{"id":56344,"date":"2018-10-22T11:45:52","date_gmt":"2018-10-22T11:45:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56344"},"modified":"2018-11-15T11:08:26","modified_gmt":"2018-11-15T11:08:26","slug":"italien-lenkt-nicht-ein-ein-schritt-der-hart-aber-notig-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56344","title":{"rendered":"Italien lenkt nicht ein: \u201eEin Schritt, der hart, aber n\u00f6tig ist\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Italien lehnt Forderungen der EU ab &ndash; das Land will mehr Schulden machen als erlaubt. Die Regierung in Rom glaubt, auf diese Weise mehr Wachstum erzeugen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">I<\/span>talien verst&ouml;&szlig;t mit seinen Haushaltspl&auml;nen bewusst gegen europ&auml;ische Regeln und geht damit voll auf Konfrontationskurs mit Br&uuml;ssel. In einem dort am Montag eingegangenen Brief an die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"8cdf509d9ef60463a90cc65d5d356566724d4c7a\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-kommission\">EU-Kommission<\/a> r&auml;umte Finanzminister Giovanni Tria ein, dass der Etat-Entwurf nicht dem EU-Stabilit&auml;tspakt entspreche. Dennoch habe sich die Regierung in Rom zu diesem Schritt entschlossen, der &bdquo;hart, aber n&ouml;tig&ldquo; gewesen sei. Die Regierung sei &uuml;berzeugt, dass durch den Etat Investitionen und Wachstum erzeugt w&uuml;rden. Die Haushaltspl&auml;ne stellten kein Risiko f&uuml;r Italien und andere L&auml;nder in der EU dar. &Ouml;konomen sehen die Pl&auml;ne skeptisch: Dies insbesondere auch deshalb, weil die Wachstumsannahmen der Regierung als recht optimistisch gelten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ministerpr&auml;sident Giuseppe Conte verk&uuml;ndete die Nachricht pers&ouml;nlich in Rom. Der Budgetentwurf f&uuml;r 2019 bleibe unver&auml;ndert. Ihre selbst gesetzten Grenzen in Sachen Neuverschuldung werde seine Regierung nicht &uuml;berschreiten, sagte Conte. F&uuml;r das kommende Jahr peilt seine Regierung ein Defizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung an &ndash; deutlich mehr als die von der Vorg&auml;ngerregierung mit Br&uuml;ssel vereinbarten 0,8 Prozent. 2020 betr&auml;gt das Defizit demnach 2,1 Prozent. Im Jahr 2021 liegt es der Planung zufolge bei 1,8 Prozent. Es sei &bdquo;m&ouml;glich, dass das Defizit gar nicht so gro&szlig; ausfalle&ldquo;, betonte Conte. &bdquo;Aber es ist sicher, dass wir es nicht &uuml;berschreiten.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Erlaubt sind nach den Euro-Stabilit&auml;tskriterien drei Prozent. Italien weist jedoch mit mehr als 130 Prozent der Wirtschaftsleistung nach Griechenland die h&ouml;chste Schuldenquote in Europa auf. Das ist das Verh&auml;ltnis der Gesamtverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt. Das Land ist daher verpflichtet, mittelfristig eine Politik der Schuldenreduzierung zu verfolgen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Rom will B&uuml;rgergeld f&uuml;r alle Italiener einf&uuml;hren<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Kommission hatte den Haushaltsplan aus Rom bereits scharf kritisiert. Sie wirft der aus rechtsnationaler Lega und linkspopulistischer F&uuml;nf-Sterne-Bewegung gebildeten Regierung in Rom gravierende Verst&ouml;&szlig;e gegen EU-Regeln vor. Zur Finanzierung kostspieliger sozialpolitischer Wahlversprechen plant die Regierung 2019 eine deutlich h&ouml;here Neuverschuldung als von der Vorg&auml;ngerregierung in Aussicht gestellt. Der vor einer Woche von der Regierung in Rom verabschiedete Haushaltsentwurf sieht unter anderem die Einf&uuml;hrung eines B&uuml;rgergeldes und Erleichterungen beim Renteneintritt sowie eine Amnestie f&uuml;r Steuerbetr&uuml;ger vor.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Eine weiter steigende Verschuldung k&ouml;nnte aus Expertensicht Risikoaufschl&auml;ge f&uuml;r italienische Staatsanleihen immer h&ouml;her werden lassen &ndash; mit m&ouml;glichen Gefahren f&uuml;r das Vertrauen in die Staatshaushalte und die Stabilit&auml;t der Gemeinschaftsw&auml;hrung. Die Ratingagentur Moody&#8217;s stufte die Kreditw&uuml;rdigkeit des Landes bereits j&uuml;ngst herunter. Sie kritisierte, die Pl&auml;ne zeigten keine &bdquo;koh&auml;rente Reformagenda&ldquo;, die das maue Wachstum Italiens ber&uuml;cksichtigen w&uuml;rde.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ermahnte Italien zur Vorsicht. &bdquo;Wenn man 130 Prozent der Wirtschaftsleistung als Schulden hat, wie das in Italien der Fall ist, muss man einfach vorsichtiger sein&ldquo;, sagte der SPD-Politikerauf einer Diskussionsveranstaltung in Ludwigshafen. &bdquo;Das k&ouml;nnen wir niemandem abnehmen.&ldquo;<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Man d&uuml;rfe auch nicht so tun, als ob das nun ein europ&auml;isches Thema sei. Nat&uuml;rlich m&uuml;sse die Europ&auml;ische Kommission sagen, dass die Haushaltsregeln nicht beachtet w&uuml;rden, und auch agieren. &bdquo;Aber das Spiel der Populisten, das m&ouml;chte ich nicht mitspielen: So lange sich schlecht benehmen, bis wir dann die Rechnung bezahlen&ldquo;, sagte Scholz. Die Entscheidung sei in Italien zu treffen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italien-wir-verstossen-bewusst-gegen-die-eu-regeln-15850669.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italien-wir-verstossen-bewusst-gegen-die-eu-regeln-15850669.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Italien lehnt Forderungen der EU ab \u2013 das Land will mehr Schulden machen als erlaubt. 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