{"id":58073,"date":"2019-03-07T13:26:21","date_gmt":"2019-03-07T13:26:21","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=58073"},"modified":"2019-03-11T10:09:27","modified_gmt":"2019-03-11T10:09:27","slug":"geldpolitik-der-wahrungsunion-die-ezb-ergreift-neue-masnahmen-gegen-die-wirtschaftsschwache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=58073","title":{"rendered":"Geldpolitik der W\u00e4hrungsunion: Die EZB ergreift neue Ma\u00dfnahmen gegen die Wirtschaftsschw\u00e4che"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Geldpolitik f&uuml;r den S&uuml;den: Der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank, Mario Draghi<\/div>\n<p class=\"post_description\">Bis zum Jahresende wird es keine Zinswende im Euroraum mehr geben. Die Anleger freuten sich zun&auml;chst. Dann gaben die Kurse nach. Wissenschaftler &uuml;berrascht der Zeitpunkt und das Ausma&szlig; des neuen Kreditprogramms.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) ergreift neue Ma&szlig;nahmen, um der verlangsamten Konjunktur in der W&auml;hrungsunion entgegenzuwirken. Die W&auml;hrungsh&uuml;ter m&ouml;chten neue Langfristkredite mit einer Laufzeit von zwei Jahren vergeben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die nun unter dem K&uuml;rzel TLTRO-III bekannt gegebenen Geldhilfen sollen im September beginnen und dann ein Mal in jedem Quartal bis zum Jahr 2021 an die Banken vergeben werden. Das teilte die EZB an diesem Donnerstag nach der Ratssitzung in Frankfurt mit (<a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2019\/html\/ecb.mp190307~7d8a9d2665.en.html\">hier<\/a>).<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die W&auml;hrungsh&uuml;ter um den EZB-Pr&auml;sidenten Mario Draghi k&uuml;ndigten zudem an, die Leitzinsen noch bis mindestens zum Jahresende nicht anzutasten &ndash; bislang galt dies bis zum Ende des Sommers. Der Schl&uuml;sselsatz zur Versorgung der Institute mit Geld liegt seit M&auml;rz 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">An der B&ouml;rse stiegen die Aktienkurse infolge der Ank&uuml;ndigungen zun&auml;chst. Im Verlauf der Pressekonferenz fielen sie jedoch wieder, der Dax gab deutlich nach. Der Euro verlor etwas an Wert und verminderte sich auf 1,12 Dollar.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;EZB in der Sackgasse&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Martin Wansleben, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), kritisierte die EZB: &bdquo;In den konjunkturell guten Jahren hat die Europ&auml;ische Zentralbank es vers&auml;umt, die monet&auml;ren Z&uuml;gel zu straffen.&ldquo; Nun sei sie in &bdquo;einer beginnenden konjunkturellen Flaute&ldquo; gezwungen, mit langfristigen Refinanzierungsgesch&auml;ften (TLTRO) f&uuml;r Banken gegenzusteuern. Auch aus der Politik kamen Vorbehalte. &bdquo;Der Verzicht auf ein weiteres TLTRO-Programm h&auml;tte ein deutliches Signal der EZB an die Kapitalm&auml;rkte sein k&ouml;nnen, die Verh&auml;ltnisse in der Euro-Zone zu normalisieren&ldquo;, sagte der CSU-Finanzexperte Hans Michelbach.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Finanzspritzen bedeuteten eine &bdquo;Trennung von Risiko und Haftung&ldquo;, monierte <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"73957ab934e749b39bad239690e5cb704f6775b4\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/hans-michelbach\">Michelbach<\/a>. &bdquo;Wenn sich die Risiken aber nicht mehr im Zins abbilden, werden marktwirtschaftliche Warnsignale mutwillig abgeschaltet und nicht mehr wettbewerbsf&auml;hige Strukturen k&uuml;nstlich am Leben gehalten.