{"id":61859,"date":"2019-06-05T09:55:05","date_gmt":"2019-06-05T09:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61859"},"modified":"2019-06-10T08:26:17","modified_gmt":"2019-06-10T08:26:17","slug":"weinbau-zur-suse-gehort-die-saure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61859","title":{"rendered":"Weinbau: \u201eZur S\u00fc\u00dfe geh\u00f6rt die S\u00e4ure\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Nach der Wiederholung des Hitzesommers sehnt sich ein Winzer nicht: Hanka im Familiengut in Geisenheim.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Was hat der Sommer 2018 f&uuml;r den Weinbau bedeutet, und wie schmecken die 2018er Weine? Ein Gespr&auml;ch mit dem Rheingauer Winzer Sebastian Hanka.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><strong>Herr Hanka, was zeichnet den Weinjahrgang 2018 aus? <\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die 2018er Weine sind von vorneherein sehr zug&auml;nglich. Sie sind sofort da, sie haben ein sehr sch&ouml;nes, fruchtiges und klares Aroma, da wir topgesundes Lesegut hatten. Der Jahrgang wird als einer in den K&ouml;pfen bleiben, der verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig viel <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"258c7704d1449a57d2e7a002b29dc88d29fd733e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/alkohol\">Alkohol<\/a> hat- ich finde aber, dass die Weine das sehr gut vertragen. Sie sind volumin&ouml;s, haben viel K&ouml;rper, wirken aber nicht brandig.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Ihre 2018er haben durchweg einen h&ouml;heren Alkoholgehalt als die 2017er.<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Mostgewichte waren im vergangenen Jahr sehr fr&uuml;h sehr hoch. Und hohe Mostgewichte bedeuteten hohe Zuckergrade und hohe Zuckergrade wiederum mehr Alkohol. Da kommt man als Winzer in ein Dilemma.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Das wahrscheinlich hei&szlig;t: ernten oder nicht ernten? <\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Lese ich fr&uuml;h, haben die Trauben die Aromen nicht, die sie noch ausbilden, wenn man sie h&auml;ngen l&auml;sst. Lasse ich sie h&auml;ngen, wird das Mostgewicht noch h&ouml;her, und der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3a35274fc2f40ffb8f52a642d0a8b29c2fe244aa\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/thema\/wein\">Wein<\/a> wird mehr Alkohol haben. Wir haben uns gesagt, dass wir mit der Lese relativ lange warten und den Alkohol in Kauf nehmen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Hat ein hoher Alkoholgehalt auch Vorteile per se? Ist Wein mit vielen Volumenprozenten automatisch hochwertiger? <\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das kann man so nicht sagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Weine, bei denen der Alkohol quasi am Stock gewachsen ist, um einiges harmonischer wirken als ein nachtr&auml;glich verbesserter Wein &ndash; es ist ja im deutschen Weingesetz erlaubt, den Wein in der untersten Qualit&auml;tsstufe ein bisschen anzureichern, zu chaptalisieren&#8230;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>&#8230;den Most zu zuckern also&#8230;<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&#8230;ja, und wenn man das nicht sehr vorsichtig macht, wirkt es sehr schnell aufgesetzt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Die Kunst des Winzers ist es, den Alkohol einzubinden in die Aromen aus der Traube. Wie kann er den Alkoholgehalt auf nat&uuml;rliche Art und Weise steuern, vom Zeitpunkt der Lese abgesehen? <\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Es f&auml;ngt mit dem Anschnitt an. Ich kann die Rebe auf Ertrag trimmen, kann den Ertrag begrenzen: Wenn ich nur eine Traube pro Trieb h&auml;ngen lasse, wird das Mostgewicht h&ouml;her sein. Ich kann auch die Traube teilen, sie kurz vor Reifebeginn in der Mitte durchschneiden, so dass mehr Rebenleistung auf weniger Trauben kommt. Wir k&ouml;nnen &uuml;ber die Bl&auml;tter arbeiten, die ja &uuml;ber die Photosynthese der Zuckerlieferant sind. In der Basis versuche ich einen guten, bodenst&auml;ndigen Wein zu machen, aus ertragsstarken Reben. In den besten Lagen versuche ich am meisten zu steuern. Aber das bedeutet auch das h&ouml;chste Risiko.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Worin besteht das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wenn ich entbl&auml;ttere und es hagelt, ist das nicht so gut, da k&ouml;nnen die ungesch&uuml;tzten Trauben Schaden nehmen. Oder: Wenn ich auf wenige Trauben mit hohem Mostgewicht gehe, und es gibt einen feuchten Herbst: Dann wird es schwierig. 2018 war der Herbst trocken, da war Pilzbefall kein Thema. Aber so ist es nicht immer.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Wie stehen Sie zu Glyphosat? Sie sagen von sich, naturnah zu arbeiten, Ihr Weingut ist aber kein Biobetrieb. <\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ich bin absolut gegen Glyphosat. Allerdings sehe ich auch nicht, wo zurzeit die Alternativen liegen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>W&auml;re eine nicht, es ganz einfach nicht zu verwenden?<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das ist nicht so einfach. Wenn die Alternative die Arbeit komplett von Hand und mit der Hacke ist: So viele Mitarbeiter habe ich nicht. Ein anderer Aspekt: Steillagen. Wenn ich da den Boden zu stark mechanisch bearbeite, kommt es zur Erosion. Wenn ich einen Boden insgesamt zu stark und zu oft fr&auml;se, siedelt sich da auch kein Leben mehr an.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Sie verwenden also Glyphosat? <\/strong><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/so-schmecken-die-2018er-weine-16217029.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/essen-trinken\/so-schmecken-die-2018er-weine-16217029.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was hat der Sommer 2018 f\u00fcr den Weinbau bedeutet, und wie schmecken die 2018er Weine? 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