{"id":61285,"date":"2019-05-18T06:26:00","date_gmt":"2019-05-18T06:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61285"},"modified":"2019-05-27T08:15:39","modified_gmt":"2019-05-27T08:15:39","slug":"filter-gegen-feinstaub-ein-mantel-fur-die-bremse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=61285","title":{"rendered":"Filter gegen Feinstaub: Ein Mantel f\u00fcr die Bremse"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Die Abdeckung der Scheibenbremse wird an der Innenseite mit mehrfach gefaltetem Filtermaterial versehen.<\/div>\n<p class=\"post_description\">In Deutschland entstehen allj&auml;hrlich rund 10.000 Tonnen Bremsstaub. Die Filter von Mann+Hummel sollen das verhindern &#8211; und bald in Serie gehen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">W<\/span>enn in den St&auml;dten die Luft dick ist, schl&auml;gt die Stunde der Filterhersteller. So erfreut sich der schw&auml;bische Spezialist Mann+Hummel einer steigenden Bekanntheit, weil er in der N&auml;he der Messstationen mittels Staub- und Stickoxidf&auml;ngern die Belastung reduzieren und damit Fahrverbote verhindern will. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden, denn wenn die Messdaten rund um den Ansaugstutzen zu hohe Werte aufweisen, m&uuml;ssen sie auch dort vermindert werden.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Besser ist es freilich, gesundheitssch&auml;dlichen <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"fa89b8138c22481040b984bde41941cd2481307e\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/feinstaub\">Feinstaub<\/a> &ndash; auf den sich die Diskussion inzwischen statt der Stickoxide wieder konzentriert &ndash; erst gar nicht in die Umgebung zu entlassen. Der werde nur zu etwa 15 Prozent durch Abgase erzeugt, sagt der Sprecher des Unternehmens Patrick L&ouml;ffel. Wobei in dieser Hinsicht der Diesel gegen&uuml;ber dem Benziner die Nase vorn hat. Die meiste Belastung aus dem Verkehr kommt von Reifen, Stra&szlig;e und Bremsen, denn jeder Bremsvorgang setzt Partikel frei.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Folgerichtig hat der Filterspezialist einen Bremsstaubpartikelfilter ersonnen, der nach Angaben von Mann+Hummel inzwischen technisch serienreif ist. Sein Unternehmen erprobe den neuen Filter derzeit zusammen mit  Autobauern, und die Kooperation mit einem Bremsenhersteller sei schon vereinbart, erkl&auml;rt L&ouml;ffel. Nach den &uuml;blichen Vorlaufzeiten in der Branche &ndash; die Filter m&uuml;ssen an die Modelle angepasst werden &ndash; k&ouml;nne der Bremsstaubfilter in zwei bis drei Jahren in Serie verbaut werden. &Uuml;ber die zus&auml;tzlichen Kosten f&uuml;r die Autok&auml;ufer macht das Unternehmen keine Angaben, sie d&uuml;rften sich in Relation zum Gesamtpreis in Grenzen halten.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Feinstaubquelle Bremsenabrieb<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ziel ist es, mit den neuen Bremsenfiltern 80 Prozent des Feinstaubs einzufangen. Der Fokus heutiger Gesetzgebung liegt auf den Abgasen des Verbrennungsmotors. Bisher gr&ouml;&szlig;tenteils unbeachtet bleibt dabei eine andere Feinstaubquelle, der Bremsenabrieb. Laut Hersteller entstehen allj&auml;hrlich rund 10.000 Tonnen Bremsstaub in Deutschland. Messungen am Pr&uuml;fstand zeigten, dass dieser zu mehr als 90 Prozent aus Partikeln mit einem Durchmesser kleiner 0,55 Mikrometer bestehe. Als besonders lungeng&auml;ngiger Feinstaub gelten Partikel, die kleiner als 10 Mikrometer sind. An Kreuzungen ist die Feinstaubbelastung besonders hoch, da dort viele Bremsvorg&auml;nge stattfinden. Noch gesundheitssch&auml;dlicher kann der l&auml;ngere Aufenthalt in U-Bahn-Stationen sein.