{"id":57222,"date":"2016-11-12T07:51:45","date_gmt":"2016-11-12T07:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=57222"},"modified":"2019-02-19T10:56:14","modified_gmt":"2019-02-19T10:56:14","slug":"reichsburger-in-osterreich-martialisches-polizeiaufgebot-gegen-die-liebevolle-omi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=57222","title":{"rendered":"Reichsb\u00fcrger in \u00d6sterreich: Martialisches Polizeiaufgebot gegen die liebevolle Omi"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Innenminister Wolfgang Sobotka (&Ouml;VP) hat dieser Tage angeregt, einen neuen Straftatbestand einzuf&uuml;hren, um Reichsb&uuml;rger-Aktivit&auml;ten zu unterbinden.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Nicht nur deutschen Beh&ouml;rden machen &bdquo;Reichsb&uuml;rger&ldquo; zu schaffen &ndash; auch in &Ouml;sterreich gibt es eine wachsende Szene. Innenminister Wolfgang Sobotka will dagegen Ma&szlig;nahmen ergreifen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"> Neun Polizisten holten am Donnerstag eine Frau aus ihrem Haus im &ouml;sterreichischen Bundesland K&auml;rnten, legten ihr Handschellen an und brachten sie &uuml;ber die n&auml;chstgelegene Grenze, also nach Slowenien. Tags drauf ver&ouml;ffentlichte ihre Stieftochter &uuml;ber eine offene Facebook-Gruppe der Universit&auml;t Klagenfurt einen Aufruf: Die &bdquo;liebevolle Omi&ldquo; sei ohne Handy, Geld und Ausweis &bdquo;ausgesetzt&ldquo; worden, man suche sie verzweifelt. Was war geschehen? Es handelte sich um eine deutsche Staatsangeh&ouml;rige, die von den &ouml;sterreichischen Beh&ouml;rden ausgewiesen wurde, weil sie einer Organisation zuzurechnen sei, welche die Staatlichkeit des Landes nicht anerkennt. In Deutschland sind die Anh&auml;nger dieser Ideologie zumeist als &bdquo;Reichsb&uuml;rger&ldquo; bekannt. In den Fokus r&uuml;ckten sie im Oktober, als einer von ihnen in einem Dorf bei N&uuml;rnberg einen Polizisten erschoss, der bei ihm Waffen sicherstellen sollte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die &ouml;sterreichischen Beh&ouml;rden &auml;u&szlig;ern sich aus Gr&uuml;nden des Datenschutzes und der Unschuldsvermutung nicht zu Einzelheiten. Nur dass der rechtskr&auml;ftige Entzug der Aufenthaltsgenehmigung und in der Folge die Ausweisung in &Uuml;bereinstimmung mit &ouml;sterreichischem und europ&auml;ischem Recht erfolgt sei, wurde mitgeteilt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Daraus w&auml;re zu schlie&szlig;en, dass die Ausweisung f&uuml;r die Frau nicht aus heiterem Himmel gekommen sein kann, dass es neben der Zugeh&ouml;rigkeit zu dieser staatsfeindlichen Organisation auch zu einer Reihe von Straftatbest&auml;nden gekommen sein muss und dass sie die M&ouml;glichkeit gehabt h&auml;tte, zuvor von sich aus das Land zu verlassen. Die Deutsche lebte seit 2015 in &Ouml;sterreich.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Innenminister regt Einf&uuml;hrung eines neuen Straftatbestands an<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dass f&uuml;r den Vollzug der Ausweisung ein so martialisches Polizeiaufgebot zu dem Haus geschickt wurde, d&uuml;rfte nicht zuletzt mit den t&ouml;dlichen Sch&uuml;ssen bei N&uuml;rnberg zusammenh&auml;ngen. Zumal auch der Lebensgef&auml;hrte der Frau, der dann aber nicht im Hause war, solchen staatsablehnenden Str&ouml;mungen angeh&ouml;ren soll. Doch blicken die Sicherheitsbeh&ouml;rden in &Ouml;sterreich schon l&auml;nger mit Sorge auf diese Gruppierungen, ob sie sich &bdquo;Reichsb&uuml;rger&ldquo;, &bdquo;One People&rsquo;s Public Trust&ldquo; (OPPT) oder &bdquo;Freemen&ldquo; nennen. 