{"id":63124,"date":"2019-07-14T16:02:51","date_gmt":"2019-07-14T16:02:51","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63124"},"modified":"2019-07-15T13:43:07","modified_gmt":"2019-07-15T13:43:07","slug":"60-prozent-der-arbeitsplatze-familienunternehmen-wirken-ungleichheit-entgegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=63124","title":{"rendered":"60 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze: Familienunternehmen wirken Ungleichheit entgegen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Backpulver von Dr. Oetker, einem der 500 gr&ouml;&szlig;ten Familienunternehmen<\/div>\n<p class=\"post_description\">Der Weltw&auml;hrungsfonds IWF hat mit seiner Kritik an deutschen Familienunternehmen f&uuml;r Aufsehen gesorgt. Doch die Gescholtenen schaffen mehr Arbeitspl&auml;tze als andere Konzerne. Ein Gastbeitrag.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">E<\/span>s l&auml;sst aufhorchen, wenn sich der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9710e8078fadc2ddba3099fa8e0d6558aefb49c4\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/iwf\">Internationale W&auml;hrungsfonds<\/a> (IWF) mit der Rolle der Familienunternehmen in Deutschland besch&auml;ftigt. Endlich, so m&ouml;chte man meinen, erkennt auch der W&auml;hrungsfonds, dass die auf der ganzen Welt t&auml;tigen Familienunternehmen in Deutschland ma&szlig;geblich zum Wohlstand beitragen. &Uuml;berraschenderweise sieht der IWF jedoch wenig Licht und viel Schatten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der W&auml;hrungsfonds betrachtet die St&auml;rke der gro&szlig;en deutschen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"794a021b5697f305a125ed2d1c5bc634eab4609e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/familienunternehmen\">Familienunternehmen<\/a> als Hauptgrund f&uuml;r eine ungleiche Verm&ouml;gensverteilung. In der Studie hei&szlig;t es provozierend, in Deutschland liege das gr&ouml;&szlig;te Verm&ouml;gen in der Hand von &bdquo;Industriedynastien&ldquo;. Diese Aussage ist grob falsch. Die soziale Marktwirtschaft beweist das Gegenteil.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Es verunsichert, dass dem W&auml;hrungsfonds wesentliche Erkenntnisse abhandengekommen sind. Es sind ja gerade die Familienunternehmen, die ungleiche Entwicklungen in vielf&auml;ltiger Weise verhindern. Auf die Familienunternehmen entfallen in Deutschland knapp 60 Prozent aller Arbeitspl&auml;tze. Somit sind sie es, die daf&uuml;r sorgen, dass <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"ab82d57e0d81b5184e0b06f19eab1694f22b447b\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/soziale-gerechtigkeit\">Ungleichheit<\/a> durch Arbeitslosigkeit weitgehend vermieden wird. Der W&auml;hrungsfonds gab in der Vergangenheit mehrfach Anlass zu Verwunderung.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6ce2210e9644b40d16fe355faf3787c9bd01d78c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/bundesregierung\">Bundesregierung<\/a> in den Jahren nach der Finanzkrise den Staatshaushalt in Ordnung brachte, musste sich Berlin der Kritik des IWF erwehren. Aus Washington hie&szlig; es, Deutschland d&uuml;rfe es mit dem Sparen nicht &uuml;bertreiben. Auch die Erfolge unserer Exportunternehmen, die sich im deutschen Leistungsbilanz&uuml;berschuss widerspiegeln, sto&szlig;en beim IWF auf Unverst&auml;ndnis. Die aktuelle Analyse des IWF ist einseitig, unangemessen und fehlerhaft.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Heimliche Weltmarktf&uuml;hrer<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"7cb6139b04081c95ca5116641f37db50ac6cbec2\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/waehrungsfonds\">W&auml;hrungsfonds<\/a> verkennt, wie wichtig Familienunternehmen f&uuml;r das Land sind. Es sind die Familienunternehmen, die &uuml;berall in Deutschland den Jobmotor am Laufen halten. Sie sind selten in gro&szlig;en Ballungszentren, sondern mehr in l&auml;ndlichen Regionen t&auml;tig und wirken damit einem regionalen Gef&auml;lle entgegen. Trotz fortschreitender Globalisierung zahlen sie den Gro&szlig;teil ihrer Steuern im Heimatland.