{"id":56780,"date":"2018-12-17T07:16:08","date_gmt":"2018-12-17T07:16:08","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56780"},"modified":"2018-12-28T12:52:00","modified_gmt":"2018-12-28T12:52:00","slug":"okonomenpanel-deutsche-forscher-unzufrieden-mit-den-euroreformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56780","title":{"rendered":"\u00d6konomenpanel: Deutsche Forscher unzufrieden mit den Euroreformen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Viele deutsche &Ouml;konomen sind unzufrieden mit den Euroreformen der Finanzminister der Eurogruppe.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die Eurozone hat sich auf Reformen geeinigt. Viele deutsche Wirtschaftswissenschaftler sehen die Pl&auml;ne kritisch. Sie finden: In der Eurogruppe bewacht immer noch der Hund den Wurstvorrat.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">U<\/span>nter deutschen &Ouml;konomen gibt es viel Skepsis bez&uuml;glich der Reformen und Neuerungen in der W&auml;hrungsunion, welche die EU-Staats- und -Regierungschefs j&uuml;ngst beschlossen haben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter Wirtschaftsprofessoren. Im neuen &Ouml;konomenpanel &auml;u&szlig;ern 56 Prozent, sie seien insgesamt nicht zufrieden mit den Reformen. Nur 29 Prozent der teilnehmenden &Ouml;konomen zeigten sich zufrieden, der Rest war unentschlossen. Teilgenommen haben an der Befragung diesmal 124 Professoren.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Anfang Dezember von den Finanzministern und nun von den Staats- und Regierungschefs beschlossenen &Auml;nderungen betreffen zum einen den als Krisenfonds gegr&uuml;ndeten Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM). Er erh&auml;lt einige weitere Kompetenzen, wird weiter ausgebaut und kann k&uuml;nftig dem Bankenabwicklungsfonds Kredite geben. Zudem gibt es Ans&auml;tze f&uuml;r eine Insolvenzordnung f&uuml;r &uuml;berschuldete Staaten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bez&uuml;glich der Frage eines Extrabudgets f&uuml;r die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"e599f7d7274e2848ca802f90fa34d57236d14856\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/eurozone\">Eurozone<\/a> gibt es noch keine Klarheit &uuml;ber die H&ouml;he, es soll aber kommen. Deutsche &Ouml;konomen sind &uuml;berwiegend kritisch gegen&uuml;ber einem eigenen Budget f&uuml;r die Eurozone. In der Ifo-Umfrage im Fr&uuml;hjahr lehnten 60 Prozent dies ab.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Der Hund bewacht die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"045a1278f8539e6390a8078309e4007dcd97e3de\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/wurstwaren\">Wurst<\/a><\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Eine Mehrheit ist nicht &uuml;berzeugt davon, dass die j&uuml;ngsten Beschl&uuml;sse die W&auml;hrungsunion krisenfester gemacht haben. Nur 20 Prozent der Befragten glauben das. Etwas mehr glauben dies nicht, die verbleibende Mehrheit ist gespalten. Eine relative Mehrheit bef&uuml;rwortet den Ansatz, den 14 deutsche und franz&ouml;sische &Ouml;konomen im Fr&uuml;hjahr in dieser Zeitung vorgestellt haben, in der W&auml;hrungsunion mehr Risikoteilung und mehr Marktdisziplin in Einklang zu bringen. Viele &Ouml;konomen vermissen laut der aktuellen Umfrage eine wirksame Durchsetzung der Maastricht-Haushaltsregeln.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Viele europ&auml;ische L&auml;nder verschulden sich weiterhin zu stark&ldquo;, kritisierte Niklas Potrafke, Leiter des Ifo-Zentrums f&uuml;r &ouml;ffentliche Finanzen, das die Umfrage durchf&uuml;hrt. &bdquo;Der Rat der europ&auml;ischen Finanzminister soll Defizits&uuml;nder bestrafen, doch sitzt in diesem Rat eben auch der Finanzminister, dessen Heimatland die Maastricht-Kriterien nicht erf&uuml;llt hat. Seit Jahr und Tag soll ein Hund den ber&uuml;chtigten Wurstvorrat bewachen, doch br&auml;uchte man ein unabh&auml;ngiges Gremium, das glaubhaft sanktionieren kann.