{"id":57463,"date":"2018-12-11T10:55:33","date_gmt":"2018-12-11T10:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=57463"},"modified":"2019-02-26T10:58:53","modified_gmt":"2019-02-26T10:58:53","slug":"anleihekaufe-der-ezb-nun-sollte-schluss-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=57463","title":{"rendered":"Anleihek\u00e4ufe der EZB: Nun sollte Schluss sein!"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Die Europ&auml;ische Zentralbank hat ihren Sitz in Frankfurt.<\/div>\n<p class=\"post_description\">F&uuml;r mehr als zwei Billionen Euro haben die Notenbanken der W&auml;hrungsunion Staatsschulden gekauft. Sie durften das, befinden Europas h&ouml;chste Richter. Das bedeutet aber nicht, dass das eine gute Idee war. Eine Analyse.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>arf die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"336282934f8e902b1bd5c2564a1a9376f25c66fb\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/ezb\">Europ&auml;ische Zentralbank<\/a> im Verbund mit den nationalen Notenbanken der W&auml;hrungsunion jeden Monat zig Milliarden Euro ausgeben, um Schuldtitel der Mitgliedsl&auml;nder zu kaufen? Verst&ouml;&szlig;t sie damit tats&auml;chlich nicht gegen das eindeutig vertraglich verankerte Verbot, Eurol&auml;nder zu finanzieren?<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Sie darf. Das hat nun die h&ouml;chste Instanz entscheiden, der Europ&auml;ische Gerichtshof &ndash; und dabei auch substantielle Kritik des Bundesverfassungsgerichts f&uuml;r unerheblich befunden. Die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"87fd966345cacb43ed1676f4c14d5386b051dbd0\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/anleihekauf\">Anleihek&auml;ufe<\/a> sind Teil der Geldpolitik, befanden die Luxemburger Richter, auch h&auml;tten die Euro-W&auml;hrungsh&uuml;ter um den EZB-Pr&auml;sidenten Mario Draghi damit keineswegs ihre Kompetenzen &uuml;berschritten.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Die EU ist kein Nationalstaat<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nur weil ein Verhalten legal ist, bedeutet das aber noch lange nicht, dass es auch sinnvoll ist. Gewichtige Gr&uuml;nde sprechen daf&uuml;r, dass die Euro-Notenbanken ihre Anleihek&auml;ufe zur&uuml;ckfahren &ndash; wie das bereits angek&uuml;ndigt worden ist. Die W&auml;hrungsunion ist l&auml;ngst in einer wirtschaftlich besseren Situation als noch auf dem H&ouml;hepunkt der Euro-Krise, als gleich mehrere Mitgliedsl&auml;nder Hilfe bekamen, die Arbeitslosigkeit deutlich h&ouml;her lag und die Wirtschaftsleistung sogar schrumpfte. In einer Rezession befindet sich derzeit kein Euroland. &Uuml;brigens gerade auch Italien nicht.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wenn nun aus Rom gelegentlich der Hilferuf an die EZB erklingt, weil der Rendite-Unterschied zwischen italienischen Staatsanleihen und den als ausfallsicher erachteten deutschen Titeln mal wieder w&auml;chst, dann steckt dahinter keine aus heiterem Himmel hereingebrochene wirtschaftliche Notsituation &ndash; sondern die Probleme der offenkundig unlauteren Wahlversprechen der beiden stellvertretenden Ministerpr&auml;sidenten Salvini (Lega Nord) und Di Maio (F&uuml;nf Sterne). F&uuml;r die Euro-Notenbanker in Frankfurt besteht jedenfalls kein Anlass, darauf einzugehen, und das haben sie so auch kommuniziert.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nat&uuml;rlich stimmt auch, dass umfangreiche Anleihek&auml;ufe gerade mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre keine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ma&szlig;nahme einer Notenbank sind. Die amerikanische Federal Reserve, die wichtigste Zentralbank der Welt, begann sie infolge der Finanzkrise sehr fr&uuml;h, die Bank of England ebenfalls, viel fr&uuml;her als die EZB. Dass sich der Wert des Dollars in den Jahren nach 2008 &uuml;ber weite Strecken gegen&uuml;ber dem Euro verminderte, obwohl die Zukunft der W&auml;hrungsunion ungewiss war und die amerikanische Wirtschaft schneller wieder wuchs, haben <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"4dea523cfc2b8a5a21512b9f75d6a072f6b129c5\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/ben-bernanke\">Ben Bernanke<\/a> und seine Kollegen in Washington gerne akzeptiert. Einerseits.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion ist andererseits eben kein einzelner Nationalstaat wie die Vereinigten Staaten oder Britannien. Hier ist viel mehr Umsicht gefragt und ein Blick auf m&ouml;gliche Risiken f&uuml;r einzelne Mitgliedsl&auml;nder. Gerade darauf stellten die Kl&auml;ger gegen das Anleihekaufprogramm (PSPP), darunter der AfD-Gr&uuml;nder und heutige Europaabgeordnete Bernd Lucke und das ehemalige AfD-Mitglied Joachim Starbatty, der CSU-Politiker und Anwalt Peter Gauweiler sowie der Berliner Finanzprofessor Markus Kerber ab, als sie das Verfahren in Deutschland anstie&szlig;en. Sie f&uuml;rchten, das europ&auml;ische System der Zentralbanken f&uuml;hre letztlich dazu, dass Deutschland die Rechnung anderer begleiche.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Und es geht, auch das darf nicht vergessen werden, um gewaltige Summen: Die Euro-Notenbanken haben im PSPP-Programm mittlerweile f&uuml;r mehr als 2 Billionen Euro Staatsanleihen oder Anleihen &ouml;ffentlicher Institutionen gekauft. Daf&uuml;r war es mehrfach verl&auml;ngert worden. Besonders brisant ist auch, dass die W&auml;hrungsh&uuml;ter sich nicht an den Schl&uuml;ssel f&uuml;r die K&auml;ufe, die Wirtschaftskraft der L&auml;nder, halten, den sie zu Beginn vereinbarten, sondern immer wieder davon abweichen, wie k&uuml;rzlich der Finanzwissenschaftler Friedrich Heinemann vorrechnete.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das verleiht der Kritik mehr Gewicht und sollte die W&auml;hrungsh&uuml;ter best&auml;rken, wie geplant die Anleihek&auml;ufe zur&uuml;ckzufahren &ndash; weil sie auch im kommenden Jahr auslaufende Schuldtitel durch neue ersetzen werden, ist das Programm ohnehin auf absehbare Zeit noch nicht am Ende.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/anleihekaeufe-der-europaeischen-zentralbank-sollten-auslaufen-15935928.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/anleihekaeufe-der-europaeischen-zentralbank-sollten-auslaufen-15935928.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mehr als zwei Billionen Euro haben die Notenbanken der W\u00e4hrungsunion Staatsschulden gekauft. 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