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">So haben Messungen in der London Underground eine Luftbelastung mit tief inhalierbaren Partikeln von 500 bis 1120 Mikrogramm je Kubikmeter ergeben. Der von der Europ&auml;ischen Union vorgegebene und von manchen als immer noch zu hoch angesehene Grenzwert von 50 Mikrogramm wird damit weit &uuml;berschritten. Aber nicht nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Z&uuml;ge verursachen Feinstaub. Auch eigentlich abgasfreie Elektro- oder Brennstoffzellenautos bremsen, allerdings ist der Abrieb deutlich geringer als jener von Autos mit Verbrennungsmotor, weil f&uuml;r die meisten Bremsungen der Widerstand ausreicht, den Elektromotoren bei der Rekuperation erzeugen, wenn sie als Generator laufen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">L&auml;sst sich anpassen<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Egal welcher Motor eingebaut ist, der Bremsstaubfilter von Mann+Hummel soll f&uuml;r alle Fahrzeuge geeignet sein. Er besteht aus einem robusten Geh&auml;use, das direkt am Bremssattel ansetzt und die beim Bremsen entstehenden Partikel auff&auml;ngt. Die Neuentwicklung passt nach Angaben des Unternehmens in jeden vorhandenen Bauraum und l&auml;sst sich an unterschiedliche Bremsengr&ouml;&szlig;en und -konzepte anpassen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als Filtermedium setzen die Entwickler auf Metallfaservliese. Diese sind korrosionsbest&auml;ndig und halten den hohen Temperaturen stand, die an der Bremse auftreten k&ouml;nnen. Es habe ausf&uuml;hrliche Tests mit Bergabfahrten gegeben, die positiv verlaufen seien, sagt L&ouml;ffel. Die Sorge, der wegen des Stra&szlig;enschmutzes weitgehend gekapselte Filter verhindere die W&auml;rmeabf&uuml;hrung, sei unbegr&uuml;ndet. Um die wirksame Filterfl&auml;che zu erh&ouml;hen und eine m&ouml;glichst gro&szlig;e Menge Staub aufnehmen zu k&ouml;nnen, ist das Filtermaterial im Geh&auml;use in Falten und Taschen angelegt. Wenn der Filter voll ist, wird er gewechselt und entsorgt, was im Zuge der regelm&auml;&szlig;igen Fahrzeugwartung geschehen soll.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Einen ersten Feldtest hat der Bremsstaubpartikelfilter im Feinstaubfresser von Mann+Hummel absolviert. <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/technik\/kohlefilter-gegen-luftverschmutzung-und-fahrverbote-16082036.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Fahrzeuge sind seit gut einem Jahr auf den Stra&szlig;en unterwegs<\/a>. Ihre Mission ist es, mehr Feinstaub zu fangen, als die Fahrzeuge erzeugen. Damit das gelingt, sind die Feinstaubfresser mit drei unterschiedlichen Filtersystemen ausger&uuml;stet: einem Feinstaubpartikelfilter, einem neuartigen NO2-Feinstaubkombifilter f&uuml;r den Innenraum und dem Bremsstaubpartikelfilter.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">F&uuml;r das Unternehmen ist das ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Vision null Emission. V&ouml;llig neue Ans&auml;tze seien dadurch denkbar. So k&ouml;nnten k&uuml;nftig Autos ihren Partikelaussto&szlig; verringern, indem sie sowohl Feinstaub aus der Luft filtern als auch direkt an der Bremse abfangen. Die Emissionsbilanz des Gesamtfahrzeugs wird dadurch gesenkt, das kann eine wichtige Rolle spielen, falls es k&uuml;nftig strengere Grenzwerte f&uuml;r Feinstaub geben sollte.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/motor\/filter-gegen-feinstaub-gehen-bald-in-serie-16184185.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/motor\/filter-gegen-feinstaub-gehen-bald-in-serie-16184185.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland entstehen allj\u00e4hrlich rund 10.000 Tonnen Bremsstaub. 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