{"id":62995,"date":"2019-07-02T19:08:48","date_gmt":"2019-07-02T19:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62995"},"modified":"2019-07-08T09:42:27","modified_gmt":"2019-07-08T09:42:27","slug":"barkeeper-jim-meehan-kommt-nach-der-gin-welle-jetzt-der-rum-hype","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62995","title":{"rendered":"Barkeeper Jim Meehan: Kommt nach der Gin-Welle jetzt der Rum-Hype?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Jim Meehan m&ouml;chte Rum zu mehr Ansehen unter Sommeliers verhelfen.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Ist Rum in der Cocktail-Welt nach Gin das n&auml;chste gro&szlig;e Ding? Der Barkeeper, Unternehmer und Buchautor Jim Meehan will Rum aus seinem Schattendasein befreien &ndash; und ihn auf eine Stufe mit Whiskey, Gin, Wodka, Tequila und Weinbrand heben.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\">&bdquo;Daiquiris geh&ouml;ren zu den schwierigsten Drinks auf der ganzen Welt. &Uuml;berall versuche ich, Barkeeper zu &uuml;berzeugen, sie mit ihren H&auml;nden zuzubereiten und nicht im Mixer.&ldquo; Jim Meehan l&auml;uft an einem Freitagnachmittag Ende Juni vor der Bar im &bdquo;Gekkos&ldquo; in Frankfurt auf und ab. Hinter ihm bereiten zwei Barkeeper gerade den Daiquiri vor, der wenig sp&auml;ter rund 20 Kollegen serviert wird, die zu Meehans &bdquo;Bar Takeover&ldquo; gekommen sind. Aufmerksam folgen sie seinen Ausf&uuml;hrungen. Meehan redet eindringlich und engagiert, immer wieder muss er seine Stimme erheben, um das klackernde Eis in den Cocktail-Shakern der Barm&auml;nner zu &uuml;bert&ouml;nen. &bdquo;Besonders schwierig war es vor zehn Jahren. Der Daiquiri war in vielen Bars un&uuml;blich.&ldquo; Vor allem, weil Rum, die Basis f&uuml;r den Daiquiri, damals einfach als ein billiges Getr&auml;nk ohne Charakter gegolten habe.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Jim Meehan, Barkeeper, Sommelier, Unternehmer und Buchautor, hat eine Mission: Er will den Rum aus seinem Schattendasein befreien. &bdquo;Rum wurde von Barkeepern immer als eine Art billige Ware behandelt&ldquo;, sagt Meehan. &bdquo;Viele Barkeeper betrachten Rum als Bestandteil von un&uuml;berlegten Drinks wie Pi&ntilde;a Colada, Strawberry Daiquiri oder anderen, die nicht die gleiche Wertsch&auml;tzung verdienen wie etwa ein Gin Martini oder ein Sazerac.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Seit Beginn der Cocktail-Renaissance Ende der achtziger Jahre sind Spirituosen st&auml;rker in den Blick von Sommeliers geraten, zuletzt hatte Gin einen steilen Aufstieg erlebt. Ist jetzt Rum das n&auml;chste gro&szlig;e Ding? Auf solche Vorhersagen l&auml;sst sich Meehan nicht ein. Auch auf einen Drink f&uuml;r den Sommer 2019 will sich Meehan nicht festlegen. Sein Lieblingsdrink sei immer der, den er gerade zubereitet habe. &bdquo;Gute Barkeeper m&uuml;ssen sich auf deine Bed&uuml;rfnisse, auf den Ort, auf den Moment einlassen. Sie m&uuml;ssen extrem pr&auml;sent sein.&ldquo; Daher will Meehan als Barkeeper auch keine der &bdquo;base spirits&ldquo; &ndash; also Wodka, Gin, Rum, Tequila, Whisk(e)y und Weinbrand &ndash; hervorheben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als Unternehmer hat er sich allerdings auf Rum fokussiert. Wegen seiner Au&szlig;enseiterrolle sei Rum aus wirtschaftlicher Sicht am interessantesten, sagt Meehan. Als einer von f&uuml;nf Gr&uuml;ndern ist er seit 2008 bei &bdquo;Banks Rum&ldquo; dabei und war an der Entwicklung des &bdquo;Banks 5 Island&ldquo; und des &bdquo;Banks 7 Golden Age&ldquo; beteiligt. &bdquo;Die beiden Blends geh&ouml;ren zu den wenigen, die Rumsorten aus der West- und Ostkaribik mischen und sind die einzigen mit Batavia Arrack von der indonesischen Insel Java&ldquo;, sagt Meehan. Er sieht Banks als Pionier unter den Rum-Blends: &bdquo;Vor zehn Jahren hat man Rum als etwas S&uuml;&szlig;es betrachtet, das nicht wie Whiskey oder Cognac trocken und vielschichtig sein kann.