{"id":56940,"date":"2018-12-14T15:32:35","date_gmt":"2018-12-14T15:32:35","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56940"},"modified":"2019-01-14T16:14:38","modified_gmt":"2019-01-14T16:14:38","slug":"gefrasiger-maiswurzelbohrer-ein-schadling-von-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56940","title":{"rendered":"Gefr\u00e4\u00dfiger Maiswurzelbohrer: Ein Sch\u00e4dling von Welt"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera), sitzt auf einem Stein<\/div>\n<p class=\"post_description\">Der Maiswurzelbohrer f&uuml;hlt sich &uuml;berall wohl, wo es Mais gibt. Seit 30 Jahren verw&uuml;stet der Sch&auml;dling die Ernten auch in Europa. Chemisch-technische Abwehrma&szlig;nahmen lassen ihn ziemlich kalt. Es hilft nur eines: Man muss ihm den Mais wegnehmen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie Reise &uuml;ber den Atlantik &uuml;berstand er wohl im Bauch eines Flugzeuges, vielleicht einer Lockheed C-5, wie es das amerikanische Milit&auml;r damals nutzte, versteckt irgendwo zwischen den Hilfslieferungen f&uuml;r die Menschen in dem Krieg, der gerade die Grenzen auf dem Balkan blutig neu ziehen w&uuml;rde, neben Carepaketen und Medizinischem Bedarf. Vielleicht hat er auch einen ganz anderen Weg genommen. Ganz sicher kann man es nicht sagen. Fest steht nur, dass er im Sommer 1992 in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl da war, auf einem Acker in der N&auml;he des Nikola-Tesla-Flughafens in Belgrad: Der Maiswurzelbohrer, lateinisch Diabrotica virgifera virgifera LeConte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein Tier aus der Klasse der Insekten, Ordnung K&auml;fer. F&uuml;nf Millimeter gro&szlig; mit k&ouml;rperlangen F&uuml;hlern, einem gelben Halsschild und mit charakteristischen schwarz-gelben Streifen auf den Deckfl&uuml;geln. Einen Neozoon nennen ihn die Wissenschaftler, ein eingeschlepptes, nicht heimisches Insekt. Einen Sch&auml;dling nennen ihn die Pflanzenschutzexperten. Die Pest nennen ihn die Bauern, deren Felder er verw&uuml;stet.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Auf Serbien hat sich der K&auml;fer nicht beschr&auml;nkt. Seit 1992 breitet er sich in konzentrischen Kreisen rund um den ersten Fundort aus, kommt pro Jahr rund 20 Kilometer weit und wird oft mitgenommen &ndash; als blinder Passagier in Landwirtschaftsfahrzeugen, Privatautos oder Bussen. Der Maiswurzelbohrer hat 1995 Ungarn und Kroatien erreicht, ein Jahr sp&auml;ter war er in bosnischen Fallen zu finden. Im Jahr 2002 hat er lautlos die &ouml;sterreichische Grenze &uuml;bertreten. Die Gefahr, von der man nur geh&ouml;rt hatte und die sich nun zwischen den Fingern der Bauern zerdr&uuml;cken lie&szlig;.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wie eine Linie legen sich die Fundorte genau auf den Grenzverlauf zwischen der Slowakei und &Ouml;sterreich. Dann setzte er zum &Uuml;bertritt nach Deutschland an. Vor elf Jahren fanden Mitarbeiter der bayrischen Landesanstalt f&uuml;r Landwirtschaft (LFL) die ersten K&auml;fer in den Pheromonfallen. &Uuml;berraschung war das schon keine mehr: &bdquo;Wir kannten ja die stark steigenden Fangzahlen in &Ouml;sterreich. Wir wussten, dass der K&auml;fer kommt. Wir haben auf ihn gewartet&ldquo;, sagt Michael Zellner vom Institut f&uuml;r Pflanzenschutz an der LFL. Die ersten K&auml;fer fanden seine Mitarbeiter in einer Baul&uuml;cke im Passauer Stadtgebiet, heute hat er sich in ganz Ober- und Niederbayern ausgebreitet, vor allem dort also, wo die Tierm&auml;ster Mais als Futterpflanze anbauen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">25.000 St&uuml;ck gingen dieses Jahr in die bayrischen Fallen. Viermal so viele wie im Jahr zuvor. Achtmal so viele wie vor zwei Jahren. Und: Auch die Zahl der K&auml;fer an den einzelnen Standorten nimmt stark zu. &Auml;hnliches berichtet man aus Baden-W&uuml;rttemberg. Mit einer Anbaufl&auml;che von mehr als 2,5 Millionen Hektar ist der Mais nach dem Winterweizen die zweitwichtigste Kulturpflanze auf dem deutschen Feld. Und es ist keine Frage, ob der Maiswurzelbohrer auch Niedersachsen erreichen wird, jenes Bundesland, wo besonders stark Mais angepflanzt wird. Die Frage ist nur wann.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Zwei zu Null f&uuml;r den K&auml;fer<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der Maiswurzelbohrer ist ebenso gefr&auml;&szlig;ig wie wenig liebestoll: Nur eine Generation pro Jahr bringt er hervor. Der weibliche K&auml;fer legt im Herbst die Eier in mehrere Paketen zur &Uuml;berwinterung im Boden, jeweils 300 bis 400 St&uuml;ck zusammen, und stirbt. Im Folgejahr schl&uuml;pfen Ende Mai die Larven im Maisacker und beginnen ihr Werk: Noch unter der Erde fressen sie die Wurzeln der Maispflanzen an und ab. Bei starkem Befall fressen die K&auml;fer die ganze Wurzelmasse weg. Die Pflanze kann weniger Wasser und N&auml;hrstoffe aufnehmen und findet weniger Halt im Boden, sie knickt um. Schafft sie es, sich noch einmal aufzurichten, kr&uuml;mmen sie sich nach oben. Der Mais sieht dann aus wie ein G&auml;nsehals.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/maiswurzelbohrer-ein-gefraessiger-kaefer-von-welt-15935282.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/leben-gene\/maiswurzelbohrer-ein-gefraessiger-kaefer-von-welt-15935282.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<p><!--END htmlobject --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Maiswurzelbohrer f\u00fchlt sich \u00fcberall wohl, wo es Mais gibt. Seit 30 Jahren verw\u00fcstet der Sch\u00e4dling die Ernten auch in Europa. Chemisch-technische Abwehrma\u00dfnahmen lassen ihn ziemlich kalt. 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