{"id":57220,"date":"2016-11-08T16:32:05","date_gmt":"2016-11-08T16:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=57220"},"modified":"2019-02-19T10:56:11","modified_gmt":"2019-02-19T10:56:11","slug":"ungarn-und-die-fluchtlinge-orbans-zweite-niederlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=57220","title":{"rendered":"Ungarn und die Fl\u00fcchtlinge: Orb\u00e1ns zweite Niederlage"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Ungarns Ministerpr&auml;sident Viktor Orb&aacute;n am Dienstag im Parlament<\/div>\n<p class=\"post_description\">Wieder bremst die Opposition ein Vorhaben des ungarischen Premierministers aus: Seine geplante Verfassungs&auml;nderung ist gescheitert. Warum ging Orb&aacute;n sehenden Auges in die Niederlage?<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">Z<\/span>um zweiten Mal binnen weniger Wochen ist <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"336f74fef37b56174810c15a3650f8121d41bb1d\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/viktor-orban\">Viktor Orb&aacute;n<\/a>, der ungarische Regierungschef, mit einem Vorsto&szlig; gegen die Verteilung von Migranten am Boykott der Opposition gescheitert. Anfang Oktober war es eine Volksbefragung, durch welche sich der Anf&uuml;hrer der national-konservativen Partei Fidesz in seiner Politik gegen &bdquo;EU-Zwangsquoten&ldquo; best&auml;tigen lassen wollte. Sie blieb ung&uuml;ltig, weil weit weniger als die H&auml;lfte der Wahlberechtigten eine g&uuml;ltige Stimme abgaben. Am Dienstag verfehlte der Versuch, eine entsprechende Ausschlussregelung ins ungarische Grundgesetz zu schreiben, die notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Das ung&uuml;ltige Referendum hatten Orb&aacute;n und seine Leute gleichwohl als gro&szlig;en Sieg gefeiert, da 98 Prozent der Teilnehmer &ndash; immerhin 3,3 Millionen Ungarn &ndash; im Sinne der Regierung mit Nein gegen die &bdquo;Ansiedlung&ldquo; von Migranten durch die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9fc100f4f3574fbb952072eb333eee33a582a1ed\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\">EU<\/a> gestimmt hatten. Das Ergebnis wurde als politischer Auftrag f&uuml;r eine Verfassungs&auml;nderung aufgefasst. Tats&auml;chlich war die Opposition nicht direkt gegen Orb&aacute;n zu Felde gezogen. Denn dass dessen Haltung gegen Einwanderung von einer sehr gro&szlig;en Mehrheit in der Bev&ouml;lkerung geteilt wird, wussten auch sie. Sie riefen aber erfolgreich zum Boykott der Abstimmung auf. Und genau so verhielten sie sich nun auch im Parlament.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Orb&aacute;n beklagt &bdquo;Erpressung&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die regierende Fidesz-Partei, zusammen mit der kaum eigenst&auml;ndigen christdemokratischen KDNP, hat im Parlament 131 Stimmen &ndash; zwei weniger, als f&uuml;r eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Bei der Wahl 2014 hatten Fidesz\/KDNP mit 45 Prozent dank des mehrheitsf&ouml;rdernden Wahlsystems noch haarscharf eine Zweidrittelmehrheit erhalten- seither waren ihr jedoch zwei Sitze in Nachwahlen abhandengekommen. Daher war Orb&aacute;n nun auf die Zusammenarbeit mit wenigstens einer Oppositionskraft angewiesen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Als Partner bot sich Jobbik an, die Orb&aacute;ns grunds&auml;tzliche Haltung gegen Immigration teilt. Deren Vorsitzender G&aacute;bor Vona versucht seit einiger Zeit, die Partei aus dem rechtsextremen Au&szlig;enbezirk zu f&uuml;hren und schien sich &uuml;ber die Aufwertung zu freuen. Gro&szlig;spurig forderte er ein &bdquo;Privatgespr&auml;ch&ldquo; mit dem Regierungschef, das er auch erhielt. Dann stellte er aber eine Bedingung f&uuml;r die Zusammenarbeit: Die Regierung m&uuml;sse sich von der Praxis verabschieden, Aufenthaltstitel an reiche Ausl&auml;nder &uuml;ber Regierungsanleihen zu &bdquo;verkaufen&ldquo;. Teile der Regierung schienen dazu bereit zu sein, Orb&aacute;n aber erkl&auml;rte, er werde sich einer &bdquo;Erpressung&ldquo; nicht beugen. So kam es zu seiner Abstimmungsniederlage im Parlament.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Fidesz-Politiker sch&auml;umten nach der Abstimmung vor Wut &uuml;ber die &bdquo;Verr&auml;ter&ldquo;, die den Willen des Volkes nicht respektierten. Au&szlig;enminister P&eacute;ter Szijj&aacute;rt&oacute; sagte, die Regierung werde ihre Anstrengungen fortsetzen, die Sicherheit des Volks zu gew&auml;hrleisten. In der Sache werden sich jedoch wenig Folgen ergeben. Zwar gab Szijj&aacute;rt&oacute; auch kund, die Verfassungserg&auml;nzung w&auml;re &bdquo;sehr hilfreich&ldquo; gewesen, um den Widerstand gegen die &bdquo;EU-Zwangsquote&ldquo; fortzusetzen. Aber erstens war der bisherige Zustand ohne grundgesetzliche Bindung daf&uuml;r auch kein Hindernis. Und zweitens ist der Plan einer unfreiwilligen Verteilungsquote l&auml;ngst begraben worden, auch in Br&uuml;ssel. Daran hatte Orb&aacute;n seinen Anteil, Eindruck hat aber auch gemacht, dass sich andere mittelosteurop&auml;ische Staaten wie Tschechien oder die Slowakei dem angeschlossen haben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/ungarn-und-die-fluechtlinge-orbans-zweite-niederlage-14518848.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/ungarn-und-die-fluechtlinge-orbans-zweite-niederlage-14518848.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder bremst die Opposition ein Vorhaben des ungarischen Premierministers aus: Seine geplante Verfassungs\u00e4nderung ist gescheitert. 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