{"id":62371,"date":"2019-06-16T18:30:07","date_gmt":"2019-06-16T18:30:07","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62371"},"modified":"2019-06-24T10:28:59","modified_gmt":"2019-06-24T10:28:59","slug":"architekt-frank-lloyd-wright-da-dreht-was","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=62371","title":{"rendered":"Architekt Frank Lloyd Wright: Da dreht was"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Runde Sache: Den Showroom in Manhattan gestaltete der Architekt Frank Lloyd Wright mit sanft nach oben schwingenden spiralf&ouml;rmigen Ausstellungsfl&auml;chen.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Frank Lloyd Wright schuf nicht nur monumentale Bauwerke wie das Guggenheim-Museum &ndash; sondern auch ein Autohaus in Manhattan. Mit einem neuartigen Showroom setzte er Standards, die bis heute gelten.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">F<\/span>rank Lloyd Wright, 1867 im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin geboren, galt schon Ende der vierziger Jahre als einer der gro&szlig;en Architekten des 20. Jahrhunderts. Auch mit mehr als 80 Jahren war er noch voller Schaffensdrang. Architektur erreichte f&uuml;r ihn nur dann ihr Ziel, wenn sie den Bed&uuml;rfnissen der Menschen ebenso Rechnung trug wie der Natur, die sie umgab &ndash; ein Ansatz, den er als organische oder wesentliche Architektur bezeichnete.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Frank Lloyd Wright betrachtete ein Geb&auml;ude als Einheit, daher bet&auml;tigte er sich auf Wunsch des Kunden auch als Designer, der etwa M&ouml;bel oder Essgeschirr gestaltete. Das ber&uuml;hmteste Beispiel organischer Architektur neben seinen &bdquo;Pr&auml;rie-H&auml;usern&#8220; ist das Anwesen von Edgar J. Kaufmann in Mill Run im Bundesstaat Pennsylvania, 1935 bis 1939 errichtet, das als Fallingwater in die Architekturgeschichte einging.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wright schuf in seiner langen Laufbahn das Guggenheim-Museum in New York, Hunderte Villen f&uuml;r betuchte Kunden und Firmensitze wie das Larkin Building in Buffalo im Bundesstaat New York (1905) oder das Johnson Building in Racine (Wisconsin, 1939). Dazu kamen sakrale Bauwerke wie der Unity Temple in Oak Park in Illinois (1907) und die Beth-Sholom-Synagoge in Elkins Park (Pennsylvania, 1959) sowie das Imperial Hotel in Tokio (1916).<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Privat erlebte Wright in den fr&uuml;hen f&uuml;nfziger Jahren einen Tiefpunkt. Manche Zeitgenossen betrachteten den dandyhaft auftretenden Exzentriker als egoistisch und sexbesessen. Wright war dreimal verheiratet und pflegte viele Liebschaften. Wirtschaftliche Probleme brachten den auf gro&szlig;em Fu&szlig; lebenden Architekten immer wieder an den Rand des Ruins. 1926 hatte er einen Schuldenberg von 43.000 Dollar angeh&auml;uft und verlor sein auf 25.000 Dollar taxiertes Privathaus an die Bank von Wisconsin. Freunde und Gesch&auml;ftspartner sprangen ein und erm&ouml;glichten die Tilgung der Restschuld.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Knapp 30 Jahre sp&auml;ter hatte sich Wrights finanzielle Situation abermals dramatisch verschlechtert, eine Steuernachzahlung von 19.000 Dollar wurde f&auml;llig, die nur durch Spenden beglichen werden konnte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Trotzdem entwickelten sich die f&uuml;nfziger Jahre nach einer langen Durststrecke, in der sich viele Projekte zerschlugen und er langsam aus der Zeit fiel, zu seinem kreativsten Jahrzehnt &ndash; mit fast 140 Bauten, die er in dieser Zeit vollendete.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wright lebte damals in einer Suite im New Yorker Plaza Hotel, an der Ecke von Fifth Avenue und Central Park South. Eines Tages beauftragte ihn der Autoh&auml;ndler Maxie Hoffman, ein Autohaus in Manhattan zu gestalten. Hoffman, 1904 geboren, war ein kunstsinniger Mann, der Gem&auml;lde franz&ouml;sischer Impressionisten sammelte, f&uuml;r Design schw&auml;rmte und es in den Vereinigten Staaten zu einem stattlichen Verm&ouml;gen gebracht hatte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Er war 1938 vor den Nationalsozialisten aus Wien geflohen. Dort hatte er mit einem Partner die erste Volvo-Vertretung au&szlig;erhalb Schwedens aufgebaut, und seit 1947 vertrieb er in New York, von der feudalen Adresse Park Avenue 487 aus, Automarken wie Alfa Romeo, Bentley, Porsche und Jaguar. Sp&auml;ter kamen Volkswagen, <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6988faa18ee9177044ae91b4438e9399c303166f\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/mercedes-benz\">Mercedes-Benz<\/a> und BMW hinzu.