{"id":56803,"date":"2018-12-18T20:15:10","date_gmt":"2018-12-18T20:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56803"},"modified":"2018-12-28T12:53:07","modified_gmt":"2018-12-28T12:53:07","slug":"zwei-stunden-mit-einem-fremden-wo-political-correctness-keinen-platz-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56803","title":{"rendered":"Zwei Stunden mit einem Fremden: Wo Political Correctness keinen Platz hat"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">In den Kaffeeh&auml;usern Wiens will Quinn die Gespr&auml;chkultur wieder aufleben lassen &ndash; und setzt je zwei Fremde zusammen.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Egal, wie viele Sehensw&uuml;rdigkeiten man abgeklappert hat: Den besten Eindruck bringt ein Gespr&auml;ch mit Einheimischen. Bei den &bdquo;Vienna Coffeehouse Conversations&rdquo; treffen Touristen auf echte Wiener &ndash; Tabu-Themen gibt es nicht.<\/p>\n<style type=\"text\/css\">#tile4adlabel:after{content:\"\"} #tile4adlabel:before{content:\"anzeige\"}<\/style>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie D&auml;nin Carmen ist extra aus ihrer Wahlheimat Barcelona angereist. Auch die Freunde Kim und Robert aus Gro&szlig;britanninen haben ihre erste Wien-Reise rund um diesen Abend geplant. Die Rede ist von den monatlichen &bdquo;Vienna Coffeehouse Conversations&rdquo; der Nonprofit-Organisation &bdquo;space and place&rdquo;. Das Konzept: &bdquo;Wir garantieren das Treffen von Wienern und das in einer Stadt, wo es sonst keine M&ouml;glichkeit gibt, Einheimische kennen zu lernen&ldquo;, erkl&auml;rt Eugene Quinn, Organisator des Events. &bdquo;Man kann hier auch eine Woche lang in einem Kaffeehaus sitzen, ohne Kontakte zu kn&uuml;pfen.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Menschen aus 71 Nationalit&auml;ten haben die Coffeehouse Conversations, die 2013 als Experiment gestartet sind, bereits besucht. An diesem Abend sind etwa 30 Besucher aus Kuwait, den Philippinen, der Ukraine, den Vereinigten Staaten, Gro&szlig;britannien, Argentinien, Brasilien, Deutschland, Bosnien und Neuseeland ins &bdquo;Caf&eacute; Ministerium&ldquo; in der Wiener Innenstadt gekommen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Alle lassen sich bewusst auf dieses &bdquo;soziale Risiko ein&ldquo;, sagt Quinn zur Begr&uuml;&szlig;ung, bevor er Verkuppler spielt: Je ein Wiener und ein &bdquo;Fremder&ldquo; werden zusammen an einen Tisch gesetzt &ndash; je unterschiedlicher in Alter, Geschlecht und Herkunft, desto besser. Der Plan geht nicht immer auf. W&auml;hrend normalerweise die Einheimischen in der &Uuml;berzahl sind, machen sich ausgerechnet an diesem Abend die Wiener rar. Also muss Eugene als &bdquo;Joker&ldquo; einspringen und f&uuml;r Kim den Wiener mimen &ndash; einen Titel, den der Londoner auch nach 10 Jahren in der &ouml;sterreichischen Hauptstadt nur ungern f&uuml;r sich beansprucht. Carmen hingegen hat einen der begehrten Original-Wiener abgekriegt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Slow Dating<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Erinnert das Konzept bis hierher an &bdquo;Speed Dating&ldquo;, ist es doch das genaue Gegenteil. Statt kurzem Gepl&auml;nkel geht es n&auml;mlich bei den Coffeehouse Conversations ans Eingemachte. Zwei Stunden lang soll sich das Zufallspaar unterhalten &ndash; &uuml;ber Gott, die Welt, Sexualit&auml;t, Reisen, Politik, Rasse. Tabus haben dabei genauso wenig Platz wie &bdquo;Political correctness&ldquo;, vielmehr geht es um radikale Offenheit in einem gesch&uuml;tzten Umfeld. Schlie&szlig;lich muss man sein Gegen&uuml;ber nach diesem Abend nicht mehr wiedersehen. M&ouml;glich ist Letzteres aber sehr wohl, wie drei Hochzeiten von ehemaligen Teilnehmern beweisen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ganz &uuml;berraschend kommen diese nicht, schlie&szlig;lich ist eine h&ouml;chst m&ouml;gliche Intimit&auml;t das Ziel der Coffeehouse Conversations. &bdquo;Sie sind eine gute Gelegenheit, &uuml;ber Schlagzeilen hinweg zu gehen und in die Tiefe vorzudringen&ldquo;, beschreibt Quinn das Erfolgskonzept, das seit 2015 einmal im Monat &uuml;ber die B&uuml;hne geht, &bdquo;wir reden ehrlich &uuml;ber alles &ndash; das Gute, das Schlechte und das H&auml;ssliche.&ldquo;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Damit sollen die heutigen Gespr&auml;che ganz der Tradition der Kaffeehaus-Kultur des 19. Jahrhunderts folgen. Jener Zeit also, in der in den Wiener H&auml;usern &bdquo;radikale Ideen&ldquo; diskutiert und geboren wurden. &bdquo;Von Freud bis Schnitzler, von Hoffmannsthal bis Zweig &ndash; die ganze Welt hat auf Wien geschaut&ldquo;, schw&auml;rmt Quinn. &bdquo;Heute sind Kaffeeh&auml;user verkitscht und touristisch, die Gespr&auml;che banal geworden.&ldquo; An der Sehnsucht nach echtem Austausch &auml;ndere das jedoch nichts, &bdquo;vor allem zu einer Zeit, in der die Medien voll sind mit Berichten &uuml;ber Rechtsruck und Intoleranz, Paranoia und geschlossenen Grenzen.&ldquo; Gerade jetzt sei es umso wichtiger, eine andere Botschaft zu schicken und zu zeigen, dass Wien trotz allem ein sicherer, offener und freundlicher Ort sei.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/ein-besuch-bei-den-vienna-coffeehouse-conversations-15944683.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/stil\/leib-seele\/ein-besuch-bei-den-vienna-coffeehouse-conversations-15944683.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Egal, wie viele Sehensw\u00fcrdigkeiten man abgeklappert hat: Den besten Eindruck bringt ein Gespr\u00e4ch mit Einheimischen. 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