{"id":58528,"date":"2019-03-18T07:32:10","date_gmt":"2019-03-18T07:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=58528"},"modified":"2019-03-18T08:52:37","modified_gmt":"2019-03-18T08:52:37","slug":"ergebnis-des-prufberichts-milliardenbetrug-bei-mobelkonzern-steinhoff-ist-amtlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=58528","title":{"rendered":"Ergebnis des Pr\u00fcfberichts: Milliardenbetrug bei M\u00f6belkonzern Steinhoff ist amtlich"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Geb&auml;ude von Steinhoff in Niedersachsen<\/div>\n<p class=\"post_description\">Eine Gruppe Topmanager soll beim M&ouml;belkonzern Steinhoff  jahrelang Transaktionen generiert haben, um Zahlen zu f&auml;lschen. Jetzt sollen strafrechtliche Schritte folgen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">R<\/span>und 15 Monate nach dem spektakul&auml;ren B&ouml;rsendebakel von Steinhoff hat sich der Verdacht von Bilanzmanipulationen und Betrug in Milliardenh&ouml;he bei dem einst angesehenen M&ouml;belkonzern erh&auml;rtet. Zwischen 2009 und 2017 seien &bdquo;fiktive und unregelm&auml;&szlig;ige Transaktionen&ldquo; in einer H&ouml;he von 6,5 Milliarden Euro aufgedeckt worden, schreibt die Wirtschaftspr&uuml;fungs- und Beratungsgesellschaft PWC in einer am Wochenende ver&ouml;ffentlichten Zusammenfassung ihrer Untersuchung.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Hinter den Machenschaften stecke eine &bdquo;kleine Gruppe fr&uuml;herer Steinhoff-Manager und nicht zu der Gruppe geh&ouml;render Manager&ldquo; unter der F&uuml;hrung &bdquo;eines Vorstandsmitglieds&ldquo;. Die Gruppe habe &uuml;ber Jahre hinweg vielf&auml;ltige Transaktionen auf den Weg gebracht, um Gewinn und Verm&ouml;gen des Steinhoff-Konzerns &bdquo;substantiell aufzubl&auml;hen&ldquo;. Die Namen der Mitglieder dieser Gruppe und des Vorstandsmitglieds wurden nicht genannt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Von 5 Euro auf 13 Cent<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Steinhoff, die Nummer zwei hinter <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"97ae54647edc68e5dc67ca781ff3a7375d48e5e6\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/ikea\">Ikea<\/a> auf der Welt, hat einen rasanten Niedergang hinter sich, seit der Aktienkurs im Dezember 2017 um mehr als 90 Prozent fiel. Der Konzern hatte damals &bdquo;Unregelm&auml;&szlig;igkeiten&ldquo; in der Bilanz eingestanden, der langj&auml;hrige Vorstandschef Markus Jooste war daraufhin zur&uuml;ckgetreten. &Uuml;ber Monate hinweg gab es immer neue Enth&uuml;llungen, denen zufolge Jooste nicht nur ungehindert mit waghalsigen Akquisitionen voranpreschen, sondern auch die Gesch&auml;ftszahlen manipulieren konnte. Au&szlig;er ihm traten mehrere Manager und Aufsichtsratsmitglieder zur&uuml;ck. Mehrere von der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft Deloitte zuvor testierte Jahresabschl&uuml;sse wurden zur&uuml;ckgezogen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Bericht von PWC h&auml;tte urspr&uuml;nglich Ende vergangenen Jahres vorliegen sollen, wurde aber wegen der &bdquo;Komplexit&auml;t der Aufgabe&ldquo; verschoben. Gl&auml;ubiger und Aktion&auml;rsvertreter, die bereits hohe Entsch&auml;digungsklagen gegen Steinhoff eingereicht haben, hatten ihn mit gro&szlig;er Spannung erwartet. Aus rechtlichen Gr&uuml;nden bleibt der 7000 Seiten lange Gesamtbericht jedoch weiter vertraulich. Der Konzern ver&ouml;ffentlichte auf seiner Internetseite lediglich eine Zusammenfassung.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Fiktive Ertr&auml;ge generiert<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wie es darin hei&szlig;t, hatte die ber&uuml;chtigte Steinhoff-Truppe beispielsweise zahlreiche Male den Eindruck erweckt, mit unabh&auml;ngigen Partnern Gesch&auml;fte zu machen. Tats&auml;chlich seien diese jedoch eng mit ihnen verbunden gewesen. In vielen F&auml;llen seien fiktive oder unregelm&auml;&szlig;ige Ertr&auml;ge in zwischengeschalteten Steinhoff-Holdinggesellschaften generiert worden, die dann schlechter laufenden Tochtergesellschaften zu Gute kamen, teils in Form von Bargeld.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die beanstandeten Transaktionen seien durch juristische und andere Dokumente gest&uuml;tzt worden, die oft erst nachtr&auml;glich erstellt wurden. Um Verwirrung zu stiften, sei es auch &uuml;blich gewesen, den Scheinunternehmen, &uuml;ber welche die Transaktionen liefen, &auml;hnliche Namen zu geben und die Namen zu &auml;ndern. PWC habe f&uuml;r die Untersuchung 22 fr&uuml;here und amtierende Direktoren sowie leitende Angestellte befragt. Jooste und andere Hauptbeschuldigte h&auml;tten Gespr&auml;che abgelehnt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wie es in der Mitteilung weiter hei&szlig;t, soll der Bericht nun f&uuml;r die Erstellung der noch ausstehenden Jahresabschl&uuml;sse dienen. Zus&auml;tzlich will der Aufsichtsrat auf dieser Basis rechtliche Schritte gegen die Beschuldigten einleiten. Ehemalige Steinhoff-F&uuml;hrungskr&auml;fte und andere betroffene Personen w&uuml;rden aufgefordert, die Ergebnisse zu kommentieren. Es seien jedoch noch viele Fragen offen, und die Untersuchung sei noch nicht zu Ende.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Mitteilung war am Freitag nach dem Handelsschluss an der Johannesburger B&ouml;rse ver&ouml;ffentlicht worden, an der Frankfurter B&ouml;rse legte die Steinhoff-Aktie kurzzeitig zu. Zum B&ouml;rsengang in Frankfurt 2015 war sie noch 5 Euro wert, jetzt wird sie nur noch mit 13 Cent gehandelt. Daher sind Kursbewegungen auch im Grunde wenig aussagekr&auml;ftig. Die Aktie ist nur noch ein Spekulationsobjekt, von ernsthaften Investoren wird sie nicht mehr in Betracht gezogen. Das zeigt sich auch im drastischen R&uuml;ckgang der B&ouml;rsenums&auml;tze.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">An diesem Dienstag werden die Aufsichtsratsvorsitzende Heather Sonn und Vorstandschef Louis de Preez im s&uuml;dafrikanischen Parlament vorstellig. Einer der Gro&szlig;investoren an Steinhoff ist der Verwalter des staatlichen Pensionsfonds PIC, der auch wegen anderer gl&uuml;ckloser Investitionen und Skandale unter Druck steht. Steinhoff hat seinen Rechtssitz in den Niederlanden, wird aber von S&uuml;dafrika aus gef&uuml;hrt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/pruefbericht-macht-milliardenbetrug-bei-steinhoff-amtlich-16094193.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/pruefbericht-macht-milliardenbetrug-bei-steinhoff-amtlich-16094193.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gruppe Topmanager soll beim M\u00f6belkonzern Steinhoff  jahrelang Transaktionen generiert haben, um Zahlen zu f\u00e4lschen. 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