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Damaliges Konzept ist heute Standard<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der neue Auto-Showroom in Manhattan war nun als &bdquo;Jaguar House&#8220; geplant. An der Park Avenue 443, Ecke 56. Stra&szlig;e, nur wenige Schritte vom Stammsitz entfernt, sollten die Sch&ouml;pfungen der englischen Nobelmarke in Szene gesetzt werden. Aber Hoffman musste umdisponieren: Als er 1952 den Import von Mercedes-Benz &uuml;bernahm, k&uuml;ndigte Jaguar ihm den Vertrag. Also sollte der neue Standort den Modellen von BMW und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"697979b8ebf2c13a075c9463acb491d14cee4160\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/porsche\">Porsche<\/a> vorbehalten bleiben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wright war nicht nur ein begnadeter Architekt, er war auch ein car nut &ndash; ein Autoverr&uuml;ckter. Im Laufe seines Lebens besa&szlig; er mehr als 80 Autos. F&uuml;r den Showroom entwickelte er ein Konzept, das statt auf zergliedernde Treppen auf sanft nach oben schwingende spiralf&ouml;rmige Fl&auml;chen setzte, die den Raum leicht und transparent wirken lie&szlig;en. Ausstellungsgeb&auml;ude in aller Welt weisen diese ganzheitliche Bauweise heute auf, die auch beim Guggenheim-Museum innen wie au&szlig;en zu sehen ist.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Idee zu dem Dreh kam Wright schon 1924, als er f&uuml;r einen Gesch&auml;ftsmann aus Chicago an den Zeichnungen f&uuml;r ein Projekt am Sugarloaf Mountain (Maryland) sa&szlig;. Unter der Bezeichnung &bdquo;Automobile Objective&#8220; sollte dort ein f&uuml;r Autos kreisf&ouml;rmig befahrbarer und sich nach oben verj&uuml;ngender Aussichtspunkt mit Planetarium entstehen. Daraus wurde nichts &ndash; aber Wrights Skizzen nahmen die Architektur des seit 1943 geplanten Guggenheim-Museums vorweg.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Maxie Hoffman war von der Ausf&uuml;hrung des Auftrags so angetan, dass Wright sp&auml;ter auch sein privates Domizil in Rye bei New York entwarf. Die beiden einigten sich auf ein naheliegendes Gesch&auml;ftsmodell. Als Teil des Honorars bekam der Architekt zwei Autos mit dem Stern: einen Mercedes-Benz 300 und einen 300 SL &ndash; den mit den Fl&uuml;gelt&uuml;ren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bis an sein Lebensende war Wright beruflich aktiv. 1956 entstand sein zweites Bauwerk, das mit dem Auto zu tun hatte: eine Tankstelle. Sie steht in Minnesota und ist heute noch in Betrieb. Als nicht vollendeter letzter Entwurf gilt das Haus von Norman Lykes in Phoenix (Arizona). Wrights ber&uuml;hmtestes Bauwerk bleibt aber das Guggenheim-Museum in New York, auf dessen Baustelle er oft begeistert unterwegs war. Die Er&ouml;ffnung am 21. Oktober 1959 erlebte er nicht mehr- er war schon am 9. April 1959 gestorben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Guggenheim-Museum zieht bis heute viele Besucher an. Wer aber in New York nach Spuren des Projekts von Maxie Hoffman und Frank Lloyd Wright sucht, wird entt&auml;uscht. Hoffman zog sich 1975 aus dem Gesch&auml;ftsleben zur&uuml;ck, er starb 1981. Und der Showroom in der Park Avenue 443 in Manhattan wurde vor einigen Jahren kurzerhand abgerissen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/mode-design\/wie-der-architekt-des-guggenheim-museums-ein-autohaus-entwarf-16192654.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/mode-design\/wie-der-architekt-des-guggenheim-museums-ein-autohaus-entwarf-16192654.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Lloyd Wright schuf nicht nur monumentale Bauwerke wie das Guggenheim-Museum \u2013 sondern auch ein Autohaus in Manhattan. 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