{"id":56925,"date":"2018-12-28T12:46:41","date_gmt":"2018-12-28T12:46:41","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56925"},"modified":"2019-01-14T16:14:00","modified_gmt":"2019-01-14T16:14:00","slug":"planetenbabys-ein-fotoalbum-junger-sonnensysteme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56925","title":{"rendered":"Planetenbabys: Ein Fotoalbum junger Sonnensysteme"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Das Alma-Observatorium in der chilenischen Atacamaw&uuml;ste hat 20 protoplanetare Scheiben beobachtet, in denen die Planeten junger Sonnensysteme entstehen.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die Geburt von Planeten geschieht tief verborgen in Scheiben aus Staub und Gas. Ihre Spuren konnten nun mit Hilfe des Alma-Observatoriums gesichtet werden.<\/p>\n<style type=\"text\/css\">#tile4adlabel:after{content:\"\"} #tile4adlabel:before{content:\"anzeige\"}<\/style>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">H<\/span>L Tau, ein sonnen&auml;hnlicher, sehr junger Stern in einer Entfernung von 450 Lichtjahren, hat es vor vier Jahren geschafft, eine Art Popstar der Astronomie zu werden. Dass ihn heute wohl jeder Astrophysiker kennt, liegt nicht nur daran, dass er als ein besonders spannendes Himmelsobjekt gelten kann: Die Entstehung des Sterns liegt so kurz zur&uuml;ck, dass er noch immer von einer sogenannten protoplanetaren Scheibe aus Staub und Gas umgeben ist, aus der sich aktuell seine Planeten herausbilden. Der noch entscheidendere Grund f&uuml;r seine Bekanntheit ist aber, <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1503.02649\" target=\"_blank\">dass im November 2014 eine Abbildung von HL Tau ver&ouml;ffentlicht wurde<\/a>, die das chilenische Alma-Observatorium im Bereich von Millimeter-Wellenl&auml;ngen aufgenommen hatte und die weltweit f&uuml;r Begeisterung sorgte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Zu sehen ist darauf eine geneigte Scheibe, die von konzentrischen, dunklen Ringen durchzogen ist. Die Strahlung stammt von Staubk&ouml;rnchen, die den Stern umkreisen und die das Rohmaterial f&uuml;r die Planetenentstehung darstellen. Als die Wissenschaftler, die diese Beobachtung veranlasst hatten, das Bild Ende 2014 auf einer Konferenz in Tokio vorstellten, berichteten sie von ihrer &Uuml;berraschung, als der spektakul&auml;re Detailreichtum der Abbildung erstmalig auf ihren Bildschirmen sichtbar wurde. Solche Details hatte man vorher nur in numerischen Simulationen gesehen, nie jedoch in radioastronomischen Beobachtungen.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">HL Tau war eines von drei Objekten, an denen erstmalig die volle Leistungsf&auml;higkeit des Alma-Observatoriums demonstriert wurde. Alma &ndash; das Atacama Large Millimeter\/submillimeter Array &ndash; ist ein Interferometer, ein Zusammenschluss von 66 beweglichen Einzelteleskopen auf einer rund f&uuml;nf Kilometer hoch gelegen Ebene in der trockensten W&uuml;ste der Erde. Die Kombination der individuellen Teleskopsignale simuliert ein gro&szlig;es Teleskop mit einem Durchmesser, der dem gr&ouml;&szlig;ten Abstand zweier Einzelteleskope des Arrays entspricht. Je gr&ouml;&szlig;er dieser Abstand ist, desto feinere Details werden in der Beobachtung sichtbar. 2014 wurden die Teleskope zum ersten Mal in eine Konfiguration mit der maximal m&ouml;glichen Entfernung von 15 Kilometern gebracht und ein Asteroid und eine per Gravitationslinse zum Ring gebogene Galaxie beobachtet &ndash; zusammen mit HL Tau.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Ein Stern im Embryonalstadium<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit einem Alter von weniger als einer Million Jahren ist HL Tau so jung, dass er noch gar kein echter Stern ist (das Alter unserer Sonne, im Vergleich, betr&auml;gt rund 4,6 Milliarden Jahre). Seine Energie speist sich noch nicht aus Kernfusion, sondern aus der Gravitationsenergie des auf ihn einst&uuml;rzenden Materials der ihn umgebenden Molek&uuml;lwolke. Dieser Kollaps ist auch der Grund f&uuml;r die Bildung der protoplanetaren Scheibe, die den Stern umgibt: Die Drehimpulserhaltung l&auml;sst einfallendes Gas und Staub immer schneller rotieren und presst das Material in eine Ebene. Das junge <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"0d06c71651f713223edbb3200452c1af7996b603\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/thema\/sonnensystem\">Sonnensystem<\/a> ist dabei noch so stark in die Molek&uuml;lwolke eingebettet, dass es bei optischen Wellenl&auml;ngen nicht zu beobachten ist. Nur l&auml;ngere Infrarot- und Radiowellenl&auml;ngen tragen Informationen &uuml;ber den Stern nach au&szlig;en.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Man vermutet, dass in dieser fr&uuml;hen Lebensphase eines Sterns bereits die Weichen daf&uuml;r gestellt werden, welche Planeten er dereinst beherbergen wird. Die Alma-Beobachtung von HL Tau war deshalb f&uuml;r viele Astronomen so aufregend, weil die dunklen Ringe in der protoplanetaren Scheibe deutliche Anzeichen f&uuml;r diesen Prozess der Planetenentstehung liefern. &Uuml;ber die genaue Deutung dieser Ringe herrschte zun&auml;chst aber Uneinigkeit. Die naheliegende Vermutung war, dass sie auf L&uuml;cken in der Staubscheibe zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind, die von neu entstehenden Planeten auf deren Bahnen erzeugt werden. Daf&uuml;r sprachen die Formen der Ringe und die Tatsache, dass die Umlaufzeiten dieser Bahnen Resonanzen &ndash; ganzzahlige Verh&auml;ltnisse &ndash; aufweisen, so wie man es beispielsweise von den Planeten aus unserem Sonnensystem kennt. Numerische Modelle hatten schon vor einigen Jahren vorhergesagt, dass die Interaktion von Planeten mit dem Scheibengas zu entsprechenden L&uuml;cken f&uuml;hren sollte.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/planetenbabys-alma-erstellt-fotoalbum-junger-sonnen-15946881.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/planetenbabys-alma-erstellt-fotoalbum-junger-sonnen-15946881.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geburt von Planeten geschieht tief verborgen in Scheiben aus Staub und Gas. 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