{"id":63418,"date":"2019-07-25T11:49:16","date_gmt":"2019-07-25T11:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63418"},"modified":"2019-07-30T07:26:35","modified_gmt":"2019-07-30T07:26:35","slug":"geldpolitik-noch-tiefere-ezb-zinsen-werden-immer-wahrscheinlicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63418","title":{"rendered":"Geldpolitik: Noch tiefere EZB-Zinsen werden immer wahrscheinlicher"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Europaflaggen vor der Europ&auml;ischen Zentralbank in Frankfurt<\/div>\n<p class=\"post_description\">Der Rat der Europ&auml;ischen Zentralbank hat seine geldpolitischen Instrumente heute nicht ge&auml;ndert, stellt die M&auml;rkte aber auf fallende Zinsen ein.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>er Rat der Europ&auml;ischen Zentralbank (<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/ezb\" title=\"EZB\">EZB<\/a>) hat entschieden, die wichtigen geldpolitischen Zinss&auml;tze auf dem bisherigen Niveau zu belassen. Das teilte die EZB in einer Pressemeldung vom Donnerstagnachmittag mit. Demnach bleiben der Leitzins unver&auml;ndert bei 0,00 Prozent und der Zinssatz auf Einlagen von Gesch&auml;ftsbanken bei der EZB bei -0,4 Prozent. Auch der Zins f&uuml;r kurzfristiges Zentralbankgeld, das Banken &uuml;ber Nacht bei der EZB leihen, bleibt bei 0,25 Prozent.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der deutsche Aktienindex reagierte mit einem leichten Plus. Deutlicher war die Reaktion bei Staatsanleihen. Die Renditen der deutschen Bundesanleihe und die italienischer Bonds sanken auf ein Rekordtief. Am Nachmittag wird EZB-Pr&auml;sident <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/mario-draghi\" title=\"Mario Draghi\">Mario Draghi<\/a> die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Entscheidung des EZB-Rats erl&auml;utern und sich den Fragen von Finanzjournalisten stellen. Dann sind weitere Reaktionen der B&ouml;rsen zu erwarten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Entscheidung der EZB war dieses Mal mit besonderer Spannung erwartet worden, weil eine weitere Senkung der schon seit Jahren niedrigen Zinss&auml;tze nicht auszuschlie&szlig;en war. Einen solchen Schritt k&ouml;nnte der Zentralbankrat nun auf seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause im September beschlie&szlig;en.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Laut der heutigen Pressemitteilung erwartet der EZB-Rat, dass die Zinsen mindestens bis Ende der ersten Jahresh&auml;lfte 2020 und auf jeden Fall so lang wie n&ouml;tig auf dem aktuellen Niveau bleiben &ndash; oder sogar auf ein noch niedrigeres Niveau sinken werden. Damit will die Zentralbank der Inflation auf die Spr&uuml;nge verhelfen, die aktuell hinter dem Zielwert von zwei Prozent zur&uuml;ckbleibt. Dieses Ziel will die EZB &bdquo;mittelfristig&ldquo; und &bdquo;nachhaltig&ldquo; erreichen. Diese Aussage ist als Signal f&uuml;r eine weitere Lockerung der Geldpolitik zu verstehen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die EZB hat in gro&szlig;em Stil Anleihen gekauft und will die von den Schuldnern erhaltenen Tilgungen weiter wie bisher in den Kauf weiterer Anleihen stecken. Daran will sie auch nach einer k&uuml;nftigen Zinserh&ouml;hung f&uuml;r einen langen Zeitraum festhalten. Dar&uuml;ber hinaus sind jedoch auch zus&auml;tzliche K&auml;ufe von Anleihen durch die EZB denkbar.<\/p>\n<p><a class=\"lookslikebutton\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/kurs\/index\/dax\/DE0008469008\/xetra\/159096\/\">Zur Detailansicht<\/a><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bereits im Juni hatte EZB-Pr&auml;sident Mario Draghi Wirtschaft und Finanzm&auml;rkte rhetorisch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik vorbereitet. Auf einer Konferenz von Notenbankern in der portugiesischen Kleinstadt Sintra hatte Draghi vor einer schwachen Inflation und vor d&uuml;steren Aussichten f&uuml;r die Wirtschaft gewarnt. Sollte sich der Ausblick nicht bessern und die Inflation weiter unter dem Zielwert von zwei Prozent verharren, sei die Notenbank zu neuen Schritten bereit. Draghi erw&auml;hnte damals die Ma&szlig;nahmen zus&auml;tzlicher Zinssenkungen und neuer Anleihek&auml;ufe, mit denen die EZB die Wirtschaft der Eurozone in Schwung bringen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dazu gibt es in der Tat Anlass. Laut des am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten ifo-Gesch&auml;ftsklimas ist die Stimmung in der Industrie so schlecht wie zuletzt im Februar 2009. Das war kurz nach der Finanzkrise. Tr&uuml;b ist nicht nur die Stimmung. Auch die harten Unternehmenszahlen lassen nach. So hat der Autohersteller Daimler im ersten Halbjahr erstmals seit einem Jahrzehnt Verlust gemacht. Kurz zuvor musste Daimler seine Aktion&auml;re gleich zweimal vor sinkenden Gewinnen warnen. Der Chemiekonzern BASF hatte bereits Anfang Juli seine Prognose gekappt. Dem folgte eine ganze Serie von gesenkten Prognosen, etwa durch den Softwareriesen SAP, den Maschinenhersteller Krones oder den Baustoffproduzenten Heidelberg Cement.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Kein Zweifel besteht daran, dass sich die Lage in der Wirtschaft verschlechtert. Trotzdem ist eine lockere Geldpolitik als Stimulus f&uuml;r die Konjunktur umstritten. Sie f&uuml;hrt auch dazu, dass Banken Strafzinsen auf bei der EZB geparktes Geld zahlen m&uuml;ssen und Sparer kaum noch Zinsen erhalten. Am Mittwoch hatte der Pr&auml;sident des Sparkassenverbands in Baden-W&uuml;rttemberg gesagt, dass Strafzinsen auch f&uuml;r Kleinsparer nicht auszuschlie&szlig;en seien, sofern die Zentralbankzinsen langfristig auf niedrigem Niveau bleiben sollten. Wer sich Geld leiht, etwa als Investor oder Bausparer, profitiert von niedrigen Darlehenszinsen. Dadurch steigen jedoch die Preise etwa f&uuml;r Immobilien, sodass Schuldner immer h&ouml;here Kredite aufnehmen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/geldpolitik-tiefere-ezb-zinsen-werden-immer-wahrscheinlicher-16302136.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/geldpolitik-tiefere-ezb-zinsen-werden-immer-wahrscheinlicher-16302136.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rat der Europ\u00e4ischen Zentralbank hat seine geldpolitischen Instrumente heute nicht ge\u00e4ndert, stellt die M\u00e4rkte aber auf fallende Zinsen ein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":63443,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[303],"tags":[350,501,323,6707,502,792,20513],"class_list":["post-63418","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft","tag-dax","tag-ezb","tag-geldpolitik","tag-isin_de0008469008","tag-mario-draghi","tag-zins","tag-zinssatz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63418\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/63443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}