{"id":56357,"date":"2018-11-12T13:55:41","date_gmt":"2018-11-12T13:55:41","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56357"},"modified":"2018-11-15T11:08:42","modified_gmt":"2018-11-15T11:08:42","slug":"aktion-von-arzten-in-amerika-mit-blutigen-bildern-gegen-die-waffenlobby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56357","title":{"rendered":"Aktion von \u00c4rzten in Amerika: Mit blutigen Bildern gegen die Waffenlobby"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Demonstranten beim &bdquo;March for our lives&ldquo; im M&auml;rz in Chicago.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die amerikanische Waffenlobby kritisiert &Auml;rzte, die sich f&uuml;r sch&auml;rfere Waffengesetze einsetzen, als &bdquo;selbstbezogen&ldquo;. Die Mediziner wehren sich &ndash; mit Fotos voller Blut aus dem OP.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">D<\/span>ie amerikanische Waffenlobby ist bekannt daf&uuml;r, das uneingeschr&auml;nkte Recht auf Waffenbesitz in den Vereinigten Staaten mit allen Mitteln zu verteidigen. Wann immer strengere Gesetze gefordert werden, schrecken ihre Anh&auml;nger nicht davor zur&uuml;ck, Aktivisten zu bedrohen und zu diskreditieren. So bekam im Februar dieses Jahres die Sch&uuml;lerin Emma Gonz&aacute;lez Morddrohungen, als sie nach dem Schulmassaker in Parkland mit 17 Toten zum Gesicht der Anti-Waffenbewegung wurde. Anh&auml;nger der Waffenlobby f&auml;lschten und verbreiteten sogar ein Video, in dem aussah, als w&uuml;rde Gonz&aacute;lez die amerikanische Verfassung zerrei&szlig;en, um Stimmung gegen die Jugendliche zu machen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der aktuelle Disput findet zwischen der National Rifle Organisation (NRA) und zahlreichen &Auml;rzten im Land statt. Zun&auml;chst war Ende Oktober <a href=\"http:\/\/annals.org\/aim\/fullarticle\/2709820\/reducing-firearm-injuries-deaths-united-states-position-paper-from-american\">im &bdquo;Annals of Internal Medicine&ldquo; ein Artikel einer &Auml;rztevereinigung erschienen<\/a>, die verschiedene Ma&szlig;nahmen zur Reduzierung von Schussverletzungen fordert. Dazu z&auml;hlen beispielsweise ein Verbot des Verkaufs von halbautomatischen Schusswaffen und Waffen mit gro&szlig;en Magazinen sowie strengere Vorschriften bez&uuml;glich der Aufbewahrung der Waffen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\"><a href=\"https:\/\/www.nraila.org\/articles\/20181102\/surprise-physician-group-rehashes-same-tired-gun-control-policies\">Die NRA reagierte wenige Tage sp&auml;ter mit einem Artikel<\/a> und einem Tweet, der auch auf pers&ouml;nliche Angriffe setzte. Das Engagement gegen Waffengewalt wurde darin zum &bdquo;Hobby&ldquo; degradiert. Die Beweiskraft von Studien, die &Auml;rzte anf&uuml;hren, um das gravierende Ausma&szlig; von Schussverletzungen zu belegen, wurde angezweifelt, weil die Daten beispielsweise nur in einem Krankenhaus oder einer Region erhoben wurden. Zudem sei bei vielen Vorschl&auml;gen, wie dem Anheben des Mindestalters beim Waffenkauf, nicht hinreichend bewiesen, dass diese einen Effekt h&auml;tten. Eigene Vorschl&auml;ge machte die NRA nicht, Verst&auml;ndnis f&uuml;r das Anliegen der &Auml;rzte oder gar Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Verletzten gab es auch nicht. Stattdessen holte die NRA auf Twitter sp&auml;ter nochmal aus: Am vergangenen Mittwoch bezeichnete sie die &Auml;rzte als &bdquo;selbstbezogen&ldquo; und fordert sie auf: &bdquo;stay in your lane&ldquo;, k&uuml;mmert euch um euren Kram.