&ldquo; Um das Gegenteil zu beweisen, hat er im Jahr 2010 den &bdquo;Flamingo&ldquo; entworfen: Banks 5 Island, Pink Grapefruit Soda, Limettensaft, Limettenachtel. Er soll f&uuml;r Banks das werden, was Gin Tonic f&uuml;r den Aufstieg der Premium-Gins war, was der Moscow Mule f&uuml;r Smirnoff, der Cuba Libre f&uuml;r Bacardi, Jacky-Cola f&uuml;r Jack Daniels ist: ein Signature-Drink.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Meehan war zu einer Kurzvisite in Frankfurt. Von der Stadt erhoffte er sich gr&ouml;&szlig;ere Aufmerksamkeit, als er sie etwa in Berlin bekommt. &bdquo;In Berlin ist es wie in New York und Los Angeles: Man konkurriert immer mit &auml;hnlichen Events, die gleichzeitig stattfinden.&ldquo; Deswegen seien f&uuml;r ihn in den Vereinigten Staaten die kleineren St&auml;dte interessanter: Milwaukee, Pittsburgh, Cleveland, Nashville &ndash; auch weil die Barkultur dort noch lebendiger sei und sich noch entwickele.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dabei hatte Meehan seinen endg&uuml;ltigen Durchbruch in New York, wo er 2007 die Bar &bdquo;Please Don&rsquo;t Tell&ldquo; gr&uuml;ndete, die mittlerweile als eine der renommiertesten der Welt gilt. Sie steht in der Tradition der &bdquo;Speakeasy&ldquo;-Bars, die in der Zeit der Prohibition entstanden. Die Bar ist hinter dem &bdquo;Crif Dogs&ldquo;, einem Hot-Dog-Restaurant versteckt. Wer hineingehen will, muss im &bdquo;Crif Dogs&ldquo; in einer Telefonzelle am H&ouml;rer um Einlass bitten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Angefangen hatte Meehans Barkeeper-Karriere schon viel fr&uuml;her, im Jahr 1995. Vor der Stadtgrenze von Chicago aufgewachsen, war Meehan zum Studium nach Madison gezogen. Dort fand er einen Job in der Bar &bdquo;State Street Brats&ldquo;, wo er sich hocharbeitete &ndash; vom T&uuml;rsteher bis zum Manager. Mit 22 entschied er dann, eine Karriere als Barkeeper einzuschlagen. 2002, vier Jahre sp&auml;ter, zog es ihn nach New York, wo er wieder ganz unten anfing, als Tellerw&auml;scher in einem Restaurant.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In seinem neuesten Buch, dem &bdquo;Bartender Manual&ldquo;, besch&auml;ftigt er sich auf fast 500 Seiten mit dem Beruf des Barkeepers &ndash; und allem, was dazu geh&ouml;rt: Bar-Design, Service, Gastfreundschaft, Auswahl der Spirituosen. Und nat&uuml;rlich Cocktails. &bdquo;In meinem ersten Buch ging es nur um die Cocktails, in diesem Buch habe ich mich mit der gesamten Bar-Kultur befasst&ldquo;, sagt Meehan. Von der k&ouml;nne die Gesellschaft etwas lernen. &bdquo;Barkeeper setzen klare Priorit&auml;ten und gehen Probleme beherzt an, anstatt sie zu ignorieren oder vor ihnen wegzulaufen.&ldquo; Meehan beunruhigt neben dem Klimawandel vor allem die zunehmende Polarisierung, die meisten seiner Tweets befassen sich mit gesellschaftlichen Themen. &bdquo;Barkeeper haben einen sehr pers&ouml;nlichen, menschlichen Job. Man muss mit dem Barkeeper reden, um einen Drink zu bekommen. Und ich denke, je mehr wir pers&ouml;nlich miteinander reden und nicht &uuml;ber Social Media, desto eher k&ouml;nnen wir wieder zueinander finden.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">F&uuml;r das zweite &bdquo;Takeover&ldquo; hatte sich Meehan in Frankfurt das &bdquo;Hunky Dory&ldquo; ausgesucht. Anders als im &bdquo;Gekkos&ldquo; hielt sich das Interesse dort in Grenzen. Eine Handvoll G&auml;ste waren da, die erst vor Ort von der Veranstaltung erfuhren. &bdquo;Gestern hatten wir auch ein Takeover, da war volles Haus&ldquo;, sagte Armin Azadpour, der die Bar 2016 er&ouml;ffnet hat. &bdquo;Da steckt man oft nicht drin.&ldquo; Vielleicht l&auml;sst der gro&szlig;e Rum-Hype einfach noch auf sich warten.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/jim-meehan-will-rum-aus-seinem-schattendasein-befreien-16264733.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/jim-meehan-will-rum-aus-seinem-schattendasein-befreien-16264733.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Rum in der Cocktail-Welt nach Gin das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding? 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