{"id":61343,"date":"2019-06-02T05:54:22","date_gmt":"2019-06-02T05:54:22","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61343"},"modified":"2019-06-03T08:37:57","modified_gmt":"2019-06-03T08:37:57","slug":"nach-30-jahren-verteidigungsminister-rechtfertigt-chinas-gewalt-auf-tiananmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61343","title":{"rendered":"Nach 30 Jahren: Verteidigungsminister rechtfertigt Chinas Gewalt auf Tiananmen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Chinas Verteidigungsminister Wei Fenghe salutiert bei seinem Auftritt in Singapur.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die Erinnerung an niedergewalzten Proteste von 1989 will Chinas Regierung m&ouml;glichst unterdr&uuml;cken. Nun &auml;u&szlig;ert sich der Verteidigungsminister. Auch in Sachen Taiwan und Handelsstreit gibt er sich knallhart.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">C<\/span>hinas Verteidigungsminister hat das blutige Niederschlagen der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens vor 30 Jahren als richtige Entscheidung gerechtfertigt. In einer seltenen &Auml;u&szlig;erung eines chinesischen Politikers zu den Vorkommnissen von damals auf dem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/tiananmen\" title=\"Tiananmen\">Tiananmen-Platz<\/a> in Peking sagte Wei Fenghe am Sonntag auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur, die Proteste seien politische Unruhen gewesen, die die Regierung habe bezwingen m&uuml;ssen. &bdquo;Deshalb ist China stabil. &ldquo; Er k&ouml;nne nicht verstehen, wieso China noch immer vorgeworfen werde, &bdquo;den Vorfall nicht korrekt gehandhabt zu haben&ldquo;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wei &auml;u&szlig;erte sich beim Shangri-La-Dialog, f&uuml;r den jedes Jahr Verteidigungsminister und hochrangige Milit&auml;rs aus aller Welt nach Singapur reisen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die von Studenten angef&uuml;hrten Proteste f&uuml;r Frieden und Pressefreiheit auf dem Platz des Himmlischen Friedens waren vom chinesischen Milit&auml;r in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Waffengewalt niedergeschlagen worden. Menschenrechtsorganisationen sprechen von hunderten, vielleicht sogar tausenden Toten. Die chinesische Regierung erkl&auml;rte Ende Juni 1989, bei der Unterdr&uuml;ckung der &bdquo;konterrevolution&auml;ren Aufst&auml;nde&ldquo; seien 200 Zivilisten und mehrere Dutzend Sicherheitskr&auml;fte get&ouml;tet worden. Die F&uuml;hrung in Peking l&auml;sst bis heute keine Aufarbeitung der Vorf&auml;lle zu, Berichte &uuml;ber das Blutbad werden zensiert.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Anspruch auf Taiwan<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Weiterhin kritisierte Wei die Unterst&uuml;tzung der Vereinigten Staaten f&uuml;r den von China beanspruchten Inselstaat Taiwan. China werde bis zum Ende k&auml;mpfen, wenn jemand versuche, Taiwan von China &bdquo;abzuspalten&ldquo;, sagte er. &bdquo;Jede Einmischung in die Taiwan-Frage ist zum Scheitern verurteilt.&ldquo; Wei wiederholte damit bekannte Standpunkte der chinesischen KP. Staats- und Parteichef <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"52102f24f163f0e774e7a079a2dfe053f9f65793\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/xi-jinping\">Xi Jinping<\/a> <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/supermacht-china\/gezielte-kampagne-taiwan-ruft-verbuendete-zum-schutz-vor-peking-auf-15974535.html\">hatte Anfang Januar explizit Gewalt nicht ausgeschlossen, um Taiwan unter Kontrolle zu bringen<\/a>.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das demokratische Taiwan war nie unter Kontrolle der Volksrepublik. Das politische System dort hat seinen Ursprung in der nationalchinesischen Republik, die 1949 auf dem Festland im B&uuml;rgerkrieg den Kommunisten unterlegen war. Zwar sind die Vorfahren der meisten Taiwaner irgendwann aus China eingewandert, doch eine &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit lehnt einen Anschluss an die Volksrepublik unter dem Prinzip &bdquo;Ein Land, zwei Systeme&ldquo;, wie Peking es fordert, ab.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Vereinigten Staaten unterhalten seit 40 Jahren keine offiziellen Beziehungen mehr zu Taiwan, unterst&uuml;tzen die Insel aber unter anderem mit Waffen zur Verteidigung.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Warnung wegen Z&ouml;llen<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Beziehungen zwischen China und Amerika sind auch wegen des Handelsstreits angespannt. &bdquo;Wenn die Vereinigten Staaten reden wollen, werden ihnen unsere T&uuml;ren offen stehen. Wenn sie k&auml;mpfen wollen, sind wir bereit&ldquo;, sagte Wei.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das Verh&auml;ltnis der beiden Weltm&auml;chte steht im Zentrum des diesj&auml;hrigen Shangri-La-Dialogs, f&uuml;r den jedes Jahr Verteidigungsminister und hochrangige Milit&auml;rs aus aller Welt nach Singapur reisen. Wei ist der erste chinesische Verteidigungsminister seit 2011, der an dem Treffen teilnimmt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Handelsstreit spitzt sich zu<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Regierung in Peking erkl&auml;rte, sie werde an ihren Grundprinzipien festhalten. &bdquo;China m&ouml;chte keinen Handelskrieg, hat aber keine Angst davor, einen zu f&uuml;hren, wenn dies n&ouml;tig ist&ldquo;. Zugleich machte Peking Washington f&uuml;r die Eskalation des Handelsstreits verantwortlich.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Handelsstreit hatte sich zuletzt weiter zugespitzt. Peking erlie&szlig; am Samstag neue Strafz&ouml;lle auf amerikanische Importe. Auf Einfuhren im Umfang von 60 Milliarden Dollar (53,8 Milliarden Euro) m&uuml;ssen fortan Abgaben zwischen f&uuml;nf und 25 Prozent gezahlt werden. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten h&ouml;here Z&ouml;lle auf chinesische Importe im Umfang von 200 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der bereits seit gut einem Jahr andauernde Handelsstreit zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften der Welt hatte sich zuletzt weiter hochgeschaukelt. Insgesamt haben beide L&auml;nder inzwischen Z&ouml;lle auf Produkte im Wert von 360 Milliarden Dollar erhoben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/chinas-verteidigungsminister-rechtfertigt-tiananmen-massaker-16217122.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/chinas-verteidigungsminister-rechtfertigt-tiananmen-massaker-16217122.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p><!--END htmlobject --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erinnerung an niedergewalzten Proteste von 1989 will Chinas Regierung m\u00f6glichst unterdr\u00fccken. Nun \u00e4u\u00dfert sich der Verteidigungsminister. 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