{"id":57750,"date":"2019-02-28T10:57:11","date_gmt":"2019-02-28T10:57:11","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=57750"},"modified":"2019-03-04T09:57:13","modified_gmt":"2019-03-04T09:57:13","slug":"insektenforschung-nutzliche-untermieter-im-insektendarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=57750","title":{"rendered":"Insektenforschung: N\u00fctzliche Untermieter im Insektendarm"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ohne ihr Mikobiom k&ouml;nnten Honigbienen nicht &uuml;berleben.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Nicht nur Menschen und S&auml;ugetiere, auch viele Insekten profitieren von der heilenden Wirkung der Darmflora. Die Bakterien helfen nicht nur bei der Verdauung. Die Darmflora sch&uuml;tzt auch Bienen vor Pflanzengiften und st&auml;rkt den Panzer von R&uuml;sselk&auml;fern.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">V<\/span>erdauung ist keine sterile Angelegenheit. Gew&ouml;hnlich wird der Darm von Bakterien bev&ouml;lkert, die mit ihrem Gastgeber in einer Symbiose leben: Wo sie sich breitmachen, wird es f&uuml;r Krankheitserreger schwierig, sich ebenfalls einzunisten. Au&szlig;erdem knacken die n&uuml;tzlichen Mikroben auch schwer Verdauliches, mitunter sogar Toxisches. Sie ern&auml;hren sich von organischen Molek&uuml;len, bei denen g&auml;ngige Verdauungsenzyme wenig oder gar nichts ausrichten k&ouml;nnen. Wobei ein Teil der Abbauprodukte dem Stoffwechsel des Gastgebers zugutekommt. Das gilt offenkundig auch f&uuml;r die Aktivit&auml;ten von Bakterien im Bienendarm, wie zwei Schweizer Wissenschaftler herausgefunden haben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Lucie Ke&scaron;nerov&aacute; von der Universit&auml;t Lausanne und Ruben Marsin von der ETH Z&uuml;rich haben entdeckt, dass die Darmflora der Honigbiene weit weniger vielf&auml;ltig ist als etwa die des Menschen. Stichproben rund um den Globus best&auml;tigen, dass sie zu mehr als neunzig Prozent aus nur sieben verschiedenartigen Bakterien besteht: Vier tummeln sich vorwiegend im hinteren Teil des Mitteldarms, drei bev&ouml;lkern bevorzugt den anschlie&szlig;enden Abschnitt des Verdauungstrakts, den Enddarm.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit diesem &uuml;berschaubaren Mikroben-Inventar k&ouml;nnen Honigbienen vermutlich deshalb klarkommen, weil sie keinen sonderlich abwechslungsreichen Speiseplan haben. Sie leben ausschlie&szlig;lich von Nektar und Pollen. Die zuckers&uuml;&szlig;e Belohnung, mit der Bl&uuml;ten ihre Besucher locken, ist ausgesprochen leicht verdaulich. Taugt allerdings nicht f&uuml;r eine ausgewogene Ern&auml;hrung. Daf&uuml;r enth&auml;lt der Nektar viel zu wenig Aminos&auml;uren. Diese Bausteine f&uuml;r die Produktion von Proteinen stammen haupts&auml;chlich aus den Pollenk&ouml;rnern, die Honigbienen auf den Bl&uuml;ten einsammeln. Aus Sporopollenin und Phenolamiden aufgebaut, ist die &auml;u&szlig;ere Pollenh&uuml;lle &auml;u&szlig;erst resistent gegen Angriffe von Verdauungsenzymen. Verst&auml;rkt wird die chemische Barrikade durch eingelagerte Flavonoide. Manche dieser Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole sind f&uuml;r Insekten toxisch, andere sch&uuml;tzen vor Bakterien. Was die Pollens&auml;cke einer Bl&uuml;te ausstreuen, hat derart verpackt gute Chancen, unversehrt auf einer anderen Bl&uuml;te zu landen und sie zu befruchten.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Hungrige Bienen k&ouml;nnen die Wand der Pollenk&ouml;rner allerdings ohne weiteres mit ihren Mundwerkzeugen aufrei&szlig;en. So kommen sie an Eiwei&szlig; und einfache Zucker heran, die sich ohne fremde Hilfe verdauen lassen. Um auch Pektine und andere komplexe Kohlenhydrate zu zerlegen, sind jedoch die Bakterien gefragt, die den Bienendarm bev&ouml;lkern. Dass sich die Darmflora sogar &uuml;ber schwer Angreifbares aus der &auml;u&szlig;eren Pollenh&uuml;lle hermacht, <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosbiology\/article?id=10.1371\/journal.pbio.2003467\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichten die beiden Schweizer Forscher in der Online-Zeitschrift &bdquo;Plos Biology&ldquo;.<\/a><\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Zur Untermiete im Bienendarm<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch welche Bewohner des Bienendarms attackieren welche Pflanzenstoffe? Um das zu erkunden, verschafften sich die Wissenschaftler zun&auml;chst Versuchstiere, die jeweils nur eine einzige Bakterienart beherbergten: Aus einem gesunden Bienenstock holten sie einige Arbeiterinnen, die noch in ihrer Puppenh&uuml;lle steckten, und brachten sie in eine sterile Umgebung. Die geschl&uuml;pften Tiere wurden dann mit sterilem Zuckerwasser und sterilisiertem Pollen ern&auml;hrt. So konnte nur eine ganz bestimmte Art von Bakterien, die jeweils ins Futter gemischt wurde, den Bienendarm besiedeln.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/nuetzliche-untermieter-auch-im-darm-vieler-insekten-leben-bakterien-16060202.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/nuetzliche-untermieter-auch-im-darm-vieler-insekten-leben-bakterien-16060202.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur Menschen und S\u00e4ugetiere, auch viele Insekten profitieren von der heilenden Wirkung der Darmflora. Die Bakterien helfen nicht nur bei der Verdauung. 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