{"id":57769,"date":"2016-02-22T08:00:00","date_gmt":"2016-02-22T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=57769"},"modified":"2019-03-04T09:57:51","modified_gmt":"2019-03-04T09:57:51","slug":"fluchtlinge-auf-der-flucht-vor-dem-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=57769","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge: Auf der Flucht vor dem Klima?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Syrien wurde f&uuml;nf Jahre lang von D&uuml;rre heimgesucht: Ein Staubsturm nahe Resafa, dem antiken Sergiopolis.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die globale Erw&auml;rmung soll zum syrischen B&uuml;rgerkrieg und zu den Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men beigetragen haben. Konfliktforscher zweifeln, daran. Aber es geht bei diesem Thema nicht nur um Wissenschaft.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">A<\/span>lles begann mit einer <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"af6f7a0efb44312f000325908cfe1a1f0e33bd39\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/duerre\">D&uuml;rre<\/a>. In Syrien blieb vor zehn Jahren pl&ouml;tzlich der Regen aus. F&uuml;nf lange Jahre fiel kaum ein Tropfen. Vor allem der Norden des Landes litt unter Wasserknappheit. Klimaforscher sagen, es war die l&auml;ngste und schlimmste D&uuml;rre, die jemals in Syrien registriert wurde. Sie sagen au&szlig;erdem, dass f&uuml;r die extreme D&uuml;rre wohl der Klimawandel schuld sei. Felder verdorrten, Ernten blieben aus, Bauern hungerten und flohen in die gro&szlig;en St&auml;dte des Landes. Erst im Jahr 2010 besserte sich die Situation. Doch da war es schon zu sp&auml;t. Aufst&auml;nde begannen, ein Krieg brach aus. Millionen von Menschen flohen aus ihrem Land. Der Rest ist bekannt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aber kann man diese Geschichte so erz&auml;hlen? Sind die Menschen aus Syrien haupts&auml;chlich vor dem Klimawandel geflohen? Insbesondere Syrer, die nach Europa ausgewandert sind, werden immer h&auml;ufiger als Klimafl&uuml;chtlinge bezeichnet. <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"fb9731cc3ae1599ab469c458b9ae3de4f59c3b21\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/barack-obama\">Pr&auml;sident Obama<\/a> nahm den Begriff k&uuml;rzlich in den Mund, John Kerry ebenfalls, Al Gore nat&uuml;rlich, aber auch Prinz Charles. Die Pr&auml;sidentschaftskandidatin Hillary Clinton sieht infolge des Klimawandels sogar ein Zeitalter der Wasserkriege aufziehen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die jetzt in Europa eintreffenden Klimafl&uuml;chtlinge jedenfalls sollen erst der Anfang einer der gr&ouml;&szlig;ten Wanderungen der Menschheitsgeschichte sein, hei&szlig;t es. Politiker, &Ouml;konomen, Wissenschaftler und NGOs rechnen mit Millionen von Klimagesch&auml;digten, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aus ihrer Heimat fliehen werden. Die Prognosen schwanken allerdings stark. Vorsichtige Sch&auml;tzungen gehen von etwa f&uuml;nfzig Millionen Menschen bis zum Jahr 2050 aus. Es sind in der Literatur aber auch Zahlen von einer halben Milliarde und mehr zu finden. Nur rein formal steht eines fest: Ein Recht auf Asyl aufgrund des Klimas gibt es bislang nicht.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Klimawissenschaftler vs. Konfliktforscher<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zwei kontroverse Themen mit &auml;hnlichen Problemen prallen da aufeinander. Auf der einen Seite der Klimawandel, den viele immer noch leugnen oder nicht wahrhaben wollen. Und auf der anderen Seite die Masse der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4dd49ae10f17468059dd276404b10b6085707732\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/fluechtlinge\">Fl&uuml;chtlinge<\/a>, um deren Akzeptanz es schon besser stand. Entsprechend erhitzt wird diskutiert. Die gro&szlig;e Frage ist, ob Erderw&auml;rmung und Flucht kausal zusammenh&auml;ngen. F&uuml;hrt der Klimawandel bereits heute unmittelbar zu Konflikten, Krieg und Flucht?<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Antworten darauf sind nicht einfach. Das Deutsche Klimakonsortium, der Verband deutscher Klimainstitute, hat es vergangene Woche trotzdem versucht. Auf einer Pressekonferenz in Berlin haben Klimaforscher und Konfliktforscher allerdings eine andere Geschichte erz&auml;hlt. Der Klimawandel sei lediglich ein Faktor von vielen. Nicht mehr, und nicht weniger. Das Thema sei zudem zu wenig erforscht, um eindeutige Ursachen f&uuml;r ein so komplexes Thema wie Migration zu benennen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In einer immer un&uuml;bersichtlicher werdenden Welt wollen viele Menschen aber vor allem Klarheit. Sie m&ouml;chten wissen, ob dieser oder jener Sturm schon in der Verantwortung des Menschen liegt, ob ein Jahrhunderthochwasser noch normal ist, und ob es solche warmen Winter wie derzeit schon immer gegeben hat.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">D&uuml;rren sind besonders schwierig zu prognostizieren<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit diesem Anspruch m&uuml;ssen Naturwissenschaftler leben. Auch wenn es ihnen schwerf&auml;llt: D&uuml;rren zum Beispiel sind noch schwieriger vorherzusagen als Hochwasser. Regionale Niederschlagsentwicklungen und -prognosen geh&ouml;ren zu den besonders delikaten Themen der Klimaforschung. Einfache Antworten gibt es selten. Daf&uuml;r ist das System Atmosph&auml;re zu chaotisch. Gleichwohl ist die eindeutige Trennung zwischen nat&uuml;rlicher Schwankung und menschlichem Einfluss eine der Kernaufgaben der Forscher.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/gibt-es-schon-heute-klimafluechtlinge-14081159.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/gibt-es-schon-heute-klimafluechtlinge-14081159.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die globale Erw\u00e4rmung soll zum syrischen B\u00fcrgerkrieg und zu den Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6men beigetragen haben. Konfliktforscher zweifeln, daran. 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