{"id":62706,"date":"2019-06-25T14:16:37","date_gmt":"2019-06-25T14:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62706"},"modified":"2019-07-01T13:29:52","modified_gmt":"2019-07-01T13:29:52","slug":"dieselloks-klassische-kraftpakete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62706","title":{"rendered":"Dieselloks: Klassische Kraftpakete"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Die Bundesbahn-Baureihe V 60 ist auch nach mehr als 50 Jahren noch im Dienst.<\/div>\n<p class=\"post_description\">F&uuml;r das Rangieren der Intercity-Z&uuml;ge im Frankfurter Hauptbahnhof sind bis zu vier alte Dieselloks im Einsatz. Die zuverl&auml;ssigen Arbeiter der Baureihe V 60 sind mehr als 50 Jahre alt.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>rei Rads&auml;tze mit Speichenr&auml;dern, von Kuppelstangen mit satt in der Sonne gl&auml;nzenden Lagern verbunden: Das ist klassische, tief in der Historie verankerte Lokomotivtechnik. Das ist heute alles Geschichte? Keineswegs. Denn das bew&auml;hrte System macht sich auch im 21. Jahrhundert noch n&uuml;tzlich. Zum Beispiel in den Diesel-Rangierlokomotiven der Baureihe V 60. Bis zu vier St&uuml;ck davon sind t&auml;glich bei der Abwicklung des modernen Fernverkehrs der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"2c8485399ba5853abb187a70d476d39491b77207\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/deutsche-bahn\">Deutschen Bahn<\/a> im Hauptbahnhof Frankfurt am Main im Einsatz, einem der wichtigsten Bahn-Knotenpunkte Deutschlands.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die roten Kraftpakete geh&ouml;ren eigentlich zu <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1cc9c0b1fcaf913d4f67dcd3a671866c8845b06c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/db-cargo\">DB Cargo<\/a>. Aber rangiert werden von ihnen heute nur noch Intercity-Z&uuml;ge: Sie holen die Z&uuml;ge zum Beispiel am Bahnsteig ab und bringen sie auch wieder dorthin, wenn die Wagen zur Revision oder Reparatur ins nahe Werk Griesheim gehen. Und die V 60 &uuml;bernehmen auch die Logistik der Z&uuml;ge zur Waschanlage, das ist wichtig f&uuml;r den sauberen Auftritt der wei&szlig;en Fernreiseflotte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wir erklimmen die Leiter zum F&uuml;hrerstand von 363 218 &ndash; so hei&szlig;t unsere V 60, die 1963 von Krupp mit der Fabriknummer 4630 gebaut worden ist. Die Zahl 363 verr&auml;t, dass es sich um eine Rangierlok f&uuml;r den mittleren Dienst mit Funkfernsteuerung und nachger&uuml;stetem Caterpillar-Motor handelt, erkl&auml;rt der 43 Jahre alte Roman Riller. Der Lokf&uuml;hrer bei der Deutschen Bahn in Frankfurt ist Ausbilder und Praxistrainer von Triebfahrzeugf&uuml;hrern f&uuml;r die V 60.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Riller kennt die Technik der Lok im Detail. Das gilt f&uuml;r die urspr&uuml;nglichen Systeme mit ihren massiven Bedienelementen genauso wie f&uuml;r die nachger&uuml;stete Technik von der Funkfernsteuerung &uuml;ber die Rangierkupplung bis zum Caterpillar-Dieselmotor. Dieser treibt &uuml;ber ein Str&ouml;mungsgetriebe und ein mechanisches Nachschaltgetriebe eine Blindwelle an. Diese wirkt wiederum &uuml;ber Kuppelstangen auf die drei Rads&auml;tze, mit denen sie in einer Ebene liegt.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Vorgl&uuml;hen, dann startet Riller den Motor. Langsam setzt sich die V 60 in Bewegung. Der Lauf ist leicht schwankend, typisch f&uuml;r den Antrieb &uuml;ber Kuppelstangen. Wirklich Tempo machen kann die Lok hier in Sichtweite der Bahnhofshalle nicht. Das geschieht nur, wenn sie nach Mainz-Bischofsheim &uuml;berf&uuml;hrt wird, wo sich DB Cargo um die laufenden Wartungs- und Unterhaltungsarbeiten an den t&auml;glich arbeitenden Klassikern k&uuml;mmert. Dann l&auml;uft die Lok bis zu 60 km\/h schnell &uuml;ber die Gleise der von der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft gebauten und 1863 er&ouml;ffneten Mainbahn von Frankfurt nach Mainz.