{"id":56311,"date":"2018-11-12T08:59:41","date_gmt":"2018-11-12T08:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56311"},"modified":"2018-11-13T10:12:50","modified_gmt":"2018-11-13T10:12:50","slug":"diese-inderin-wurde-mit-71-zum-ersten-mal-mutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56311","title":{"rendered":"Diese Inderin wurde mit 71 zum ersten Mal Mutter"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<em><strong>In vielen D\u00f6rfern Indiens glauben die Menschen, dass eine Frau ohne Kind nichts wert sei und Ungl\u00fcck bringt. Deshalb verhelfen Befruchtungskliniken, auch \u00c4lteren zu einem Baby. Wie Rajo Devi Lohan, die nach 54 Jahren Ehe endlich Tochter Naveen bekam.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Durch die Gassen ihrer Heimat geht Rajo Devi Lohan wieder mit erhobenem Kopf. Das Dorf Alewa liegt im Bundesstaat Haryana, im Nordosten Indiens, nahe der Grenze zu Pakistan. Ein paar Hundert Menschen leben dort wie seit Generationen als Bauern oder Viehz\u00fcchter. Rajo l\u00e4uft \u00fcber enge Pfade aus festgetretener, rotbrauner Erde, die sich wie Arterien an den aneinandergereihten H\u00e4usern aus Lehm oder Zement ziehen. Ab und an macht sie klapprigen Traktoren Platz. Wasserb\u00fcffel schaukeln an ihr vorbei, das Fell gl\u00e4nzend schwarz vor N\u00e4sse. Fliegenschw\u00e4rme und der Staub der abgeernteten Weizenfelder h\u00e4ngen wie kleine Gewitterwolken \u00fcber dem Boden. Frauen tragen Eimer voller Kuhdung auf ihren K\u00f6pfen, mit dem sie, wenn er getrocknet ist, die Eisen\u00f6fen ihrer K\u00fcchen anfeuern. Ihre Gesichter sind verschleiert mit d\u00fcnnen Stoffen in Kanariengelb oder Mintgr\u00fcn. Dennoch merkt Rajo, dass sie den Blick senken, wenn sie ihnen begegnet.<\/p>\n<p>Rajo genie\u00dft es. Es ist ihre sp\u00e4te Genugtuung. Keine zwei Seitenstra\u00dfen entfernt lehnt Balaram am windschiefen T\u00fcrrahmen ihres Hauses, Rajos Ehemann, drahtig, mit geschorenem Kopf und in wei\u00dfem Kurta Pyjama, den traditionellen Baumwollkleidern indischer M\u00e4nner. Er hat das Haus eigenh\u00e4ndig gebaut, jahrzehntelang, Stein f\u00fcr Stein mithilfe seiner Familie. Ein zweigeschossiger Bau aus schweren Ziegeln. Die Ziegel halten die Hitze ab, die R\u00e4ume sind wegen ihrer schmalen Fenster dunkel. Balaram z\u00fcndet sich mit einem Streichholz eine Nelkenzigarette an, ein klappriger Ventilator schaufelt schw\u00fcle Luft in den Raum hinter ihm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Durch die sp\u00e4te Geburt sind die Lohans jetzt im Dorf angesehen<\/h3>\n<p>&#8222;Rajo hat mich zu einem K\u00f6nig gemacht&#8220;, sagt er mehr zu sich selbst. &#8222;Man muss nur meinen Namen sagen, und die Leute hier wissen, wer gemeint ist.&#8220; Er nimmt einen tiefen Zug und nickt in die blaue Leere. F\u00fcr die Lohans sind die Jahre des Spotts und der Verzweiflung vor\u00fcber. Sie haben ihre Anerkennung. Endlich.<\/p>\n<p>Neun Jahre ist es her, dass Rajo ihre Tochter zur Welt brachte. Rajo war damals 71. Das Kind kam p\u00fcnktlich, der Kaiserschnitt war unkompliziert, auch wenn das Baby etwas zu leicht war und einige Tage im Brutkasten verbringen musste. 1700 Gramm Mensch, dem die Lohans den Namen Naveen gaben. &#8222;Um sechs Uhr abends wurde sie geboren&#8220;, sagt Rajo. &#8222;Und um sieben Uhr war ich ber\u00fchmt.