{"id":62545,"date":"2019-06-30T12:33:34","date_gmt":"2019-06-30T12:33:34","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62545"},"modified":"2019-07-01T13:23:24","modified_gmt":"2019-07-01T13:23:24","slug":"biz-in-basel-bank-der-notenbanken-erkennt-erstes-krisensignal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62545","title":{"rendered":"BIZ in Basel: Bank der Notenbanken erkennt erstes Krisensignal"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">BIZ-Chef Augustin Carstens (l) im April 2019 in Washington<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich warnt davor, der Geldpolitik die Hauptverantwortung f&uuml;r die St&uuml;tzung der Weltkonjunktur aufzub&uuml;rden. Sorge bereitet ihr der Anstieg der Unternehmensschulden.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Abh&auml;ngigkeit des Wirtschaftswachstums von der lockeren Geldpolitik mit niedrigen, in Europa vielfach negativen Zinsen dauert der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) inzwischen zu lange. In ihrem am Sonntag ver&ouml;ffentlichten Jahresbericht fordert die Bank der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"1b81eeb7154a4597281076dc4309ae628917738e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/notenbank\">Notenbanken<\/a> eine bessere Gewichtung von Geldpolitik, Fiskalpolitik, Strukturreformen und Finanzmarktregulierung.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Geldpolitik k&ouml;nne nicht l&auml;nger der Hauptmotor des Wirtschaftswachstums sein, schreibt die in Basel ans&auml;ssige BIZ, die nicht nur die Devisenreserven von Notenbanken verwaltet, sondern auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Analyse von Geldpolitik und Finanzm&auml;rkten t&auml;tig ist. Die unterst&uuml;tzende Geldpolitik sei insgesamt angemessen und erfolgreich gewesen, sagte BIZ-Generaldirektor Agustn Carstens in der Telefonkonferenz zum Jahresbericht. Sie hat seiner Ansicht nach die wirtschaftliche Erholung gef&ouml;rdert, auch wenn die Inflationsraten noch nicht ganz bei den Zielwerten l&auml;gen. Nun m&uuml;sse man aber vorsichtig sein.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die BIZ h&auml;lt den angemessenen Einsatz staatlicher Ausgaben f&uuml;r einen Schritt hin zu einem ausgewogeneren Verh&auml;ltnis gegen&uuml;ber der Geldpolitik. Doch dies sei eher dort der Fall, wo es fiskalischen Spielraum gebe. &Uuml;berschuldete Staaten sollten dagegen der Haushaltskonsolidierung den Vorrang geben. &bdquo;Das hei&szlig;t nicht, dass die Geldpolitik keinen Spielraum mehr hat, der Raum f&uuml;r geldpolitischen Aktivismus ist aber enger geworden&ldquo;, betonte Carstens. Eine expansive Geldpolitik &uuml;ber sehr lange Zeit erh&ouml;he die Gefahren f&uuml;r die Finanzstabilit&auml;t, es k&ouml;nne zu Fehlbewertungen von Verm&ouml;genswerten kommen und zur Untersch&auml;tzung von Risiken.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Die niedrigen Zinsen haben den Verschuldungsaufbau beg&uuml;nstigt&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als erstes Krisenzeichen nennen die BIZ-Volkswirte den Anstieg der Unternehmensschulden, vor allem in den Vereinigten Staaten. Das Volumen an riskanten Krediten habe auf rund 3 Billionen Dollar zugenommen, wobei die Vergabestandards aufgeweicht worden seien. Diese Entwicklung werde durch die hohe Nachfrage von Anlegern unterst&uuml;tzt, die auf der Suche nach etwas h&ouml;heren Renditen seien. Die BIZ wertet die Unternehmensschulden als das &bdquo;am besten sichtbare Symptom einer m&ouml;glichen &Uuml;berhitzung&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">BIZ-Generaldirektor Carstens bezeichnete den Anstieg der Unternehmensschulden als besonders schnell. Dieser sei insbesondere durch die Begebung von Anleihen erfolgt. &bdquo;Hier gibt es verst&auml;rkte Ausfallrisiken&ldquo;, sagte Carstens. In den Vereinigten Staaten haben vor allem Unternehmen mit geringer Kreditw&uuml;rdigkeit die g&uuml;nstigen Finanzierungsbedingungen genutzt, um Anleihen (High Yield Bonds) zu begeben. &bdquo;Die niedrigen Zinsen haben den Verschuldungsaufbau beg&uuml;nstigt&ldquo;, sagte Carstens.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein weiteres Risiko stellen f&uuml;r die BIZ die angespannten Handelsbeziehungen dar. Mit Blick auf den Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China erkl&auml;rte Carstens: &bdquo;Handelskriege kennen keine Sieger.&ldquo; Die angespannten Handelsbeziehungen tr&uuml;bten nicht nur die Aussichten f&uuml;r die Nachfrage und die Investitionen, sondern sie stellten auch die Fortdauer der bestehenden Lieferketten und sogar die Zukunft des globalen Handelssystems in Frage.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sorge bereitet der BIZ die schwache Ertragslage einiger Banken, insbesondere in Europa. Die Institute m&uuml;ssten sich bessere Gesch&auml;ftsmodelle ausdenken, ihre Altlasten aufr&auml;umen und moderne Technologien nutzen, sagte Carstens. Besonders in Europa stehe man vor dem Problem, dass es zu viele Banken gebe. &bdquo;Eine gewisse Konsolidierung ist notwendig, um die Kosten zu reduzieren und die Profitabilit&auml;t zu erh&ouml;hen&ldquo;, sagte der BIZ-Generaldirektor.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein weiteres Konjunkturrisiko stellt f&uuml;r die BIZ-Volkswirte der Schuldenabbau in einigen Schwellenl&auml;ndern, vor allem in China, dar. In der vergangenen Woche hatte die BIZ schon einen Sonderbeitrag aus dem Jahresbericht zu dem Einstieg gro&szlig;er Internetkonzerne in das Finanzgesch&auml;ft vorab ver&ouml;ffentlicht (F.A.Z. vom 24. Juni). Die Risiken gehen demnach &uuml;ber die Finanzstabilit&auml;t hinaus und betreffen auch den Datenschutz. Zugleich k&ouml;nnten Facebook, Google &amp; Co. breitere Bev&ouml;lkerungskreise in den Finanzkreislauf einbeziehen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/biz-sorgt-sich-um-den-anstieg-der-unternehmensschulden-16261561.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/konjunktur\/biz-sorgt-sich-um-den-anstieg-der-unternehmensschulden-16261561.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich warnt davor, der Geldpolitik die Hauptverantwortung f\u00fcr die St\u00fctzung der Weltkonjunktur aufzub\u00fcrden. 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