{"id":56922,"date":"2018-12-31T11:00:00","date_gmt":"2018-12-31T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56922"},"modified":"2019-01-14T16:13:55","modified_gmt":"2019-01-14T16:13:55","slug":"rendezvous-mit-ultima-thule-jenseits-von-pluto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56922","title":{"rendered":"Rendezvous mit Ultima Thule: Jenseits von Pluto"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">&bdquo;New Horizons&ldquo; (oben rechts) am &Auml;u&szlig;ersten: Der besuchte Eisbrocken wurde hier von einem K&uuml;nstler imaginiert. Seine Hantelform ist aber m&ouml;glicherweise real.<\/div>\n<p class=\"post_description\">&bdquo;Ultima Thule&ldquo; hat die Nasa das entfernteste von ihr besuchte Himmelsobjekt getauft. Am Neujahrsmorgen fliegt die Raumsonde &bdquo;New Horizons&ldquo; an dem Himmelsk&ouml;rper vorbei. Hinter seinem Namen steckt eine alte Idee.<\/p>\n<style type=\"text\/css\">#tile4adlabel:after{content:\"\"} #tile4adlabel:before{content:\"anzeige\"}<\/style>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">Z<\/span>wei Pixel, vielleicht drei. Gr&ouml;&szlig;er wird es kaum, das Bild, das die amerikanische Raumsonde &bdquo;New Horizons&ldquo; gestern nach Hause funkte. Heute Abend d&uuml;rften es schon bis zu sechs Pixel sein und morgen, am Neujahrstag wird die Sonde den gut 40 Kilometer gro&szlig;en Himmelsk&ouml;rper mit der Katalognummer (486958)2014MU69 aus nur 3500 Kilometer Entfernung ablichten. Diese Bilder werden zum ersten Mal ein typisches Mitglied des sogenannten Kuiper-G&uuml;rtels aus der N&auml;he zeigen. Ein untypisches, weil besonders gro&szlig;es &bdquo;Kuiper-Belt-Objekt&ldquo; hatte &bdquo;New Horizons&ldquo; schon im Jahr 2015 angeflogen: den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"7c1c50b9c6842721cacf4ee9e2ed0bcb6617c7c8\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/thema\/pluto\">Pluto<\/a>, jene Welt in unserem Planetensystem, die lange Zeit als die sonnenfernste galt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Pluto ist zurzeit 34 Astronomische Einheiten (AU) von der Sonne entfernt, also 34-mal weiter als die Erde. Bei (486958)2014MU69 sind es 44 AU. &bdquo;Damit kommen wir zu einem Objekt v&ouml;llig neuen Typs&ldquo;, erkl&auml;rte Missionsleiter Alan Stern vom Southwest Research Institute im Oktober auf einer Pressekonferenz. Zwar haben Sonden bereits mehrfach Kometen angeflogen, Klumpen aus Eis und Staub, die urspr&uuml;nglich noch viel weiter drau&szlig;en entstanden sind. Doch ihre periodischen Ann&auml;herungen an die Sonne haben diese Kometen immer wieder erw&auml;rmt, Ausgasungen verursacht, Teile abplatzen lassen oder ihre Oberfl&auml;che anderweitig ver&auml;ndert.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Ein Superlativ ohne Grundform<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Nicht so bei Kuiper-Belt-Objekten, die zudem, anders als Pluto, zu klein sind, um noch &uuml;ber innere W&auml;rme zum Unterhalt vulkanischer Prozesse zu verf&uuml;gen. &bdquo;Noch nie haben wir etwas erkundet, das so weit weg von der Sonne entstand&ldquo;, sagt Stern, &bdquo;und das die gesamten 4,6 Milliarden Jahre seither in tiefgek&uuml;hltem Zustand geblieben ist.&ldquo; Es ist der &auml;u&szlig;erste von Menschen, oder zumindest menschlicher Technik, besuchte Ort. Und insofern passt er, der &bdquo;Nickname&ldquo;, der (486958)2014MU69 zur Erg&auml;nzung der unhandlichen Katalognummer als Ergebnis einer Publikumsbefragung gegeben wurde: Ultima Thule.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Ultima&ldquo; ist ein lateinischer Superlativ, dessen ungesteigerte Form &bdquo;ulter&ldquo; im klassischen Latein nicht verwendet wurde. Ultima bedeutet &bdquo;die &auml;u&szlig;erste&ldquo; oder &bdquo;entlegenste&ldquo; und wurde zuerst von Vergil und dann von Seneca mit dem Namen der Insel Thule verbunden &ndash; aber nicht im Sinne eines geographischen Terminus, sondern als Chiffre f&uuml;r den Rand der bekannten Welt. Ihre von dunklen Vokalen auch lautlich beschworene Aura mythischer N&ouml;rdlichkeit hat der Wortfolge dann in unserer Zeit eine sch&ouml;ne Karriere als Titel diverser literarischer Texte, Filme oder Tontr&auml;ger beschert. Auch Musikbands haben sich schon so benannt. Und 1968 gestaltete der finnische Designer Tapio Wirkkala f&uuml;r die Marke Iittala die Glaswaren der Serie &bdquo;Ultima Thule&ldquo;, die noch heute verkauft werden, und in denen einem in der First und Business Class der Finnair die Bordverpflegung serviert wird. Iittala wirbt damit, es habe &bdquo;Tausende von Stunden&ldquo; gedauert, bis die Glasbl&auml;ser die von schmelzenden Eiszapfen inspirierten Entw&uuml;rfe Wirkkalas serientauglich in Geschirr umsetzen konnten.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein lokalisierbarer Ort auf der Erde war Ultima Thule jedoch nie &ndash; einmal abgesehen von einem lange verschwundenen Dorf im amerikanischen Bundesstaat Arkansas, von dem nur noch ein zugewucherter Friedhof &uuml;brig zu sein scheint. Dagegen war Thule &ndash; ohne das Ultima &ndash; in der Antike die Bezeichnung f&uuml;r ein Land im Norden Europas, von dessen Realit&auml;t viele Geographen &uuml;berzeugt waren. Ein gewisser Pytheas aus Massalia, dem heutigen Marseille, will um 330 v. Chr. dort gewesen sein. Wahrscheinlich auf der Suche nach Seehandelsrouten zu den britischen Zinnvorkommen und den Herkunftsregionen des Bernsteins war er &uuml;ber Britannien hinaus gesegelt und habe, so wird berichtet, Thule erreicht.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/ultima-thule-liegt-hinter-dem-zwergplaneten-pluto-wo-aber-ist-thule-15964194.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/ultima-thule-liegt-hinter-dem-zwergplaneten-pluto-wo-aber-ist-thule-15964194.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUltima Thule\u201c hat die Nasa das entfernteste von ihr besuchte Himmelsobjekt getauft. 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