&#8220; In den Fernsehnachrichten des Landes, tags darauf in den Zeitungen, \u00fcberall \u00e4hnliche Schlagzeilen: Rajo Devi Lohan &#8211; die \u00e4lteste Mutter der Welt.<\/p>\n<p>Die Geburt mag normal verlaufen sein. Doch die Zeugung war ein Wunder, wie Rajo selbst sagt. Sie war wie ihr Ehemann nie in einer Schule, kann kaum lesen noch schreiben, und wie die Behandlung genau ablief, wei\u00df sie bis heute nicht. Sie erinnert sich an Tabletten, die sie nehmen musste, an eine \u00c4rztin, die eine Spritze benutzte. Aber vor allem: dass sie nach mehreren Monaten Behandlung und 54 Jahren Ehe endlich schwanger war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Rajo bekam ihr lang ersehntes Kind durch eine IVF-Behandlung<\/h3>\n<p>Die Behandlung, die Rajo als ihre Erl\u00f6sung ansieht, ist die In-vitro-Fertilisation, kurz IVF. Dabei werden Eizellen per Hohlnadel mit dem Sperma des k\u00fcnftigen Vaters befruchtet und in die Geb\u00e4rmutter injiziert. Rajo pflanzte man das Ei einer ihr unbekannten jungen Frau ein, die es zuvor an die Geburtsklinik verkauft hatte.<\/p>\n<p>\u00dcber sieben Millionen Kinder wurden in den vergangenen 40 Jahren durch IVF gezeugt. Die Methode ist f\u00fcr viele kinderlose Paare die letzte Hoffnung. Weltweit. Auch in Alewa. Die Beine zu lang, die Arme etwas zu d\u00fcnn, ein Kind mit schwarzem kurzem Haar und wachem Blick. Neun Jahre jung. Die Pubert\u00e4t schleicht sich bereits an Naveen heran. Auf einem Regal in einem kleinen Zimmer neben Fernseher und staubverhangener &#8222;Barbie&#8220;-Puppe stehen drei Pokale, die Naveen als Klassenbeste ihrer Schule auszeichnen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich merkt sie, dass ihre Eltern \u00e4lter als die der anderen Kinder sind. Viel \u00e4lter. Rajo ist heute 80, Balaram 79 Jahre alt, die meiste Zeit verbringen beide liegend auf den harten Holzpritschen im Schlafraum, in dem Naveen auch ihre Hausaufgaben macht. Mit ihr Badminton zu spielen, so wie sie es in der Schule gern macht, schl\u00e4gt Naveen ihren Eltern gar nicht erst vor. Stattdessen hilft sie im Haushalt: kocht Tee, backt, putzt, noch bevor sie sich an ihre Schulb\u00fccher setzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Naveen hat kaum Freunde im Dorf &#8211; ihre Eltern sind ja schon pflegebed\u00fcrftig<\/h3>\n<p>Rajo sagt, ihr Kind sei sehr verantwortungsbewusst. Mit guten Manieren. Dass Naveen im Dorf kaum Freunde hat oder einige Mitsch\u00fcler sie in der Schule wegen ihrer alten Eltern verspottet haben, erz\u00e4hlt die Mutter nicht. Das erz\u00e4hlt Naveen, und Rajo h\u00f6rt stumm zu. Dann streichelt sie ihrer Tochter z\u00e4rtlich \u00fcber den Kopf.<\/p>\n<p>Kind wird Naveen nur, wenn sie vor dem kleinen Fernseher der Familie lachend zu der Musik aus knallbunten Bollywoodfilmen tanzt. Auf dem Smartphone Spiele spielt. Oder in der Schule mit ihren Klassenkameraden zusammen ist. Als Naveen einmal fragte, warum beide \u00e4lter als die anderen Eltern seien, antwortete ihre Mutter im Scherz: &#8222;Wir haben dich so sp\u00e4t bekommen, damit du uns nicht fr\u00fcher schon so nerven kannst.