{"id":60409,"date":"2019-04-15T07:00:00","date_gmt":"2019-04-15T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=60409"},"modified":"2019-05-06T10:11:12","modified_gmt":"2019-05-06T10:11:12","slug":"neue-menschenart-entdeckt-sind-so-krumme-finger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=60409","title":{"rendered":"Neue Menschenart entdeckt: Sind so krumme Finger"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ausgrabungen auf der Insel Luzon, im Jahr 2011.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Auf den Philippinen wurden menschliche &Uuml;berreste gefunden, die nun den Stammbaum um Homo luzonensis erg&auml;nzen: Ein geschickter Kletterer, vermutlich, und ein neues R&auml;tsel f&uuml;r die Anthropologen, die S&uuml;dostasien derzeit neu entdecken.<\/p>\n<style type=\"text\/css\">#tile4adlabel:after{content:\"\"} #tile4adlabel:before{content:\"anzeige\"}<\/style>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">V<\/span>iel ist es nicht, was vom <em>Homo luzonensis<\/em> &uuml;brig blieb: sieben Z&auml;hne und ein paar Knochen &ndash; von H&auml;nden, F&uuml;&szlig;en und einem Bein. Doch das, was die Arch&auml;ologen seit ihrem ersten Fund 2007 in der Callao-H&ouml;hle mittlerweile bergen konnten, gen&uuml;gt immerhin, um dem menschlichen Stammbaum einen weiteren Ast hinzuzuf&uuml;gen. Die entdeckten Skelettreste sind 50.000 bis 67.000 Jahre alt und stammen offenbar von zwei Erwachsenen und einem Kind. Diese drei lebten einst auf der namensgebenden Insel Luzon, die heute zu den Philippinen geh&ouml;rt, und d&uuml;rfen als Vertreter einer neuen, bisher unbekannten Art gelten. Nicht nur die exotische Ausgrabungsst&auml;tte macht den <em>Homo luzonensis<\/em> zu einem au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Fund, sondern auch Merkmale, die querbeet aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit zitieren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Details legen der franz&ouml;sische Anthropologe Florent D&eacute;troit und der philippinische Arch&auml;ologe Armand Mijares mit ihren Kollegen aus Australien und Frankreich <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-019-1067-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in der Zeitschrift  &bdquo;<em>Nature&ldquo;<\/em> <\/a>vor. Ihre Beschreibung liest sich stellenweise wie die Analyse eines Zahnarztes zu Wurzeln, Kronen, Schmelz und Dentin. Doch f&uuml;gt sich das auf r&auml;tselhafte Weise zusammen- und warum die Molaren so ungew&ouml;hnlich klein sind, kann niemand erkl&auml;ren. Zudem weisen Zehen- und Fingerknochen eine leichte Kr&uuml;mmung auf, die an jene des <em>Australopithecus<\/em> erinnert, zu dessen Gruppe &bdquo;Lucy&ldquo; z&auml;hlt. Mehr als zwei Millionen Jahre Evolution und Tausende Kilometer liegen dazwischen, doch auch auf den Philippinen schien einst ein Knochenbau von Vorteil, der somit f&uuml;rs Klettern geeignet ist. Nebst diesen vermeintlich primitiven Z&uuml;gen finden sich etliche moderne, die in Richtung <em>Homo erectus<\/em> oder <em>Homo sapiens<\/em> weisen. Daraus ergibt sich eine einzigartige Anatomie, und die Entdecker sind &uuml;berzeugt, dass sie zur Gattung <em>Homo<\/em> passt. Allerdings mit tiefer reichenden Wurzeln als unsere eigenen oder die der Neandertaler. Wer aber vor 700.000 Jahren das Nashorn schlachtete, dessen &Uuml;berreste man in der N&auml;he fand, ist noch v&ouml;llig offen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&Auml;hnlichkeit mit dem &bdquo;Hobbit&ldquo;?<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Den Fall des <em>Homo luzonensis<\/em> vergleichen internationale Pal&auml;oanthropologen vor allem mit dem des kleinw&uuml;chsigen <em>Homo floresiensis<\/em>, dessen Gebeine 2003 in Indonesien ausgegraben wurden. Deren Alter wird mittlerweile auf 190.000 bis 50.000 Jahre gesch&auml;tzt. Damit lebte der &bdquo;Hobbit&ldquo; ungef&auml;hr im gleichen Zeitraum in S&uuml;dostasien, ebenfalls auf einer Insel, und auch seine morphologischen Merkmale ergeben eine Mischung, die sich schwer zwischen die anderen Fr&uuml;hmenschen einreihen l&auml;sst. W&auml;re man schon im 19. Jahrhundert auf diese beiden Insulaner gesto&szlig;en, anstelle des <em>Homo erectus<\/em>, w&auml;re dessen Rolle heute eine andere, mutma&szlig;t der amerikanische Anthropologe Matthew Tocheri <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-019-01019-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in einem Kommentar in der Zeitschrift &bdquo;<em>Nature<\/em><\/a>&ldquo;. Seiner Migration aus Afrika nach Asien w&uuml;rde man vielleicht weniger Aufmerksamkeit schenken, es k&ouml;nnte ja noch andere fr&uuml;he Auswanderungswellen gegeben haben. Es ist eine alte, umstrittene These &ndash; den Fund des <em>Homo luzonensis<\/em> wertet Tocheri nun als einen Beleg.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Da heute nur noch Homo sapiens die Welt bev&ouml;lkert, scheint es fast unglaublich, dass einmal mehrere Hominiden gleichzeitig existierten&ldquo;, sagt Jean-Jacques Hublin, Direktor am Max-Planck-Institut f&uuml;r evolution&auml;re Anthropologie in Leipzig. Einst w&auml;re die Vielfalt jedoch sehr viel gr&ouml;&szlig;er gewesen: Die menschliche Ahnengalerie bilde einen recht buschigen Stammbaum &ndash; daf&uuml;r sei <em>Homo luzonensis<\/em> ein weiterer Beweis und wahrscheinlich nicht der letzte, den man finden werde. Ein recht merkw&uuml;rdiges Wesen war er, das gibt Hublin zu, obwohl bisher nur wenige Teilst&uuml;cke gefunden wurde. Diese weisen jedoch &auml;hnlich wie beim &bdquo;Hobbit&ldquo; sowohl weiterentwickelte als auch archaische Merkmale auf, allein die Z&auml;hne, etwa die &uuml;berraschend kleinen Backenz&auml;hne oder die oberen Pr&auml;molaren mit ihren drei Wurzeln. Alles in allem eine &bdquo;seltsame Mischung&ldquo;.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/sind-so-krumme-finger-neue-menschenart-auf-den-philippinen-entdeckt-16139445.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/sind-so-krumme-finger-neue-menschenart-auf-den-philippinen-entdeckt-16139445.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Philippinen wurden menschliche \u00dcberreste gefunden, die nun den Stammbaum um Homo luzonensis erg\u00e4nzen: Ein geschickter Kletterer, vermutlich, und ein neues R\u00e4tsel f\u00fcr die Anthropologen, die S\u00fcdostasien derzeit neu entdecken.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":60425,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5436,429],"tags":[17852,5351,17851,17849,17854,17850,17853],"class_list":["post-60409","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leben-gene","category-wissen","tag-armand-mijares","tag-asien","tag-florent-detroit","tag-jean-jacques-hublin","tag-luzon","tag-matthew-tocheri","tag-menschenart"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60409\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/60425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}