{"id":63250,"date":"2019-07-09T09:19:34","date_gmt":"2019-07-09T09:19:34","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63250"},"modified":"2019-07-15T13:46:50","modified_gmt":"2019-07-15T13:46:50","slug":"griechischer-wein-mit-einer-brise-salz-im-glas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63250","title":{"rendered":"Griechischer Wein: Mit einer Brise Salz im Glas"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der Winzer St&eacute;phane Derenoncourt auf dem Weingut T-Oinos oberhalb des Dorfes Falatados<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die griechische Insel Tinos ist ein eher unwirtlicher Ort. Dem Franzosen St&eacute;phane Derenoncourt gelingt es dennoch, dort einen Spitzenwein anzubauen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">E<\/span>s ist wie auf einem anderen Planeten. Abertausende gewaltige Granitbrocken liegen auf dem 450 Meter hohen Plateau und an den H&auml;ngen der Berge. Als ob ein Riese mit ihnen gerade noch Boule gespielt h&auml;tte. Der Nordwind der Kykladen, der Meltemi, fegt &uuml;ber die Insel Tinos hinweg und auch &uuml;ber den Weinberg oberhalb des Dorfs Falatados. &bdquo;Es ist ein verr&uuml;ckter Ort&ldquo;, sagt der franz&ouml;sische Vigneron St&eacute;phane Derenoncourt. &bdquo;Man wei&szlig; nicht, wo man ist.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Vor drei Jahren war der Weinbaufachmann zum ersten Mal auf die Insel in den n&ouml;rdlichen Kykladen gekommen. Sein Freund G&eacute;rard Margeon, Chefsommelier beim ber&uuml;hmten Sternekoch Alain Ducasse, hatte ihn nach Tinos gebracht, um an diesem merkw&uuml;rdigen Ort <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3a35274fc2f40ffb8f52a642d0a8b29c2fe244aa\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/thema\/wein\">Wein<\/a> zu machen. &bdquo;Ein verr&uuml;ckter, aber auch ein perfekter Ort f&uuml;r Wein&ldquo;, sagt er heute und blickt auf die Trauben, die sein vierter Jahrgang sein werden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ihn zieht die unwirtliche Landschaft im Inselinneren von Tinos an wie wenige andere Orte. Es reizen ihn die Schwierigkeiten, dem heftigen Wind, der trockenen Erde und der starken Sonne einen guten Wein abzutrotzen. Der Wind weht vom nahen Meer, er ist daher salzhaltig, was man im Wein wiederfindet. &bdquo;Wenn man diesen Wein trinkt, soll man Tinos schmecken&ldquo;, sagt Derenoncourt. Zu Hause in Bordeaux k&auml;mpft er gegen den Regen und die Luftfeuchtigkeit. Hier auf Tinos muss er jedoch andere Methoden finden, um einen guten Wein zu produzieren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Reben m&uuml;ssen leiden, damit es ein gro&szlig;er Wein wird&ldquo;, sagt Derenoncourt. Den Wein vergleicht er mit Menschen. Wer eine schwierige Kindheit hatte, k&ouml;nne ein interessanter Mensch werden. Das gelte auch f&uuml;r Weinberge. &bdquo;Diese Trauben hier haben eine Geschichte zu erz&auml;hlen.&ldquo;<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Zum guten Wein war es ein langer Weg<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zw&ouml;lfmal im Jahr kommt Derenoncourt nach Tinos, und er bleibt jeweils einige Tage. In 16 L&auml;ndern arbeitet er als Berater f&uuml;r Weinbau. Angebote aus der Neuen Welt, wo es viel Geld gibt und wo es Mode geworden ist, damit Wein anzubauen, schl&auml;gt er seit einiger Zeit aus. Seine Leidenschaft gilt den Orten aus der Geschichte des Weinbaus, Europa und vor allem der Mittelmeerregion.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Also auch Griechenland, wo er f&uuml;r Alexandros Avatangelos arbeitet. Der aus Korfu stammende Unternehmer hat schon acht Millionen Euro in das Projekt &bdquo;T-oinos&ldquo; gesteckt. Der Name f&uuml;gt Tinos und das griechische Wort f&uuml;r Wein, oinos, zusammen. Sein Geld verdient der Gesch&auml;ftsmann, der lange in Frankreich und Belgien gelebt hat, zwar in anderen Branchen. Seine Leidenschaft ist jedoch der Wein. Ein gro&szlig;er Wein verbinde die Erde mit dem Menschen &ndash; so mache Wein das Unsichtbare sichtbar.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Erst war er lange in Santorini an einem Weingut mit 50 Prozent beteiligt, aus dem er sich jedoch zur&uuml;ckgezogen hat. Im Jahr 2001 besuchte er zum ersten Mal Tinos. Ein Freund, der Bildhauer Praxitelis Tzanoulinos, hatte ihn eingeladen, und der zeigte ihm oberhalb seines Heimatdorfs Falatados einen verlassenen Weinberg &ndash; auf dem jetzt Derenoncourt wieder mit Einwohnern von der Insel arbeitet. Lange hatten die Insulaner zuvor hier schon guten Wein angebaut. Avatangelos kaufte die 13 Hektar und begann wieder mit dem Weinbau. Den ersten Wein gab es 2011. Das Potential war zu erkennen, ein guter Wein war es aber noch lange nicht. Avatangelos holte sich Derenoncourt dazu und auf die Insel.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/die-insel-tinos-soll-den-besten-wein-griechenlands-hergeben-16274531.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/die-insel-tinos-soll-den-besten-wein-griechenlands-hergeben-16274531.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die griechische Insel Tinos ist ein eher unwirtlicher Ort. 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