&#8220; Dass Naveen das Kind einer IVF-Behandlung ist, soll geheim bleiben. Sie sei ein Wunder. Das soll als Erkl\u00e4rung reichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Vor allem Frauen \u00fcber 50 nutzen in Indien die Chance, durch IVF schwanger zu werden<\/h3>\n<p>Die Wunder geschehen drei- bis viermal t\u00e4glich au\u00dfer sonntags, in Anurag Bishnois &#8222;Centre for Assisted Reproduction&#8220; in Hisar, der Provinzstadt etwa 100 Kilometer von Alewa entfernt. Unter Klimaanlagen und Ventilatoren warten mehrere Dutzend Frauen und M\u00e4nner, viele nicht \u00e4lter als 30, einige jenseits der 50. Der hell geflieste Raum \u00e4hnelt der Wartehalle eines Busbahnhofs.<\/p>\n<p>Bishnois Vater brachte die IVF-Technik 2001 nach Hisar. Zuvor konnte man nur in den Gro\u00dfst\u00e4dten Indiens eine k\u00fcnstliche Befruchtung bekommen. Sohn Anurag, ein ausgebildeter Chirurg, \u00fcbernahm die Klinik 2012. Mittlerweile wurden Tausende Kinder in seinem Labor gezeugt.<\/p>\n<p>Anurag Bishnoi sagt, dass seine Klinik allen Paaren helfe, die ein Kind m\u00f6chten, ganz unabh\u00e4ngig von ihrem Alter. Doch die Klinik-Homepage zeigt vor allem Fotos gl\u00fccklicher \u00e4lterer Eltern. Mehr als 100 Frauen \u00fcber 50 hat Anurag Bishnoi bereits zu sp\u00e4ten M\u00fcttern gemacht. Sie kommen aus den D\u00f6rfern der Umgebung, manchmal drei, vier Autostunden entfernt, weil sie von Rajo und ihrem Gl\u00fcck geh\u00f6rt haben. Wirklich bekannt wurde der Arzt erst nach der Behandlung von Rajo Devi Lohan. Sie war lange Zeit die \u00e4lteste Mutter der Welt, bis Daljinder Kaur aus Amritsar im Bundesstaat Punjab 2016 mit 72 Jahren ein Baby bekam.<\/p>\n<p>Das exakte Alter der Patientinnen von Dr. Bishnoi ist in dieser Region Indiens nicht immer genau festzustellen. Ein Geburtsregister samt Urkunde gibt es auf den D\u00f6rfern erst seit wenigen Jahrzehnten. Geburtstage wurden lange Zeit von den Beh\u00f6rden einfach nachtr\u00e4glich festgelegt. Auch Rajo kennt ihr genaues Alter nicht &#8211; sie z\u00e4hlt ihre Jahre ab dem Hochzeitstag mit Ehemann Balaram.<\/p>\n<p><em><strong>&#8222;Auch Soldaten wissen, dass sie im Einsatz f\u00fcr ihr Land sterben k\u00f6nnen. Die Frauen hier sind genauso mutig. Sie sind Soldatinnen f\u00fcr ihre Familie.&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Anfangs behandelte Anurag Bishnoi Frauen bis 45. Dann kamen 50-J\u00e4hrige. 57, 62, 68. Schlie\u00dflich gab er ein Alterslimit ganz auf. Allein medizinische Tests, der Blutdruck und ein EKG entscheiden, ob er eine \u00e4ltere Frau behandelt. Er sagt: &#8222;Wir machen, was die Gesellschaft hier von uns verlangt.&#8220; Und das Risiko einer sp\u00e4ten Schwangerschaft sei f\u00fcr Frauen \u00fcber 40 genauso gro\u00df wie bei Frauen \u00fcber 60. &#8222;Sie wissen, dass sie \u00e4lter und etwas schw\u00e4cher sind. Aber auch Soldaten wissen, dass sie im Einsatz f\u00fcr ihr Land sterben k\u00f6nnen. Die Frauen hier sind genauso mutig. Sie sind Soldatinnen f\u00fcr ihre Familie.&#8220;<\/p>\n<p>Auch in Indien gibt es heftige Debatten \u00fcber sp\u00e4te Schwangerschaften. Doch in der Region um Hisar, sagt Bishnoi, auf den abgelegenen D\u00f6rfern mitten auf dem Land, muss eine Frau einfach ein Kind bekommen. &#8222;Bleibt eine Ehe kinderlos, gibt es nach drei, vier Jahren eine Scheidung. Oder der Mann nimmt sich eine Zweitfrau. Familien brauchen Nachwuchs, allein schon f\u00fcr die Erbschaft.