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ihren heutigen Namen bekam die V 60 Ende der 1990er-Jahre, als der Caterpillar-Motor den urspr&uuml;nglichen V12-Diesel von Maybach (GTO 6, eine Weiterentwicklung der schnelllaufenden V12-Motoren in den legend&auml;ren Schnellverkehrstriebwagen der Vorkriegszeit) ersetzte. Mit zwei Turboladern kommt die neue Maschine auf 650 PS Leistung. Der Caterpillar-Motor hat ebenfalls V12-Zylinder und 27 Liter Hubraum. Der Maybachmotor hatte sage und schreibe 48,2 Liter Hubraum.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Auch eine Art 68er-Revolution<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zur&uuml;ck zur V 60: Sie hat seit der Nachr&uuml;stung knapp 70&#8198;000 Betriebsstunden gesammelt. &bdquo;Trotz des hohen Kurzstreckenanteils ist das ein top gepflegter und zuverl&auml;ssiger Motor&ldquo;, sagt Riller.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zum ersten Mal umgetauft wurde die Lok schon 1968. Seinerzeit stellte die damalige Bundesbahn ihre Baureihenbezeichnungen des kompletten Fuhrparks gem&auml;&szlig; UIC-Standard auf computerlesbare Typen um &ndash; auch eine Art 68er-Revolution. Der Buchstabe &bdquo;V&ldquo; f&uuml;r Brennkraftlokomotiven fiel damals weg, stattdessen wurde den Dieselloks eine Ziffer 2 vorangestellt. Unsere Krupp-Lok hie&szlig; nun 261&#8198;218.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Insgesamt sieben Maschinen umfasst der Bestand an V 60, auf den die DB f&uuml;r den Rangierdienst im Frankfurter Hauptbahnhof zur&uuml;ckgreifen kann. Alle sind sie deutlich &auml;lter als 50 Jahre, haben mithin die 30-Jahre-Grenze f&uuml;r die W&uuml;rdigung als echte Oldtimer l&auml;ngst &uuml;berschritten. Jeder Liebhaber klassischer Automobile bekommt gl&auml;nzende Augen bei einem Fahrzeug mit solchem Pedigree. Das geht Eisenbahn-Fans nicht anders. Blo&szlig; ein H-Kennzeichen gibt es f&uuml;r die flei&szlig;igen Rangierdiesel nicht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aber wie steht es um die Ersatzteilversorgung? Diese ist nicht nur bei Auto-Oldtimern ein Thema, sagt Fachmann Riller. Zum Gl&uuml;ck wurden mehr als 900 Exemplare der V 60 gebaut, es ist also keine Splittergattung mit exotischer Technik. Bei manchen Bauteilen setzt die Bahn auf Wiederverwendung: In der Werkstatt Mainz-Bischofsheim hat man ein Lager mit gut erhaltenen Teilen aus anderen V 60 angelegt. Komponenten weiterer Systeme, wie zum Beispiel der Zugsicherung PZB 90 (punktf&ouml;rmige Zugsicherung, eine Weiterentwicklung der induktiven Zugsicherung Indusi), werden von der Bahn aufgearbeitet und wieder eingesetzt. &bdquo;F&uuml;r mich ist das ein Beispiel daf&uuml;r, wie nachhaltig die Bahn auch hier unterwegs ist&ldquo;, verdeutlicht Riller.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Machten das Alter der Maschinen und die etwas archaisch anmutende Technik denn die Wartung besonders aufwendig? &bdquo;Nein&ldquo;, sagt Roman Riller, &bdquo;die typischen Kuppelstangen zum Beispiel sind dank der Fettpakete in den Lagern relativ wartungsarm.&ldquo; Bis zu 100 Kilometer t&auml;glich legt eine V 60 am Tag zur&uuml;ck, auch wenn sie nur im Hauptbahnhof selbst unterwegs ist. Schlie&szlig;lich ist dessen Gleisvorfeld rund sieben Kilometer lang. Da kommt bei der Wagenlogistik zwischen Bahnhof, Abstellanlage und Werk Griesheim einiges zusammen. Und dabei wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Denn Triebz&uuml;ge wie ICE, TGV und ECE, aber auch die lokbespannten Intercity 2 und der k&uuml;nftige ECx brauchen zwar keine Rangierloks mehr. Solange aber die klassischen Reisewagen-Garnituren im Intercity-Dienst der Bahn in Frankfurt bereitgestellt werden oder enden, solange sind auch die kraftvollen kleinen Oldtimer mit ihren wirbelnden Kuppelstangen gefragt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/motor\/frankfurter-bahnhof-die-deutsche-bahn-hat-dieselloks-im-einsatz-16249269.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/motor\/frankfurter-bahnhof-die-deutsche-bahn-hat-dieselloks-im-einsatz-16249269.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr das Rangieren der Intercity-Z\u00fcge im Frankfurter Hauptbahnhof sind bis zu vier alte Dieselloks im Einsatz. 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