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Urteil des IWF, wenige gro&szlig;e Familienunternehmen hielten die F&auml;den der deutschen Wirtschaft in der Hand, ist unsinnig. Es ist gerade die Vielfalt an Familienunternehmen, die f&uuml;r unseren Wohlstand sorgt und um die uns das Ausland beneidet. In Deutschland gibt es allein 1300 heimliche Weltmarktf&uuml;hrer, die auf Nischenm&auml;rkten auf der ganzen Welt t&auml;tig sind.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die 500 gr&ouml;&szlig;ten Familienunternehmen, dazu z&auml;hlen bekannte Namen wie die Schwarz-Gruppe, Oetker, Stihl und K&auml;rcher, haben im vergangenen Jahrzehnt mehr Arbeitspl&auml;tze in Deutschland geschaffen als die anonymen Dax-Unternehmen. W&auml;hrend die Top-500-Familienunternehmen die Zahl der Besch&auml;ftigten im Inland um 23 Prozent erh&ouml;hten, stieg bei besagten Dax-Konzernen im Streubesitz die Inlandsbesch&auml;ftigung nur um vier Prozent.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die vom IWF aufgeworfene Frage nach der Verm&ouml;genskonzentration muss im historischen Kontext betrachtet werden. Die deutschen Familienunternehmen sind so erfolgreich, weil sie langfristig und nachhaltig wirtschaften. Sie streben danach, das Unternehmen an die n&auml;chste Generation zu &uuml;bergeben. Im Lauf der Zeit sind auf diese Weise gro&szlig;e, international agierende Familienunternehmen entstanden &ndash; und damit auch gro&szlig;e Verm&ouml;gen. Das ist aber kein Nachteil, wie der IWF f&auml;lschlicherweise glaubt, sondern dies sichert unsere Wettbewerbsf&auml;higkeit. Denn diese Verm&ouml;gen sind produktiv im Unternehmen gebunden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">F&uuml;r Familienunternehmen ist es typisch, dass sie Gewinne wieder investieren. Der im vergangenen Jahr verstorbene langj&auml;hrige Trumpf-Chef Berthold Leibinger hat einmal gesagt: &bdquo;Ich war immer der Meinung, dass die erarbeiteten Gewinne zuerst dem Unternehmen zur Verf&uuml;gung stehen m&uuml;ssen.&ldquo; Nach dieser Maxime verfahren die meisten Familienunternehmen. Das bedeutet mehr Investitionen und Arbeitspl&auml;tze. Die starke Substanz der Familienunternehmen hat nachweislich geholfen, Krisenzeiten ohne Massenentlassungen zu &uuml;berstehen. Es w&auml;re fahrl&auml;ssig, das &auml;ndern zu wollen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die wirtschaftspolitischen Ratschl&auml;ge, die der IWF der Politik erteilt, &uuml;berzeugen in keiner Weise. Der W&auml;hrungsfonds empfiehlt, Verm&ouml;gen st&auml;rker zu besteuern und regt insbesondere h&ouml;here Erbschaftsteuern an. Dabei ignoriert der IWF v&ouml;llig, dass Deutschland l&auml;ngst ein H&ouml;chststeuerland geworden ist. Seit der bislang letzten Unternehmensteuerreform sind elf Jahre vergangen. Im Steuerwettbewerb f&auml;llt Deutschland immer weiter zur&uuml;ck. In dieser Situation h&ouml;here Erbschaftsteuern zu fordern ist unverantwortlich. Seit der Erbschaftsteuerreform des Jahres 2016 ist die &Uuml;bergabe des betrieblichen Verm&ouml;gens an die n&auml;chste Generation mit erheblichen Belastungen verbunden. Das beweist das steigende Erbschaftsteueraufkommen. Neue Belastungen w&auml;ren Gift f&uuml;r unser Land.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Analyse des IWF &uuml;bersieht, dass Deutschland bei der Einkommensverteilung gut abschneidet. Staaten mit hoher Substanzbesteuerung und einem hohen Anteil b&ouml;rsennotierter Unternehmen sind uns jedenfalls nicht &uuml;berlegen. Misst man die Einkommensungleichheit, dann steht Deutschland besser da als die &uuml;brigen G-7-Staaten Vereinigten Staaten, Gro&szlig;britannien, Frankreich Italien, Japan und Kanada. Zu Alarmismus besteht jedenfalls keinerlei Anlass.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><em><strong>Brun-Hagen Hennerkes<\/strong> ist Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Familienunternehmen.<\/em><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/familienunternehmen-wirken-der-ungleichheit-entgegen-16284576.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/familienunternehmen-wirken-der-ungleichheit-entgegen-16284576.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltw\u00e4hrungsfonds IWF hat mit seiner Kritik an deutschen Familienunternehmen f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Doch die Gescholtenen schaffen mehr Arbeitspl\u00e4tze als andere Konzerne. 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