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Geteilte &Ouml;konomenmeinungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Einf&uuml;hrung einer europ&auml;ischen Arbeitslosenversicherung, die manche L&auml;nder w&uuml;nschen und die Bundesfinanzminister <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"5d252f088930a1788f675fdd7a4f64e1d16eb398\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/olaf-scholz\">Olaf Scholz<\/a> (SPD) auch bef&uuml;rwortet, st&ouml;&szlig;t bei den &Ouml;konomen &uuml;berwiegend auf Skepsis. 60 Prozent f&uuml;rchten, dass eine solche Euroarbeitslosenversicherung in den Mitgliedsl&auml;ndern zu Fehlanreizen f&uuml;hren kann. Eine sehr gro&szlig;e Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die Schwierigkeiten einiger Eurol&auml;nder aus strukturellen Fehlentwicklungen resultieren, die nicht durch finanzielle Transfers gel&ouml;st werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Wie weit die &Ouml;konomenmeinungen zur W&auml;hrungsunion weiterhin auseinander liegen, zeigten die Kommentare der befragten Professoren. Einige haderten ganz grunds&auml;tzlich mit der Eurokonstruktion, andere waren bereit, den franz&ouml;sischen Weg zu gehen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Isabel Schnabel von der Universit&auml;t Bonn, Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrats, bef&uuml;rwortete die beschlossenen Reformen. &bdquo;Ich begr&uuml;&szlig;e die aktuellen Beschl&uuml;sse zur Reform der W&auml;hrungsunion. Hierdurch wird die Schlagkraft des Bankenabwicklungsfonds erh&ouml;ht, und eine geordnete Restrukturierung von Staatsschulden wird erleichtert.&ldquo; Sorgen bereite ihr der nach wie vor zu enge Risikoverbund zwischen Banken und Staaten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><strong>Disziplinierende Finanzm&auml;rkte<\/strong><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Dagegen zeigte sich der Gie&szlig;ener Finanzwissenschaftler Wolfgang Scherf unzufrieden &uuml;ber die Richtung, in die sich die Eurozone entwickelt. &bdquo;Mehr Zentralismus ist keine L&ouml;sung f&uuml;r die Probleme der Eurozone, mehr Selbstverantwortung dagegen schon.&ldquo; Der Kieler &Ouml;konom Rolf Langhammer schrieb: &bdquo;Alle Reformvorschl&auml;ge kranken an dem politisch begr&uuml;ndeten Unverm&ouml;gen, fehlende nationale Fiskaldisziplin wirkungsvoll sanktionieren zu k&ouml;nnen. Das k&ouml;nnen letztlich nur die Finanzm&auml;rkte &uuml;ber Risikozuschl&auml;ge auf nicht nachhaltiges nationales Finanzgebaren.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Und der designierte Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, kritisierte: &bdquo;Besonders irritierend ist die politische Diskussion um ein Eurozonenbudget. Solange nicht klar ist, welche &ouml;ffentlichen G&uuml;ter damit finanziert werden sollen, ist das Gerede &uuml;ber einen europ&auml;ischen Finanzminister und &uuml;ber EU-Steuern wenig zielf&uuml;hrend.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/oekonomenpanel-deutsche-forscher-unzufrieden-mit-den-euroreformen-15944858.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/oekonomenpanel-deutsche-forscher-unzufrieden-mit-den-euroreformen-15944858.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Eurozone hat sich auf Reformen geeinigt. Viele deutsche Wirtschaftswissenschaftler sehen die Pl\u00e4ne kritisch. 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