&#8220;<\/p>\n<p>Auf dem Land in Indien stehen kinderlose Frauen so sehr im Abseits, dass f\u00fcr viele Selbstmord als Erl\u00f6sung erscheint. &#8222;Sie nannten mich ,bange\u2018&#8220;, sagt Rajo, das Hindi-Wort f\u00fcr &#8222;leerer Bauch&#8220;. &#8222;Andere M\u00fctter in meinem Dorf h\u00f6rten auf, mit mir zu reden, Schwangere mieden mich, niemand lud mich zu Hochzeiten ein. Alle glaubten, ich bringe Ungl\u00fcck. Weil ich kein Kind bekam.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kinder sind in Indien vor allem eine Absicherung im Alter<\/h3>\n<p>15 Jahre lang probierten Rajo und ihr Mann, Nachwuchs zu zeugen. Vergeblich. Rajo dachte, es sei ihre Schuld. Denn Balaram, so testete ein Urologe, sei v\u00f6llig gesund. Jahr um Jahr driftete das Paar weiter auseinander, Balaram tauschte seine Worte gegen Alkohol; Rajo hoffte auf Astrologen und Heiler, von denen sie mit Wundermitteln zur\u00fcckkehrte, die in Wahrheit nur ein Gemisch aus Kohle und Kuhdung waren. Die Lohans gaben auf.<\/p>\n<p>Balaram nahm sich eine Zweitfrau, um Nachwuchs zu bekommen. Rajo war einverstanden. Doch auch diese Frau blieb kinderlos. Dann zeigte ihnen ein Nachbar einen Zeitungsausschnitt: Eine Frau habe mit 67 Jahren ein Kind zur Welt gebracht. In der Fertilisationsklinik von Anurag Bishnoi. Rajo sah endlich Hoffnung. Ein Kind zu bekommen sei nicht nur ihr Lebenstraum, wie sie sagt. Kinder sind, besonders auf dem Land in Indien, viel mehr: Absicherung im Alter, Arbeitskraft im Haus, und sie bestimmen den Ruf der Familie. Ohne Nachwuchs sinkt der eigene Name nach dem Tod ins Vergessen.<\/p>\n<p>Balaram verpachtete nach dem medizinischen Erstgespr\u00e4ch seinen Traktor, lieh sich Geld von Verwandten, um die 2000 Dollar Behandlungskosten bezahlen zu k\u00f6nnen. Die Chancen auf Erfolg l\u00e4gen 50 zu 50, sagte ihnen Dr. Bishnoi. Mehr als genug, meinten die Lohans.<\/p>\n<p>Rajo nahm Hormone: \u00d6strogen, hoch dosiert, damit ihre Geb\u00e4rmutter bereit f\u00fcr die Einnistung der befruchteten Eizellen einer Spenderin wurde. Die Behandlung gl\u00fcckte. Rajo begann sich ab und an zu \u00fcbergeben, bekam nur einen kleinen Bauch, daf\u00fcr gro\u00dfen Hunger auf S\u00fc\u00dfes und Saures. &#8222;Ich sp\u00fcrte keine Schmerzen&#8220;, sagt sie. &#8222;Ich wurde nur jeden Tag gl\u00fccklicher.&#8220;<\/p>\n<p>Die Hormone sorgten daf\u00fcr, dass sie Naveen drei Jahre die Brust geben konnte, Rajo erz\u00e4hlt es stolz. Selbst das Aufstehen in der Nacht, alle zwei Stunden, sei kein Problem gewesen. Jede Klage w\u00fcrde einem Scheitern gleichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was ihnen zu Ruhm verhalf, wird f\u00fcr die Tochter zum Nachteil &#8211; Naveen hat keine Kindheit<\/h3>\n<p>Sie genie\u00dfen die Anerkennung. Und die Sicherheit, dass Naveen ihren Namen weitertragen, sie einmal pflegen wird. Auch wenn die Behandlung sehr teuer f\u00fcr die einfachen Weizenbauern war, haben sie doch immer noch ein St\u00fcck Land und Erspartes, das sie sp\u00e4ter einmal an ihre Tochter vererben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dass die Eizelle, die Rajo befruchtet eingesetzt wurde, eine Spenderzelle war &#8211; wie bei allen