{"id":61633,"date":"2019-05-23T16:35:12","date_gmt":"2019-05-23T16:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61633"},"modified":"2019-06-03T08:50:41","modified_gmt":"2019-06-03T08:50:41","slug":"kampf-der-wirtschaftsmachte-so-hart-treffen-huawei-die-amerikanischen-sanktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61633","title":{"rendered":"Kampf der Wirtschaftsm\u00e4chte: So hart treffen Huawei die amerikanischen Sanktionen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Das Huawei Research Center in Schanghai<\/div>\n<p class=\"post_description\">Huawei muss derzeit einen Schlag nach dem anderen einstecken. Jetzt hat sich ein &uuml;berlebenswichtiger Partner von dem Konzern abgewandt. Das l&auml;sst auch andere Unternehmen zittern.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">A<\/span>lleing&auml;nge sind in der Welt der Smartphones unm&ouml;glich. Wo Apple draufsteht, steckt ein Bildschirm von Samsung drin. Wer ein Ger&auml;t von Samsung kauft, l&auml;sst auch die Ums&auml;tze von Sony wachsen. Denn die Japaner statten nahezu alle Smartphones dieser Welt mit ihren Kamera-Chips aus. Die Hersteller sind aufeinander angewiesen. Durch die von Pr&auml;sident Donald Trump verh&auml;ngten Sanktionen zeigt sich, dass die Abh&auml;ngigkeit von Zulieferern gef&auml;hrlich sein kann. <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"14e8c9579fce750534f6e3fffad67f7971920bc4\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/huawei\">Huawei<\/a> trifft es zurzeit doppelt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Erst musste Huawei zur Kenntnis nehmen, dass das Betriebssystem Android, das auf allen Ger&auml;ten des chinesischen Unternehmens l&auml;uft, bald nur noch eine abgespeckte Version sein wird, weil der amerikanische Technologiekonzern Google Trumps <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"80beb9c6c4b10714c1ed200a3b680fcd20e5fba5\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/sanktion\">Sanktionen<\/a> folgt. Diese Attacke k&ouml;nnten die Chinesen noch abwehren, wenn sie im Herbst etwas fr&uuml;her als geplant, ihr eigenes Betriebssystem einf&uuml;hren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Viel h&auml;rter aber trifft Huawei, dass der britische Chipspezialist ARM ihnen vorerst wichtige Teile seiner Technologie verwehrt. Diese sei teilweise an Standorten in den Vereinigten Staaten entwickelt worden und unterliege deshalb den amerikanischen Sanktionen. &bdquo;ARM h&auml;lt sich an die j&uuml;ngsten Restriktionen der amerikanischen Regierung&ldquo;, teilte das britische Unternehmen auf Anfrage mit. Man sei mit den amerikanischen Beh&ouml;rden weiterhin in Gespr&auml;chen und hoffe auf eine baldige L&ouml;sung. ARM bezeichnete zugleich die von den Sanktionen betroffene Huawei-Chipsparte HiSilicon als &bdquo;langj&auml;hrigen Partner&ldquo;, die Zusammenarbeit werde als wertvoll angesehen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Ohne ARM sind alle Innovationen wertlos<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ohne die Lizenzen des Partners fehlt Huawei das technisch notwendige Fundament f&uuml;r die hauseigenen Kirin-Chips&auml;tze. Auf einem &bdquo;System on a chip&ldquo; (SoC) stecken fast alle Bestandteile, die ein Smartphone braucht, um Hardware und Software zu steuern. Darunter sind Hauptprozessor, Arbeitsspeicher, Grafikeinheit, Batteriemanagement, Mobilfunkmodem und Taktgeber. Viele dieser Elemente hat Huawei in seinen Kirin-SoC selbst entworfen. Die Chinesen haben fr&uuml;h damit angefangen, einen neuromorphen Prozessor in ihren Chip zu integrieren, der Funktionen f&uuml;r K&uuml;nstliche Intelligenz &uuml;bernimmt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch all diese Innovationen sind wertlos, wenn Huawei nicht auf die sogenannte ARM-Architektur zugreifen kann. Das britische Unternehmen hat eine Monopolstellung. Alle Handys und weitere smarte Ger&auml;te brauchen die Technik der Briten, damit die einzelnen Elemente auf dem Chipsatz miteinander kommunizieren k&ouml;nnen. Sie steckt in Apples Chip A12 Bionic, der die aktuellen iPhones antreibt. Ebenso braucht <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"d84bb34ce7c221628aabb8f9dd3da6cb5bdbddeb\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/samsung\">Samsung<\/a> die ARM-Lizenzen, obwohl die Koreaner eine Chip-Reihe namens Exynos aus eigener Entwicklung produzieren, die in vielen