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&bdquo;Waffengewalt ist unser Kram&ldquo;<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die &bdquo;Selbstbezogenen&ldquo; wehren sich seitdem mit einer Twitteraktion. #thisismyline und #thisisourline lauten die dazugeh&ouml;rigen Hashtags. Das ist mein, das ist unser Kram. Viele ver&ouml;ffentlichen Fotos von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/2000_kyle\/status\/1061228580494065665\">Operationstischen, unter denen sich Blutlachen gesammelt haben<\/a>, oder von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/traumadmo\/status\/1061070255416475648\">ihren blutverschmierten Operationskitteln<\/a>. &bdquo;Waffengewalt ist unser Kram&ldquo;, liest man h&auml;ufig.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Mein Kram ist es, mich zu fragen, wie es meinen Patienten geht, wenn sie das Licht im Operationssaal sehen. (&#8230;) Woran denken sie, wenn sie sterben?&ldquo; fragt einer der &Auml;rzte.<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ein anderer schreibt zu einem Foto von einem Stuhl: &bdquo;Dort sitze ich, wenn ich Eltern sage, dass ihr Kind tot ist. Wie k&ouml;nnt ihr es wagen mir zu sagen, ich k&ouml;nnte keine evidenzbasierten L&ouml;sungen recherchieren?&ldquo;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Laut dem Gun Violence Archive starben 2017 mehr als 15.000 Menschen in den Vereinigten Staaten durch Waffengewalt, doppelt so viele wurden verletzt. Suizide sind in der Statistik nicht mit eingerechnet. Seit 2012 gab es mehr als 200 Massaker an Schulen. Erst vergangene Woche erschoss ein ehemaliger Soldat zw&ouml;lf Menschen bei einer College-Party im kalifornischen Thousand Oaks. Die Waffe hatte er zwar legal erworben, jedoch illegal mit einem verl&auml;ngerten Magazin aufger&uuml;stet. Insbesondere nach solchen Vorf&auml;llen sind strengere Waffengesetze regelm&auml;&szlig;ig Thema, allerdings passiert nur wenig.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">&Auml;rzte k&ouml;nnen mit Patienten sprechen<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die NRA pocht beispielsweise darauf, dass nur bewaffnete B&uuml;rger sich gegen Angriffe wehren konnten. Am Tag nach dem Massaker in Thousand Oaks verlor die Organisation kein Wort &uuml;ber die Toten, sondern ver&ouml;ffentlichte einen Link zu einem Fall, in dem ein bewaffneter Mann eine Frau vor einem &Uuml;bergriff retten konnte, indem er den Angreifer mit der Waffe bedrohte.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ob die Aktion der &Auml;rzte nun Bewegung in die Sache bringen kann, ist allerdings fraglich. Schlie&szlig;lich hat sich bei den anderen Vorf&auml;llen nichts getan, nicht mal nach dem Angriff auf eine Grundschule in Sandy Hooks 2012. Damals starben 20 Kinder.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Einen ihrer Vorschl&auml;ge k&ouml;nnen die &Auml;rzte allerdings auch ohne Gesetzes&auml;nderung umsetzen: N&auml;mlich mit ihren Patienten &uuml;ber Waffen und deren Lagerung zu sprechen. <a href=\"http:\/\/annals.org\/aim\/fullarticle\/2709821\/what-can-i-do-physician-prevent-firearm-injury\">In einem anderen Beitrag im &bdquo;Annals of Internal Medicine&ldquo;<\/a> berichtet ein Arzt von einem Gespr&auml;ch, bei dem er einen Patienten fragte, wie dieser seine Waffen aufbewahre. Er sperre diese nicht weg, aber sie seien au&szlig;er Reichweite der Kinder, habe der geantwortet &ndash; und, so beschreibt es der Arzt, schon w&auml;hrend er es aussprach, gemerkt: Es ist unm&ouml;glich, etwas au&szlig;erhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Der Patient wolle dies nun &auml;ndern &ndash; und bewahrt so seine Kinder vielleicht vor einem Unfall.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/aerzte-wehren-sich-gegen-vorwuerfe-der-waffenlobby-15886628.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/aerzte-wehren-sich-gegen-vorwuerfe-der-waffenlobby-15886628.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die amerikanische Waffenlobby kritisiert \u00c4rzte, die sich f\u00fcr sch\u00e4rfere Waffengesetze einsetzen, als \u201eselbstbezogen\u201c. 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