash; ich bin nach dem Zweiten Weltkrieg aufgewachsen, damals mussten alle Stra&szlig;en neu gerichtet werden &ndash; ist der Geruch von frischem Teer oder der Sommerregen auf dem hei&szlig;en Asphalt seither ein typischer Sommerduft, und so hat jeder seinen ganz pers&ouml;nlichen. Wir versuchen im Sommer m&ouml;glichst nach Frische und Sauberkeit zu riechen, gerade in Deutschland, um vom intensiveren Schwei&szlig;geruch abzulenken. Fast alle gro&szlig;en Parf&uuml;mh&auml;user bringen daher ihre &bdquo;Summer Editions&ldquo; heraus, die meist Bergamotte oder andere Zitrusnuancen enthalten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Ebenso gibt es schreckliche Sommerger&uuml;che. Wenn jetzt W&auml;lder brennen, findet das keine Nase sch&ouml;n. Warum?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Brandgeruch hat immer zwei Komponenten. Eine schwache, wenn man so will, die wir vom Grillen oder Lagerfeuer kennen: Situationen also, die wir meist als angenehm und gem&uuml;tlich erleben, so empfinden wir auch den Duft. Und dann gibt es diesen stechenden, bei&szlig;enden Teil, der in die Nase steigt und brennt. Dieser intensive Brandgeruch spricht zus&auml;tzlich ein anderes Sinnessystem an, den Nervus trigeminus, unseren Warn- und Schmerznerv, der reagiert, wenn die Konzentration von Duftstoffen sehr hoch ist, sch&auml;dlich f&uuml;r uns. Das Stechen ist ein Signal, eine angeborene Reaktion, durch die wir auch aufwachen w&uuml;rden. Die Nase schl&auml;ft nicht, ist tag- und nachtaktiv, doch beim Hausbrand kommt ihre Warnung leider oft zu sp&auml;t.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Sie erforschen seit Jahrzehnten, wie wir auf Ger&uuml;che reagieren. Das ist ja nicht nur Psychologie, oder?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wir arbeiten an mehreren Systemen. Der Nervus trigemus ist eines davon, und wir haben uns sehr intensiv mit seinen Sensoren besch&auml;ftigt, die eben dazu f&uuml;hren, dass vor hohen Konzentrationen gewarnt wird. Zum Beispiel bei Minze, Peperoni oder Senf &ndash; die Inhaltsstoffe brennen ebenfalls, und zu viel davon ist einfach gef&auml;hrlich.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Wie kommt es zur Reaktion?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Duftmolek&uuml;le k&ouml;nnen in der Nase &uuml;ber zwei Wege wirken. Einerseits stimulieren sie die Riechzellen, die Impulse ans Gehirn schicken, dort werden sie mitsamt der Situation und dem Gef&uuml;hl abgespeichert. Riecht man sie sp&auml;ter wieder, l&auml;sst sich diese Wirkung hervorrufen. So k&ouml;nnen D&uuml;fte ein Wohlbefinden erzeugen oder auch das Gegenteil. Diese Bewertung geschieht bei jedem individuell und ist nicht angeboren, sondern gelernt und anerzogen. Und die Pr&auml;gung beginnt fr&uuml;h, schon im Mutterleib werden wir geschult und &uuml;bernehmen m&uuml;tterliche Vorlieben oder ihre Ablehnung.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>L&auml;sst sich das nutzen, um mit einem Duft gezielt die Stimmung zu heben? <\/strong><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/so-riecht-der-sommer-16271755.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/so-riecht-der-sommer-16271755.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in jeder Jahreszeit, so liegen auch im Sommer ganz bestimmte D\u00fcfte in der Luft. Jeder nimmt sie anders wahr.  F\u00fcr Hanns Hatt hat der Geruch von Teer eine besondere Bedeutung. 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