Samsung-Smartphones integriert ist. Die f&uuml;hrenden Smartphone-Hersteller Apple, Samsung und Huawei sind also abh&auml;ngig von dem britischen Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auch in der Herstellung der Chips besteht eine Abh&auml;ngigkeit von einem einzigen Auftragsfertiger. TSMC mit Sitz in Taiwan ist der weltgr&ouml;&szlig;te Mikrochip-Hersteller und baut die aktuellen Chips von Apple, Huawei und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"cabef1f7dff3003ea438f2049f98739b8ed02372\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/qualcomm\">Qualcomm<\/a>. Lediglich Samsung produziert die Exynos-Reihe in den Fabrikhallen seiner Halbleiter-Sparte. Huaweis Chipsparte HiSilicon sollte in diesem Jahr der gr&ouml;&szlig;te Abnehmer bei TSMC werden. Trumps Sanktionen k&ouml;nnten dieses Unternehmen treffen.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Pompeo bezichtigt Huawei-Gr&uuml;nder der L&uuml;ge<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein Sprecherin sagte in einen Interview allerdings, dass das Unternehmen weiterhin Huawei beliefern w&uuml;rde. Egal, ob die Hersteller von Smartphones ihre Chips&auml;tze selbst entwerfen und fertigen oder von Marktf&uuml;hrer Qualcomm kaufen: An der ARM-Architektur kommt kein Hersteller vorbei. Dass Huawei dieses Mal sehr wahrscheinlich keinen Plan B hat, zeigt die bisher einzige offizielle Reaktion eines Huawei-Sprechers: &bdquo;Wir sch&auml;tzen unsere engen Beziehungen zu unseren Partnern. Wir sind zuversichtlich, dass diese bedauerliche Situation gel&ouml;st werden kann.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch nicht nur Huawei hat ein Problem. Wenn der zweitgr&ouml;&szlig;te Hersteller aus politischen Gr&uuml;nden weniger oder vielleicht gar keine Smartphones mehr herstellen kann, werden auch Zulieferer wie Sony leiden, die mit ihren Kamera-Chips am Huawei-Erfolg mitverdienen. Die Chinesen haben allein im ersten Quartal dieses Jahres sechzig Millionen Ger&auml;te verkauft. Dass <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\">Trump<\/a> nicht nur die Chinesen trifft, sondern weitere Branchen aus den Fugen geraten k&ouml;nnten, davor warnte ein Huawei-Manager auf einer Konferenz des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam. &bdquo;Heute geht es gegen Huawei, morgen k&ouml;nnte es Ihre Branche, Ihr Unternehmen und Ihre Verbraucher sein.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Amerikaner l&auml;sst das indes alles kalt. Au&szlig;enminister <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"449db2f532a0d806ee15eb6a25270d78395234b2\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/mike-pompeo\">Mike Pompeo<\/a> hat dem Huawei-Gr&uuml;nder Ren Zhengfei vorgeworfen, &uuml;ber die Verbindungen des Konzerns zur chinesischen Regierung zu l&uuml;gen. &bdquo;Das Unternehmen ist nicht nur eng mit China, sondern auch mit der chinesischen Kommunistischen Partei verbunden&ldquo;, sagte er dem Sender CNBC am Donnerstag. &bdquo;Die Existenz dieser Verbindungen gef&auml;hrdet amerikanische Informationen, die &uuml;ber diese Netze &uuml;bermittelt werden.&ldquo; Huawei sei nach dem Gesetz verpflichtet, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten. Er gehe daher davon aus, dass weitere Unternehmen die Kooperation mit Huawei einstellen w&uuml;rden. <\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">So hat etwa jetzt auch Panasonic angek&uuml;ndigt, die Lieferungen einiger Bauteile an den Netzausr&uuml;ster und Smartphone-Anbieter auszusetzen. Das japanische Unternehmen hat seine Entscheidung mit der amerikanischen Regelung begr&uuml;ndet, dass Produkte aus anderen L&auml;ndern amerikanischen Exportkontrollen unterliegen k&ouml;nnen, wenn mehr als 25 Prozent ihres Wertes aus den Vereinigten Staaten kommen. Panasonic teilte mit, man m&uuml;sse Transaktionen mit Huawei und 68 Tochterfirmen der Chinesen &bdquo;suspendieren&ldquo;.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/digital\/so-hart-treffen-huawei-die-amerikanischen-sanktionen-16203077.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/digital\/so-hart-treffen-huawei-die-amerikanischen-sanktionen-16203077.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Huawei muss derzeit einen Schlag nach dem anderen einstecken. Jetzt hat sich ein \u00fcberlebenswichtiger Partner von dem Konzern abgewandt. 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