&ldquo; Damit erh&ouml;he sich auch die Gefahr, dass die EZB bei einer neuen Finanzkrise keine wirkungsvollen Instrumente mehr zur Verf&uuml;gung h&auml;tte. &bdquo;Zehn Jahre nach dem Beginn der Weltfinanz- und -wirtschaftskrise zeigt sich, dass sich die EZB unter Draghi mehr oder weniger in eine Sackgasse man&ouml;vriert hat, aus der sie offenbar keinen Ausweg findet oder finden will.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Die Bekanntgabe eines neuen Kreditprogramms f&uuml;r europ&auml;ische Banken kommt fr&uuml;her und ist deutlich expansiver als erwartet werden konnte&ldquo;, kommentierte der &Ouml;konom Marcel Fratzscher, der das Forschungsinstitut DIW in Berlin leitet. Er findet: &bdquo;Die viertelj&auml;hrliche Vergabe bis M&auml;rz 2021 mit einer zweij&auml;hrigen Laufzeit wird es den Banken deutlich erleichtern, ihre Kreditvergabe fortzusetzen und auszubauen.&ldquo; Gr&ouml;&szlig;e und Laufzeit des neuen Kreditprogramms signalisieren seiner Ansicht nach auch &bdquo;die Sorge der EZB &uuml;ber die Abk&uuml;hlung und die stark zunehmenden Risiken f&uuml;r die Wirtschaft der W&auml;hrungsunion&ldquo;.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Leitzins bleibt bei null Prozent<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte zuletzt die Bef&uuml;rchtung ge&auml;u&szlig;ert, Geldh&auml;user k&ouml;nnten ihre Kreditvergabe wegen des geringeren Wachstums drosseln. Eine erste Serie solcher langfristigen Kredite hatte die Euro-Notenbank im Juni 2014 beschlossen, eine zweite dann im M&auml;rz 2016. Nun kommt die dritte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Banken in Italien, Spanien und Frankreich machten davon in der Vergangenheit besonders Gebrauch: Auf italienische Geldh&auml;user entfielen zuletzt noch ausstehende Langfristkredite in H&ouml;he von ann&auml;hernd 240 Milliarden Euro. Sie waren jeweils so gestaltet, dass Institute Anreize erhalten, Darlehen an Unternehmen zu geben. Nach Berechnungen der spanischen Gro&szlig;bank BBVA steht f&uuml;r einen Gro&szlig;teil dieser Mittel die R&uuml;ckzahlung im Juni 2020 an.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit den neuen in Aussicht gestellten Hilfen d&uuml;rften Banken auch eine regulatorische H&uuml;rde besser bew&auml;ltigen. Denn wenn die Restlaufzeit bestehender Darlehen Mitte 2019 unter ein Jahr f&auml;llt, k&ouml;nnen Institute dieses Geld schon nicht mehr zur Berechnung bestimmter Finanzpolster heranziehen. In den Bilanzen italienischer Banken klafft Sch&auml;tzungen zufolge deshalb ab Juni eine besonders gro&szlig;e L&uuml;cke, da dann gesch&auml;tzt 140 Milliarden Euro aus der Berechnung herausfallen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">G&uuml;nstige Anschlussfinanzierungen durch die EZB k&ouml;nnten deshalb von gro&szlig;em Interesse sein. EZB-Chefvolkswirt Praet hatte allerdings unl&auml;ngst ausgeschlossen, dass eine Neuauflage der Geldspritzen gezielt auf einzelne L&auml;nder ausgerichtet werde.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/ezb-ergreift-neue-massnahmen-gegen-die-wirtschaftsschwaeche-16076841.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/ezb-ergreift-neue-massnahmen-gegen-die-wirtschaftsschwaeche-16076841.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Jahresende wird es keine Zinswende im Euroraum mehr geben. Die Anleger freuten sich zun\u00e4chst. Dann gaben die Kurse nach. 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