{"id":59379,"date":"2019-04-08T08:07:10","date_gmt":"2019-04-08T08:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=59379"},"modified":"2019-04-08T10:10:26","modified_gmt":"2019-04-08T10:10:26","slug":"kunstliche-intelligenz-brexit-lasst-handelsroboter-verzweifeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=59379","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz: Brexit l\u00e4sst Handelsroboter verzweifeln"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Viele Menschen schalten einfach ab, wenn Nigel Farage auf den Stra&szlig;en von London ins Reden kommt.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die Flut an Nachrichten und der Mangel an Intelligenz im Brexit-Streit &uuml;berfordert die Intelligenz von Menschen wie Maschinen. Ein R&uuml;ckzug aus dem Devisenmarkt ist die Folge.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Nachrichtenflut rund um das politische Hickhack um den Brexit ist kaum zu bew&auml;ltigen. Viele Menschen schalten einfach ab, wenn es darum geht. Nicht viel anders als der menschlichen geht es mittlerweile der k&uuml;nstlichen Intelligenz. Die schiere Masse an Nachrichten &uuml;ber den EU-Ausstieg der Briten stellt Computer, die &uuml;ber Algorithmen mit Devisen handeln, vor v&ouml;llig neue Herausforderungen. Seit Wochen h&auml;ngt das Schicksal der britischen W&auml;hrung an verworrenen Abstimmungen von Politikern, die bislang nie auf der B&uuml;hne der Finanzm&auml;rkte in Erscheinung getreten sind.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Einige Hedgefonds haben Brancheninsidern zufolge dieselbe Konsequenz gezogen wie viele Menschen f&uuml;r sich privat: Sie haben sich aus dem Billionen-Dollar-Markt zur&uuml;ckgezogen. &bdquo;Die unz&auml;hligen Brexit-Headlines in den Nachrichten machen den computergest&uuml;tzten Handelssystemen einen Strich durch die Rechnung, da die Modelle auf historischen Daten basieren&ldquo;, sagt Neil Jones, leitender Devisenh&auml;ndler bei der japanischen Bank Mizuho. Die Algorithmen der Computer werten nicht nur Zahlen wie Konjunkturdaten oder erwartbare offizielle Mitteilungen etwa von Zentralbanken aus, sondern versuchen, aus Nachrichten im Internet Impulse f&uuml;r den Handel mit Aktien oder W&auml;hrungen zu ziehen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Zu viel Menschliches<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Problematisch wird dies, wenn zu einem Schlagwort zahllose Texte ver&ouml;ffentlicht werden. So publizierte allein die Nachrichtenagentur Reuters in den vergangenen Wochen pro Tag bisweilen bis zu 400 Artikel zum Brexit. Bevor die ganze Welt auf die Abstimmungen im britischen Unterhaus geschaut hat, waren es gerade einmal um die 15 Texte t&auml;glich.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Au&szlig;erdem &bdquo;menschelt&ldquo; es den Handelsrobotern bei den hitzigen politischen Debatten in London zu sehr. Selbst eingefleischte Analysten und H&auml;ndler durchschauen das &ouml;ffentliche Gezerre um einen Ausstiegstermin nicht mehr, noch viel weniger die K&uuml;nstliche Intelligenz. So reichte vor wenigen Wochen ein lauter &bdquo;Order&ldquo;-Ruf des bis dato unbeachteten Parlamentssprechers <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"b02a044a30a431cd3e657064bb29614bca57df49\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/john-bercow\">John Bercow<\/a>, um das Pfund in den Keller zu schicken. Und als der ehemalige Brexit-Minster Dominic Raab Anfang November nach einem Kabinettstreffen nur seinen Daumen hob und dies &uuml;ber den Kurznachrichtendienst Twitter in die Welt verbreitet wurde, ging das Pfund durch die Decke. &bdquo;Man kann zu Recht behaupten, dass man das wechselhafte April-Wetter auf der Insel verl&auml;sslicher prognostizieren kann, als den weiteren Fortgang der Brexit-Saga&ldquo;, sagt BayernLB-Analyst Manuel Andersch.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Offizielle Daten, wie viele Milliarden am Devisenmarkt durch nachrichtenlesende Roboter hin- und hergeschoben werden, gibt es nicht. Drei von Reuters gefragte Banker in London gehen davon aus, dass diese Art des Handelns weniger als 10 Prozent des Gesamtmarktes ausmacht. Angesichts der aktuellen Komplexit&auml;t des Brexit-Dramas d&uuml;rfte der Anteil derzeit noch geringer sein. Laut einem Devisenh&auml;ndler einer gro&szlig;en britischen Investmentbank sind manche seiner Kunden aus dem Algo-Trading ausgestiegen. &bdquo;Die Frage ist, ob man als verantwortlicher H&auml;ndler das Risiko bei dieser komplexen Brexit-Geschichte auf Computerprogramme verlagern will&ldquo;, sagt David Leigh, Chefh&auml;ndler bei der Deutschen Bank. &bdquo;Vermutlich nicht.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Zur&uuml;ckhaltung der Investoren l&auml;sst sich an konkreten Zahlen erkennen: W&auml;hrend das Handelsvolumen f&uuml;r das Pfund vor dem Brexit-Referendum im Juni 2016 laut Berechnungen des Datenanbieters CLS noch t&auml;glich bei rund 100 Milliarden Dollar lag, waren es im Februar nur noch 65 Milliarden Dollar. Die Schwankungsanf&auml;lligkeit der britischen W&auml;hrung hat sich &#8211; im Gegensatz zu anderen Bereichen an den Finanzm&auml;rkten &#8211; seit Ende Februar mehr als verdreifacht und ist so hoch wie seit rund zwei Jahren nicht. Das Pfund verlor seit dem Votum der Briten f&uuml;r den EU-Ausstieg rund 13 Prozent an Wert auf rund 1,30 Dollar.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dort h&auml;lt es sich indes seit Ende M&auml;rz, dem urspr&uuml;nglichen Brexit-Termin, recht stabil. Vermutlich weil die menschliche Intelligenz immer noch an die Vernunft glaubt und hofft, dass es zu nicht mehr als einem reduzierten Brexit kommt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/kuenstliche-intelligenz-brexit-laesst-handelsroboter-verzweifeln-16130272.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/kuenstliche-intelligenz-brexit-laesst-handelsroboter-verzweifeln-16130272.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Flut an Nachrichten und der Mangel an Intelligenz im Brexit-Streit \u00fcberfordert die Intelligenz von Menschen wie Maschinen. 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