{"id":56177,"date":"2018-10-07T05:51:28","date_gmt":"2018-10-07T05:51:28","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56177"},"modified":"2018-10-30T12:10:03","modified_gmt":"2018-10-30T12:10:03","slug":"landung-auf-asteroiden-hupfmobil-im-wunderland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56177","title":{"rendered":"Landung auf Asteroiden: H\u00fcpfmobil im Wunderland"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Im freien Fall: Der kaum drei&szlig;ig Zentimeter gro&szlig;e Lander &bdquo;Mascot&ldquo;, aufgenommen von seiner Muttersonde vor dem Auftreffen auf Ryugu. Der Asteroid erhielt den Namen des Unterwasserpalastes eines mythischen Seedrachens.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die deutsch-franz&ouml;sische Raumsonde &bdquo;Mascot&ldquo; ist auf dem kohlrabenschwarzen Asteroiden &bdquo;Ryugu&ldquo; gelandet. Allerdings lag sie danach erst mal auf dem R&uuml;cken.<\/p>\n<style type=\"text\/css\">#tile4adlabel:after{content:\"\"} #tile4adlabel:before{content:\"anzeige\"}<\/style>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">O<\/span>hne Bremsraketen oder Steuerd&uuml;sen musste die kleine Sonde auskommen. Nicht einmal ein Landegestell hatte man ihr angeschraubt. Als blanker, zehn Kilo schwerer Kasten von der Gr&ouml;&szlig;e eines Mikrowellenherds wurde sie am fr&uuml;hen Mittwochmorgen vergangener Woche von ihrem Mutterschiff, der japanischen Raumsonde &bdquo;Hayabusa 2&ldquo; getrennt und aus 51 Meter H&ouml;he auf eine steinige Oberfl&auml;che fallen gelassen. Nach sechs Minuten prallte sie dort das erste Mal auf und sprang danach noch einige Male torkelnd empor, bis sie zur Ruhe kam.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Es klingt ziemlich lieblos, wie da mit einem St&uuml;ck deutscher Wertarbeit umgesprungen wurde &ndash; der &bdquo;Mobile Asteroid Surface Scout&ldquo;, kurz Mascot, war vor seinem Start mit Hayabusa2 vor vier Jahren in Bremen zusammengeschraubt worden, am Institut f&uuml;r Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums f&uuml;r Luft- und Raumfahrt (<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"bf8cf7694525e6aa2c1a0f56744ea27087319d2e\" href=\"\/aktuell\/wissen\/thema\/dlr\">DLR<\/a>). Dabei ist die gemeinsam mit franz&ouml;sischen Wissenschaftlern entwickelte Kiste eine Premiere: Sie ist die erste europ&auml;ische mobile Landesonde. Oder besser: war, denn nach 17 Stunden Betrieb verstummte das Ger&auml;t. Das lag nicht etwa an dem rohen Abwurf, sondern ganz planm&auml;&szlig;ig an der Ersch&ouml;pfung der Batterien, die sogar eine Stunde l&auml;nger durchhielten als erwartet. Der Sturz war zudem kaum h&auml;rter als der Fall der kleinen Alice ins Kaninchenloch, mit dem die Geschichte von &bdquo;Alice im Wunderland&ldquo; beginnt, was die Forscher wohl dazu veranlasste, die Landeregion nach jener Erz&auml;hlung des britischen Mathematikers Lewis Carroll zu benennen.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Der Herbst der Asteroiden<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mascots Wunderland liegt auf dem erst 1999 entdeckten Asteroiden &bdquo;Ryugu&ldquo;, einem jener vielen hunderttausend Steinbrocken, die haupts&auml;chlich zwischen den Bahnen des Mars und des Jupiter um die Sonne ziehen. Etliche kreisen aber auch nahe der Erdbahn. Zu ihnen geh&ouml;rt der von Hayabusa2 besuchte Ryugu, aber auch Bennu, der im Dezember von der Nasa-Sonde &bdquo;Osiris-Rex&ldquo; angeflogen werden wird. Sowohl die japanische wie die amerikanische Mission haben das Hauptziel, Gesteinsproben von der Oberfl&auml;che ihrer Reiseziele aufzulesen und zur Erde zu bringen. Das Interesse an Zusammensetzung und physikalischen Eigenschaften solcher K&ouml;rper ist zun&auml;chst einmal grunds&auml;tzlicher Natur. Asteroiden wie Ryugu und Bennu sind &auml;lter als die Erde. Die Materialien, aus denen sie bestehen, wurden nie aufgeschmolzen, vielleicht noch nicht einmal nennenswert erhitzt. Seit den Anf&auml;ngen des Sonnensystems vor 4,57 Milliarden Jahren wurden sie kaum ver&auml;ndert und k&ouml;nnen daher Aufschluss &uuml;ber dessen Entstehung geben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">F&uuml;r alle, denen Naturgeschichte ganz egal ist, haben Planetologen noch ein anderes Argument daf&uuml;r parat, warum Asteroidenforschung sinnvoll ist: Es kann n&auml;mlich passieren, dass solch ein Brocken einmal auf einen Kollisionskurs zur Erde ger&auml;t. Dann lie&szlig;e er sich unter Umst&auml;nden von seiner Bahn so weit abbringen, dass er die Erde doch noch verfehlt &ndash; sofern man genau wei&szlig;, wie solche Objekte aufgebaut sind. Bennu und Ryugu sind mit Kalibern von rund 250 beziehungsweise 900 Metern vergleichsweise klein. Der Brocken, der vor 66 Millionen Jahren zum Untergang der Dinosaurier beitrug, war mehr als zehn Kilometer gro&szlig;. Aber auch Hundert-Meter-Brocken k&ouml;nnten auf der Erde erheblichen Schaden anrichten. F&uuml;r die Forscher haben sie den Vorteil, dass ihr schwaches Gravitationsfeld es ungemein erleichtert, von dort Gesteinsproben zur Erde zu bringen. F&uuml;r Landesonden jedoch wird es schwieriger.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/raumsonde-mascot-auf-asteroiden-ryugu-gelandet-15824415.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/raumsonde-mascot-auf-asteroiden-ryugu-gelandet-15824415.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsch-franz\u00f6sische Raumsonde \u201eMascot\u201c ist auf dem kohlrabenschwarzen Asteroiden \u201eRyugu\u201c gelandet. 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