750 Personen seien in dieser Szene aktiv, hei&szlig;t es im Innenministerium in Wien. Doch schlie&szlig;e der Verfassungsschutz unter anderem aus Kommunikation in sozialen Netzwerken, dass etwa weitere 22000 Personen in &Ouml;sterreich f&uuml;r derartige Ideen ansprechbar seien.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">In K&auml;rnten hat sich vor einigen Wochen sogar ein Polizist als Anh&auml;nger einer solchen Str&ouml;mung offenbart und wurde daraufhin vom Dienst suspendiert. Das aktive Mittun kann sich dann darin &auml;u&szlig;ern, dass die Zahlung von Steuern und Geb&uuml;hren, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften verweigert werden. Oder dass Pseudo-Gerichtsverhandlungen abgehalten werden, in denen unliebsame Personen zu hohen Geldstrafen &bdquo;verurteilt&ldquo; werden. Deren Einbringung wird dann in Schuldenregistern in den Vereinigten Staaten eingetragen und &uuml;ber in Malta ans&auml;ssige Inkassounternehmen einzutreiben versucht. Das rechtlich abzuwehren koste Zeit, Energie und Geld, hei&szlig;t es seitens des Innenministeriums.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Aus dem Bundesland Ober&ouml;sterreich wurde diese Woche ein anderer Fall mit mehr Einzelheiten berichtet. Eine OPPT-Anh&auml;ngerin sei im Juni von der Polizei angehalten worden, weil sie auf ihrem Auto ein selbstgebasteltes Kennzeichen angebracht hatte. Sie habe sich gegen die Kontrolle gewehrt und die Beamten mit den N&auml;geln gekratzt. Zum Verfahren wegen K&ouml;rperverletzung sei sie nicht erschienen- als die Polizei sie vorf&uuml;hren wollte, habe sie die Beamten mit einem Messer angegriffen- schlie&szlig;lich habe sie Millionenforderungen an die Justiz gestellt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Innenminister Wolfgang Sobotka (&Ouml;VP) hat dieser Tage angeregt, einen neuen Straftatbestand einzuf&uuml;hren, um deren Aktivit&auml;ten zu unterbinden. Der in Betracht kommende Paragraf des Strafgesetzbuches gegen die Gr&uuml;ndung einer &bdquo;staatsfeindlichen Verbindung&ldquo; greife zu kurz, sagte er Anfang dieser Woche. Wie auf Nachfrage erl&auml;utert wurde, kann auch das &ouml;sterreichische Gesetz gegen &bdquo;Wiederbet&auml;tigung&ldquo; hier nicht angewendet werden, weil sich die &bdquo;Reichsb&uuml;rger&ldquo; zwar auf die Zeit vor 1945 beziehen, aber nicht unbedingt nationalsozialistisch aktiv seien.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Im Fall der Frau in K&auml;rnten war eine Handhabe gegeben, weil sie als Deutsche Ausl&auml;nderin ist. Die Freiz&uuml;gigkeit in der EU steht dem nicht entgegen, wenn fortdauernde Rechtsverletzungen rechtskr&auml;ftig festgestellt werden. Dann ist eine Ausweisung &uuml;ber die n&auml;chste Grenze vorgesehen, weshalb die Frau dann in Slowenien landete.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/reichsbuerger-in-oesterreich-martialisches-polizeiaufgebot-gegen-die-liebevolle-omi-14523782.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/reichsbuerger-in-oesterreich-martialisches-polizeiaufgebot-gegen-die-liebevolle-omi-14523782.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur deutschen Beh\u00f6rden machen \u201eReichsb\u00fcrger\u201c zu schaffen \u2013 auch in \u00d6sterreich gibt es eine wachsende Szene. 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