{"id":58070,"date":"2019-03-07T15:33:37","date_gmt":"2019-03-07T15:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=58070"},"modified":"2019-03-11T10:09:22","modified_gmt":"2019-03-11T10:09:22","slug":"nach-der-ezb-entscheidung-das-jubeln-und-wehklagen-der-kurzsichtigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=58070","title":{"rendered":"Nach der EZB-Entscheidung: Das Jubeln und Wehklagen der Kurzsichtigen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Blick auf die Dax-Tafel an der Frankfurter B&ouml;rse.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Der deutsche Aktienmarkt zuckte am Donnerstag erst kurz nach oben, dann ging es umso st&auml;rker abw&auml;rts. Grund waren die Verlautbarungen der Notenbank. Dabei h&auml;tten sie niemanden &uuml;berraschen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">M<\/span>an sollte ja nicht zu schnell &bdquo;Hurra&ldquo; schreien. Diese Erfahrung mussten kurzfristig orientierte Aktienanleger am Donnerstag einmal mehr machen. Nachdem die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"336282934f8e902b1bd5c2564a1a9376f25c66fb\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/ezb\">Europ&auml;ische Zentralbank<\/a> (EZB) am Mittag ank&uuml;ndigte, nicht nur die Zinsen f&uuml;r den Euro-Raum bis mindestens zum Jahresende bei 0,0 Prozent zu belassen, sondern auch eine Neuauflage von g&uuml;nstigen Langfristkrediten f&uuml;r Gesch&auml;ftsbanken in Aussicht stellte, &bdquo;jubelten&ldquo; die Anleger &ndash; zumindest lautete manche Meldung so, obwohl Jubelrufe nirgends zu h&ouml;ren waren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Stattdessen dr&uuml;ckte sich der &bdquo;Jubel&ldquo; in einer Wende der Aktienkurse aus. Der Standardwerteindex <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"a379317eef4b9a759fbba8da886a9ecbcdcf8099\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/dax\">Dax<\/a>, der bis dahin leicht im Minus gelegen hatte, verzeichnete ebenso leichte Aufschl&auml;ge von 0,3 Prozent.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch es hatte sich bald ausgejubelt und stattdessen war eher etwas Geld ver-jubelt worden. Rund eine halbe Stunde sp&auml;ter waren die virtuellen Freudenrufe verklungen. Der Dax rutschte mit einem Abschlag von 0,9 Prozent tiefer ins Minus als zuvor am Donnerstag.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Jubel-B&ouml;rsianer hatten nicht auf die Pressekonferenz gewartet, wie dies im geldpolitischen Gesch&auml;ft erfahrene Anleger eigentlich tun sollten. Aber wenn es eben nur darum geht, am schnellsten zu sein.<\/p>\n<p><a class=\"lookslikebutton\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/kurs\/index\/dax\/DE0008469008\/xetra\/159096\/\">Zur Detailansicht<\/a><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Denn auf der Pressekonferenz lieferte die EZB mehr Anlass zu &bdquo;Oh weh&ldquo;- als zu &bdquo;Hosianna&ldquo;-Rufen. Denn die Zentralbank senkte ihre Wachstumsprognose f&uuml;r die Euro-Zone deutlich. F&uuml;r 2019 rechnen sie nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 Prozent, nachdem sie noch im Dezember mit 1,7 Prozent gerechnet hatten. F&uuml;r 2020 sagen sie 1,6 statt 1,7 Prozent voraus.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Schon vorher hatten Experten gewarnt, dass die neuen Ma&szlig;nahmen der Zentralbank ein Alarmsignal seien. &bdquo;Wenn die EZB nicht mit einer erheblichen Abk&uuml;hlung rechnen w&uuml;rde, w&uuml;rde sie nicht so drastisch auf die Bremse treten&ldquo;, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Verm&ouml;gensverwalter QC Partners.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Hart trifft es den Euro, der auf aktuell 1,1237 Dollar abwertet. Gegen Mittag war die Gemeinschaftsw&auml;hrung noch mit 1,132 Dollar gehandelt worden. Wieder scheinen es vor allem ausl&auml;ndische Anleger gewesen zu sein, die rasch zugriffen und ebenso schnell deutsche Aktien wieder fallen lie&szlig;en. Der  M-Dax der mittelgro&szlig;en Werte konnte nur sein Minus vor&uuml;bergehend eind&auml;mmen. Gleiches gilt dementsprechend f&uuml;r den marktbreiten F.A.Z.-Index. Der S-Dax der kleinen Werte blieb sogar fast unbeeindruckt. Er behielt das deutliche Minus im Wesentlichen bei, mit dem er schon in den Tag gestartet war.<\/p>\n<p><a class=\"lookslikebutton\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/kurs\/waehrung\/eur-usd\/EU0009652759\/forexvwd\/2079559\/\">Zur Detailansicht<\/a><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wer langfristig investiert, sollte eigentlich schon auf eine schw&auml;chere europ&auml;ische Wirtschaft vorbereitet gewesen sein, denn es gab Anzeichen genug wie einen fallende Ifo-Gesch&auml;ftsklimaindex, der den schlechtesten Wert seit vier Jahren erreicht hat. Auch der europ&auml;ische Einkaufsmanagerindex war schon im Februar unter 50 Punkte und damit in rezessives Terrain gefallen, nachdem er seit Ende 2017 von einem 10-Jahres-Rekord kontinuierlich gefallen war. Jetzt hat er das tiefste Niveau seit Ende 2013 erreicht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Insofern gab es zum Jubeln schon vor der Pressekonferenz keinen Anlass &ndash; und nach ihr auch nicht zum Wehklagen, denn so &uuml;berraschend kommt die Senkung der Wachstumsprognosen nun wirklich nicht. Aber es kommt eben immer auf die Sichtweise an. Wer &uuml;ber den heutigen Tag nicht hinausschaut, hat jeden Tag Grund zum Jubeln oder zum Wehklagen &ndash; oder eben zu beidem. Und das macht das Leben als B&ouml;rsianer vielleicht auch interessanter.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktienmarkt-das-jubeln-und-wehklagen-der-kurzsichtigen-16077038.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktienmarkt-das-jubeln-und-wehklagen-der-kurzsichtigen-16077038.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Aktienmarkt zuckte am Donnerstag erst kurz nach oben, dann ging es umso st\u00e4rker abw\u00e4rts. 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