{"id":61673,"date":"2019-06-10T03:12:06","date_gmt":"2019-06-10T03:12:06","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61673"},"modified":"2019-06-10T08:18:09","modified_gmt":"2019-06-10T08:18:09","slug":"maas-in-iran-eingetroffen-19-stunden-fur-die-rettung-des-atomabkommens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61673","title":{"rendered":"Maas in Iran eingetroffen: 19 Stunden f\u00fcr die Rettung des Atomabkommens"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas in Teheran<\/div>\n<p class=\"post_description\">Au&szlig;enminister Heiko Maas will in Teheran das Scheitern des Atomabkommens verhindern. Doch die Bedingungen der iranischen Regierung sind nicht einmal ann&auml;hernd erf&uuml;llt. Sie macht nun Druck auf die Europ&auml;er.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">B<\/span>undesau&szlig;enminister Heiko Maas hat zum Auftakt seines Besuchs in Teheran Iran dazu aufgerufen, das umstrittene Atomabkommen nicht nur aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden zu erhalten. &bdquo;Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Vorteile, die der Iran sich mit diesem Abkommen versprochen hat in dem Umfang nur noch schwer zu realisieren sind ohne die Amerikaner&ldquo;, sagte Maas am Montag. &bdquo;Aber ich glaube, es gibt auch ein politisches und strategisches Interesse, dieses Abkommen und damit den Dialog mit Europa aufrecht zu erhalten. Und das muss auch in Teheran erkannt werden.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"c802a2525196bed83ba378ec6bcec7e7ef46d324\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/heiko-maas\">Maas<\/a> war am sp&auml;ten Sonntagabend in Teheran gelandet, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/aussenminister-heiko-maas-besucht-jordanien-den-irak-und-iran-16227926.html\">wo er sich f&uuml;r den Fortbestand des umstrittenen Atom-Abkommens mit Iran einsetzen will<\/a>. Am Montag will er neben seinem Kollegen Mohammed Dschawad Sarif auch Pr&auml;sident Hassan Ruhani treffen. Es ist Maas&#8216; schwierigste Reise als Au&szlig;enminister seit seinem Amtsantritt vor 15 Monaten. 19 Stunden soll der Besuch dauern.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Vereinigten Staaten sind vor einem Jahr aus dem m&uuml;hsam ausgehandelten Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe ausgestiegen und setzen Teheran nun wieder <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/atom-deal-iran-setzt-partnern-60-tage-frist-16176554.html\">mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Handel stark r&uuml;ckl&auml;ufig<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Vor einem Monat stellte auch Iran das Abkommen in Frage, und hat den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli gesetzt. Bis dann sollen China, Russland, Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien die im Abkommen versprochenen wirtschaftlichen Vorteile f&uuml;r Iran gew&auml;hrleisten und die amerikanischen Sanktionen neutralisieren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das ist bisher aber nicht einmal ann&auml;hernd gelungen. Im Gegenteil: Der deutsche Handel mit Iran ist beispielsweise stark r&uuml;ckl&auml;ufig. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags sind von 120 deutschen Unternehmen, die in Iran einmal aktiv waren, nur noch 60 im Land. Die deutschen Exporte nach Iran sind von Januar bis M&auml;rz um 50 Prozent auf nur noch rund 339 Millionen Euro eingebrochen, die iranischen Ausfuhren nach Deutschland um fast 42 Prozent.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das, was sich der Iran von dem Abkommen versprochen hat, ist also nicht eingetreten. Grund daf&uuml;r ist, dass auch europ&auml;ische Unternehmen von den amerikanischen Wirtschaftssanktionen betroffen sind. Die einzige Gegenma&szlig;nahme, die Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien seit dem Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Abkommen ergriffen haben, ist ein Instrument zur Sicherung des Zahlungsverkehrs f&uuml;r den Handel. Bis heute gab es aber keine einzige Transaktion &uuml;ber das System mit dem Namen Instex. Hauptproblem ist, dass besonders internationale Banken aus Angst vor amerikanischen Strafen keine Wirtschaftsprojekte mit Iran finanzieren wollen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Maas hat bisher nicht verraten, wo er sich weitere wirtschaftliche Verbesserungen f&uuml;r Iran vorstellen kann. Am Sonntag verwies er kurz vor seinem Abflug von Abu Dhabi nach Teheran ausschlie&szlig;lich auf Instex. Er hoffe, dass bei den Gespr&auml;chen in Teheran &bdquo;konstruktive Wege&ldquo; zu einem Erhalt des Abkommens gefunden werden k&ouml;nnten, f&uuml;gte er aber hinzu. &bdquo;Letztlich muss auch der Iran ein politisches Interesse daran haben, dass es dieses Abkommen in Zukunft weiter gibt.&ldquo;<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Iran hat vor dem Besuch den Druck auf die Europ&auml;er noch einmal erh&ouml;ht und klargemacht, dass er sich nicht mit leeren Versprechen zufrieden geben werde. &bdquo;Beim Atomabkommen sind Ergebnisse wichtig und was genau die Vertragspartner f&uuml;r die Rettung des Deals erreicht haben&ldquo;, sagte Au&szlig;enminister Mohammed Dschawad Sarif am Sonntag. &bdquo;Nicht, dass da wieder gesagt wird, wir haben es versucht, aber es ging nicht.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein Scheitern des Atomabkommens k&ouml;nnte eine weitere Zunahme der ohnehin schon massiven Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nach sich ziehen. Es gibt sogar Bef&uuml;rchtungen, dass es zum Krieg kommen k&ouml;nnte. Maas hat vor einem Fl&auml;chenbrand im Nahen Osten bei einem Scheitern aller Rettungsversuche f&uuml;r das Atomabkommen gewarnt. Das w&uuml;rde seiner Meinung nach auch ernste Folgen f&uuml;r die Sicherheit in Europa mit sich bringen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Besuch aus Japan<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auch in den Vereinigten Staaten und in Israel wird der Maas-Besuch in Teheran aufmerksam beobachtet werden, ebenso wie in der arabischen Welt. Kurz nach dem deutschen Au&szlig;enminister wird am Mittwoch ein weiterer Gast in Teheran erwartet, der m&ouml;glicherweise mehr Handlungsspielraum hat als Maas: Der japanische Ministerpr&auml;sidenten Shinzo Abe. Er hat einen guten Draht zu Trump und auch schon direkt mit dem amerikanischen Pr&auml;sidenten &uuml;ber Iran gesprochen. Er k&ouml;nnte gegebenenfalls als Vermittler zwischen Washington und Teheran auftreten, da er nicht Teil des Atomabkommens ist.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Iran hofft insbesondere auf eine Lockerung der Blockade iranischer &Ouml;lexport &uuml;ber Ausnahmeregelungen f&uuml;r bestimmte Staaten, um die akute Wirtschaftskrise des Landes zu mildern. Der &Ouml;lexport ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Vor den amerikanischen Sanktionen hatte Iran 2,4 bis 2,7 Millionen Barrel &Ouml;l am Tag exportiert, derzeit sollen es nur noch 400.000 sein.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/maas-in-iran-rettungsversuch-fuer-atomabkommen-16229586.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/maas-in-iran-rettungsversuch-fuer-atomabkommen-16229586.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Au\u00dfenminister Heiko Maas will in Teheran das Scheitern des Atomabkommens verhindern. 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