In-vitro-Befruchtungen in diesem hohen Alter &#8211; ist f\u00fcr die Lohans nebens\u00e4chlich. Das indische Gesetz legt fest: Jedes Baby, das eine Frau geb\u00e4rt, gilt als ihr eigenes. Im Haus der Lohans reibt Naveen ihrem 79-j\u00e4hrigen Vater den R\u00fccken mit Schmerzsalbe ein und bringt ihrer 80-j\u00e4hrigen Mutter die schwarze Sonnenbrille, die sie seit einer Augenoperation tragen muss. In nur wenigen Jahren wird sie eine Waise sein, die Lebenserwartung in Indien betr\u00e4gt im Durchschnitt 69 Jahre.<\/p>\n<p>Noch ist der Tod der Eltern f\u00fcr sie unvorstellbar. Sie tr\u00e4umt davon, Polizistin zu werden, ein neues, gro\u00dfes Haus zu bauen, in das sie &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; mit ihren Eltern ziehen will. Sie haben Geld zur\u00fcckgelegt, damit Naveen f\u00fcr einige Zeit versorgt sein wird. Rajos Br\u00fcder werden Naveen bei sich aufnehmen, alles sei geregelt, sagt Rajo.<\/p>\n<p>Zu sehen, wie ihre Tochter bei Vollj\u00e4hrigkeit verheiratet wird, sei ihr letzter Traum. Dann w\u00e4re sie 90. &#8222;Wann wir gehen, liegt nicht in unserer Hand, alles ist bereits von Gott entschieden, was k\u00f6nnten wir dagegen tun?&#8220; Die biologische Grenze haben Rajo Devi und Balaram Lohan mithilfe eines Arztes bereits \u00fcberschritten. Den Tod aber werden sie nicht \u00fcberlisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>IVF im Alter &#8211; was ist in Deutschland erlaubt?<\/h3>\n<p>In Europa unterliegt die In-vitro-Fertilisation (IVF) strengen Regelungen. In Deutschland etwa k\u00f6nnen nur verheiratete Frauen zwischen 25 und 40 die Behandlung mit Unterst\u00fctzung ihrer Krankenkassen in Anspruch nehmen, danach muss die Therapie aus eigener Tasche bezahlt werden. Endg\u00fcltiger Schlusspunkt ist der Beginn der Menopause. Nicht so in Indien. Dort sind neben Leihmutterschaften auch Eizell-Spenden erlaubt, die IVF-Therapien bis ins hohe Alter erst erm\u00f6glichen. Doch die Behandlung ist nicht ohne Risiko, es kann zu Fr\u00fchgeburten, Schwangerschaftsdiabetes und Thrombosen kommen. Schlie\u00dflich belastet eine Schwangerschaft das Herz-Kreislauf-System, weil das Herz viel mehr Blut durch den K\u00f6rper pumpen muss, wof\u00fcr die Gef\u00e4\u00dfe einer \u00e4lteren Frau nicht ausgelegt sind. Unter Umst\u00e4nden entsteht keine optimale Verbindung zwischen dem Kreislauf der Mutter und dem des Embryos, der dann unterversorgt wird.<\/p>\n<p><em><strong>Quelle:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.brigitte.de\/aktuell\/gesellschaft\/rajo-devi-lohan--inderin-wird-mit-71-zum-ersten-mal-mutter-11370476.html\">https:\/\/www.brigitte.de\/aktuell\/gesellschaft\/rajo-devi-lohan&#8211;inderin-wird-mit-71-zum-ersten-mal-mutter-11370476.html<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In vielen D\u00f6rfern Indiens glauben die Menschen, dass eine Frau ohne Kind nichts wert sei und Ungl\u00fcck bringt. Deshalb verhelfen Befruchtungskliniken, auch \u00c4lteren zu einem Baby. Wie Rajo Devi Lohan, die nach 54 Jahren Ehe endlich Tochter Naveen bekam. Durch die Gassen ihrer Heimat geht Rajo Devi Lohan wieder mit erhobenem Kopf. Das Dorf Alewa liegt im Bundesstaat Haryana, im Nordosten Indiens, nahe der Grenze zu Pakistan. 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