{"id":59107,"date":"2019-03-29T16:13:01","date_gmt":"2019-03-29T16:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=59107"},"modified":"2019-04-01T10:48:44","modified_gmt":"2019-04-01T10:48:44","slug":"wirtschaft-wutend-uber-brexit-das-chaos-ist-nun-perfekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=59107","title":{"rendered":"Wirtschaft w\u00fctend \u00fcber Brexit: \u201eDas Chaos ist nun perfekt\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Eine Mini-Karosserie in einem Werk in Oxford<\/div>\n<p class=\"post_description\">BMW hat seine Belegschaft in Gro&szlig;britannien in den Brexit-Urlaub geschickt &ndash; zu fr&uuml;h. Unternehmen f&uuml;rchten jetzt den nationalen Notstand.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>er Brexit ist am Freitag erst einmal ausgefallen &ndash; aber nicht in den britischen Fabriken von BMW: Ab Montag stoppt der M&uuml;nchner Autokonzern die Produktion in seinen vier Werken auf der Insel. Denn wie viele andere Gro&szlig;unternehmen hat sich auch BMW seit langem f&uuml;r den 29. M&auml;rz als Austrittstermin aus der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9fc100f4f3574fbb952072eb333eee33a582a1ed\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\">EU<\/a> ger&uuml;stet. Um sich gegen Lieferengp&auml;sse unmittelbar nach einem bef&uuml;rchteten No-Deal-Brexit abzusichern, verlegte BMW eigens die vierw&ouml;chigen Werksferien vom Sommer auf den April.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aber <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"f9d9cb0e499bc90503f6331853093808955648e2\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/thema\/bmw\">BMW<\/a> hat die Belegschaft zu fr&uuml;h in den Brexit-Urlaub geschickt. Denn durch das politische Chaos in London ist der Zeitplan v&ouml;llig durcheinander geraten: Am Freitagnachmittag stimmte das britische Parlament auch im dritten Anlauf mit deutlicher Mehrheit gegen den vorliegenden Austrittsvertrag mit der EU, der darauf abzielt, den wirtschaftlichen Schaden einzud&auml;mmen. Damit w&auml;chst die Gefahr, dass es nach Ablauf eines von der EU gew&auml;hrten Aufschubs am 12. April zu einem versp&auml;teten No-Deal-Brexit kommt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In der Wirtschaft sorgt der neuerliche R&uuml;ckschlag f&uuml;r &Auml;rger und Unverst&auml;ndnis: &bdquo;Das Chaos ist nun perfekt&ldquo;, sagte <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"3581013a39463fca4e6f9ca514123789e532fe3c\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/eric-schweitzer\">Eric Schweitzer<\/a>, der Pr&auml;sident des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). &bdquo;Wir m&uuml;ssen unseren gew&auml;hlten Volksvertretern klar machen, dass sie nicht weiter Regenbogen hinterherjagen k&ouml;nnen&ldquo;, hatte Adam Marshall, der Generaldirektor der britischen Handelskammern schon vor der Abstimmung gefordert. &bdquo;Ein chaotischer ungeordneter Brexit w&auml;re nicht nur zutiefst unverantwortlich, er w&auml;re eine schamlose Pflichtverletzung&ldquo; der Politiker, wetterte der Verbandschef.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Kosten f&uuml;r kurzfristige Verwerfungen&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Confederation of British Industry (CBI), der gr&ouml;&szlig;te britische Unternehmensverband, ver&ouml;ffentlichte k&uuml;rzlich sogar einen offenen Brief gemeinsam mit dem Gewerkschaftsbund Trade Union Congress (TUC) &ndash; was sonst praktisch nie vorkommt. &bdquo;Unser Land steht vor einem nationalen Notstand&ldquo; hei&szlig;t es in dem Schreiben an die Regierungschefin May. Ein No-Deal-Brexit w&uuml;rde im K&ouml;nigreich zu einem wirtschaftlichen Schock f&uuml;hren, der &bdquo;auf Generationen hinaus&ldquo; zu sp&uuml;ren w&auml;re. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaften fordern angesichts der politischen Blockade einen &bdquo;Plan B&ldquo; f&uuml;r den EU-Austritt, der Arbeitspl&auml;tze und die Wirtschaft sch&uuml;tze.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Im Londoner Unterhaus will zwar eine Mehrheit der Abgeordneten keinen No-Deal-Brexit &ndash; doch verhindert werden kann dieser nur, wenn sich die Parlamentarier auf eine andere L&ouml;sung verst&auml;ndigen k&ouml;nnen, was noch immer nicht gelungen ist. Andererseits gibt es weiterhin Hoffnung: Das britische Parlament hat in dieser Woche mit einer Reihe von Probeabstimmungen begonnen, die mehrheitsf&auml;hige Alternativen ausloten sollen. Im Parlament scheint die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r einen Zollverbund mit der EU nach dem <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"472ebdbf7df0765683d7d509e02b4e207676ca23\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/brexit\">Brexit<\/a> zu wachsen, auch wenn die Regierungschefin May dies bisher immer strikt abgelehnt hat. Zollh&uuml;rden und kostentreibende Grenzformalit&auml;ten im britisch-europ&auml;ischen Handel w&uuml;rden dadurch verhindert. Br&uuml;ssel signalisiert Aufgeschlossenheit: Die EU w&auml;re zu einer dauerhaften Zollunion mit Gro&szlig;britannien bereit, sagte Brexit-Verhandlungsf&uuml;hrer Michel Barnier am Freitag in Warschau.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch es gibt in Gro&szlig;britannien auch Wirtschaftsfachleute, die f&uuml;r einen radikalen Schlussstrich pl&auml;dieren: Der fr&uuml;here britische Notenbankchef und Brexit-Bef&uuml;rworter Mervyn King empfiehlt, Gro&szlig;britannien solle die Verhandlungen mit Br&uuml;ssel beenden und mit der EU einen ungeordneten EU-Austritt im Herbst vereinbaren. Sechs Monate Vorbereitungszeit darauf reichten aus. Die wirtschaftlichen Risiken eines No-Deal-Brexit w&uuml;rden &uuml;bersch&auml;tzt, glaubt der ehemalige Geldh&uuml;ter. Es w&auml;re nur mit &bdquo;Kosten f&uuml;r kurzfristige Verwerfungen&ldquo; zu rechnen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/wirtschaft-wuetend-ueber-brexit-blockade-16114909.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/wirtschaft-wuetend-ueber-brexit-blockade-16114909.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BMW hat seine Belegschaft in Gro\u00dfbritannien in den Brexit-Urlaub geschickt \u2013 zu fr\u00fch. 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