{"id":56613,"date":"2018-12-07T14:47:12","date_gmt":"2018-12-07T14:47:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56613"},"modified":"2018-12-07T14:47:12","modified_gmt":"2018-12-07T14:47:12","slug":"erste-geburt-aus-gebarmutter-einer-toten-spenderin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56613","title":{"rendered":"Erste Geburt aus Geb\u00e4rmutter einer toten Spenderin"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<em>In einer \u00fcber zehnst\u00fcndigen OP wurde einer 32-J\u00e4hrigen in Brasilien der Uterus einer verstorbenen Spenderin eingepflanzt (imago \/ Science Photo Library)<\/em><!--more--><\/p>\n<p><strong>Medizinische Weltpremiere: Erstmals ist ein Kind geboren worden, dessen Mutter die Geb\u00e4rmutter einer Verstorbenen transplantiert bekommen hatte. Bislang waren solche Transplantationen nur erfolgreich, wenn der Uterus von einer lebenden Spenderin stammte. Doch der Weg zu einem Routineeingriff ist noch weit.<\/strong><br \/>\n<strong>Von Christine Westerhaus<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Bis zu Vincents Geburt hatten Frauen ohne eigenen Uterus nur die Chance auf eine Adoption, oder sie gingen den meist illegalen Weg \u00fcber eine Leihmutter. Doch inzwischen sieht es anders aus. Der Schwede Mats Br\u00e4nnstr\u00f6m vom Sahlgrenska Universit\u00e4tskrankenhaus in G\u00f6teborg war der erste, der diese aufw\u00e4ndige Operation 2013 am Menschen wagte. Und er war bei mehreren weiteren Transplantationen auf der ganzen Welt dabei. Inzwischen hat sogar er Schwierigkeiten, den \u00dcberblick zu behalten.<\/p>\n<p>\u201eVier Kinder wurden inzwischen im Ausland geboren. Nein, es waren f\u00fcnf! 2014 waren es drei in Schweden, dann 2015 und 2017 noch mal f\u00fcnf Babys. Und zwei der operierten Frauen haben jeweils zwei Kinder geboren. Insgesamt sind es also acht in Schweden plus f\u00fcnf Kinder im Ausland.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uterus einer toten Spenderin<\/strong><br \/>\nEines dieser insgesamt 13 Kinder ist in der Geb\u00e4rmutter einer verstorbenen Spenderin herangereift. Ob das funktionieren w\u00fcrde, war zuvor lange unklar. Viele \u00c4rzteteams, die diese Transplantation versuchten, sind gescheitert: Der verpflanzte Uterus musste nach wenigen Tagen, manchmal schon Stunden nach der OP wegen Blutungen oder anderen Komplikationen entfernt werden. Erst 2017 hatte ein brasilianisches Team um den Chirurgen Dani Ejzenberg vom Krankenhaus der Universit\u00e4t S\u00e3o Paulo Erfolg.<\/p>\n<p>\u201eWir haben mit einem professionellen Team in einem Zentrum gearbeitet, das auf Transplantationen spezialisiert ist. Und wir haben vorher ein intensives Training absolviert, auch zusammen mit Professor Br\u00e4nnstr\u00f6m und seinem Team. Ich glaube aber, dass auch einfach Gl\u00fcck mit im Spiel war. Denn die Patientin wurde auch schon nach dem ersten Befruchtungsversuch schwanger.\u201c<\/p>\n<p><strong>Riskanter Eingriff f\u00fcr Lebendspenderinnen<\/strong><br \/>\nDass es nun m\u00f6glich ist, die Organe verstorbener Spenderinnen zu verpflanzen, gibt vielen Frauen Hoffnung. Denn bisher waren sie darauf angewiesen, im Freundes- oder Familienkreis eine Spenderin zu finden, deren Blutgruppe \u00fcbereinstimmt. Und die bereit ist, ihre Geb\u00e4rmutter \u00fcber einen riskanten Eingriff zu spenden. Dani Ejzenberg:<\/p>\n<p>\u201eIch denke, das ist der wichtigste Vorteil, dass wir die Spenderin keinem Risiko aussetzen: Denn eine solche Uterus-Entnahme ist keine einfache Geb\u00e4rmutter-Entfernung, weil auch gro\u00dfe Gef\u00e4\u00dfe mit entnommen werden m\u00fcssen. Es kann zu massiven Blutungen kommen und die Spenderinnen sind bis zu 10 Tage danach arbeitsunf\u00e4hig. Au\u00dferdem dauert die Operation sechs Stunden.\u201c<\/p>\n<p>Bei den ersten Transplantationen kam es tats\u00e4chlich in Einzelf\u00e4llen zu Komplikationen. So wurde in einem Fall der Harnleiter einer Spenderin bei der Entnahme verletzt. Und noch ist unklar, welche langfristigen Folgen diese Operation f\u00fcr die Betroffenen hat. Allerdings lief auch beim brasilianischen Team nicht alles glatt. Bei einem anderen Versuch mit dem Organ einer verstorbenen Spenderin scheiterten sie.<\/p>\n<p>\u201eWir mussten die Geb\u00e4rmutter zwei Tage nach der Transplantation aufgrund einer Thrombose wieder entfernen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein Erfolg, aber keine Routineoperation<\/strong><br \/>\nDennoch ist Dani Ejzenberg \u00fcberzeugt, dass der jetzige Erfolg kein Gl\u00fcckstreffer war. Er ist sich sicher, dass in Zukunft weitere Frauen ein Baby im Uterus einer verstorbenen Spenderin austragen werden.<\/p>\n<p>\u201eWir denken, dass in Zukunft beide Techniken genutzt werden. Die Lebendspende und die Transplantation von Geb\u00e4rm\u00fcttern Verstorbener. Und wenn wir mehr F\u00e4lle haben, k\u00f6nnen wir die Vor- und Nachteile beider Varianten vergleichen. Au\u00dferdem werden wir immer mehr dazulernen und gleichzeitig die Operationstechniken verbessern und die Operationszeit verk\u00fcrzen.\u201c<\/p>\n<p>Denn auch wenn inzwischen 13 Babys nach einer Geb\u00e4rmuttertransplantation geboren wurden: Von einer Routineoperation ist dieser Eingriff noch ein gutes St\u00fcck entfernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong><em>Quelle:<\/em><\/strong><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fortpflanzungsmedizin-erste-geburt-aus-gebaermutter-einer.676.de.html?dram:article_id=435113\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fortpflanzungsmedizin-erste-geburt-aus-gebaermutter-einer.676.de.html?dram:article_id=435113<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In einer \u00fcber zehnst\u00fcndigen OP wurde einer 32-J\u00e4hrigen in Brasilien der Uterus einer verstorbenen Spenderin eingepflanzt (imago \/ Science Photo Library)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":56614,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[511,361,372,525,429],"tags":[14032,14033,14030,14034,14031],"class_list":["post-56613","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-familie","category-gesellschaft","category-gesundheit","category-medizin","category-wissen","tag-fortpflanzungsmedizin","tag-gebarmutter-einer-toten-spenderin","tag-gebarmutter-einer-verstorbenen","tag-gebarmuttertransplantation","tag-uterus-einer-toten-spenderin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56613"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56613\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56616,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56613\/revisions\/56616"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/56614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=56613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=56613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}