{"id":56103,"date":"2018-09-17T13:57:32","date_gmt":"2018-09-17T13:57:32","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56103"},"modified":"2018-10-30T12:08:31","modified_gmt":"2018-10-30T12:08:31","slug":"migration-schaffen-wir-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56103","title":{"rendered":"Migration: Schaffen wir das?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin<\/div>\n<p class=\"post_description\">Entwicklungshilfe kann dazu beitragen, Fluchtursachen zu bek&auml;mpfen. Allerdings wird sie nur selten so eingesetzt, dass sie dieses Ziel auch erreicht. Regierungen reagieren oft zu sp&auml;t und zu halbherzig auf Krisen, die sich h&auml;ufig schon fr&uuml;h abzeichnen. Das Verhalten der Bundesregierung im Jahr 2015 ist da keine Ausnahme.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">F<\/span>ast genau drei Jahre sind es her, dass <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"075578cc1efb7cc55f229a886d99c0cfd4bb8f88\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/angela-merkel\">Angela Merkel<\/a> im Zuge der europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingskrise zum ersten Mal versicherte: &bdquo;Wir schaffen das.&ldquo; In den Jahren 2015 und 2016 haben jeweils mehr als eine Million Menschen Asyl in Europa beantragt und den Kontinent damit vor gro&szlig;e Herausforderungen gestellt. Obgleich die Zahl der Fl&uuml;chtlinge mit Ziel Deutschland oder Europa seit 2016 deutlich zur&uuml;ckgeht, suchen deutsche und andere europ&auml;ische Politiker weiter nach Mitteln, mit denen derartige Krisen in Zukunft verhindert werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Der j&uuml;ngste R&uuml;ckgang der in Deutschland ankommenden Migranten ist nicht etwa das Ergebnis einer langfristigen L&ouml;sung des grunds&auml;tzlichen Problems. Noch immer befinden sich weltweit etwa 68 Millionen Menschen auf der Flucht. Das entspricht etwa der Bev&ouml;lkerungsgr&ouml;&szlig;e Frankreichs &ndash; Tendenz ist weiter steigend. Inzwischen h&auml;lt die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"6ce2210e9644b40d16fe355faf3787c9bd01d78c\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/bundesregierung\">Bundesregierung<\/a> die vielbeschworene &bdquo;Bek&auml;mpfung von Fluchtursachen&ldquo; gar f&uuml;r eine zentrale Aufgabe ihrer Entwicklungspolitik. Im aktuellen Koalitionsvertrag hei&szlig;t es, dass zur Fluchtursachenbek&auml;mpfung &bdquo;mehr Mittel f&uuml;r Entwicklungszusammenarbeit&ldquo; bereitgestellt werden sollen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Tats&auml;chlich sind bereits in der vorherigen Legislaturperiode die deutschen Zahlungen von ODA (&bdquo;Official Development Assistance&ldquo; &ndash; im Volksmund meist &bdquo;Entwicklungshilfe&ldquo; genannt) in der Folge der Fl&uuml;chtlingskrise sp&uuml;rbar gestiegen. Betrugen sie im Jahr 2014 noch 0,42 Prozent des deutschen Nationaleinkommens, waren es 2015 schon 0,52 Prozent. Im Jahr 2016 erreichte Deutschland gar zum ersten Mal das von den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"aed0b1f7380f85e579c461f4263387f5d536022d\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/uno\">Vereinten Nationen<\/a> (UN) ausgegebene Ziel, 0,7 Prozent des Nationaleinkommens an Entwicklungshilfe zu leisten.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die B&uuml;rger stehen der Entwicklungshilfe weitgehend positiv gegen&uuml;ber. Nach einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts sind hierzulande fast drei Viertel der Bev&ouml;lkerung grunds&auml;tzlich daf&uuml;r, dass Deutschland Entwicklungshilfe leistet. Und fast zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, die Anzahl der nach Deutschland Fl&uuml;chtenden lie&szlig;e sich durch Entwicklungshilfe verringern. Um herauszufinden, ob dieser vermutete Zusammenhang zwischen Hilfe und <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"9ccf09675be86789c68692c4018083492dcf6408\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/einwanderung\">Migration<\/a> tats&auml;chlich besteht, lohnt ein genauerer Blick auf die Daten und auf die aktuelle entwicklungs&ouml;konomische Forschung. Denn ganz so einfach ist es nicht.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Schon der sprunghafte Anstieg deutscher Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahren illustriert ein zentrales Problem der Entwicklungspolitik: H&auml;ufig folgt sie den kurzfristigen, politischen Interessen der Geberl&auml;nder, anstatt sich langfristig um die &ouml;konomischen, sozialen und politischen Probleme in den Empf&auml;ngerl&auml;ndern zu k&uuml;mmern.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Konstellationen, die derzeit so viele Menschen in die Flucht oder in die Auswanderung treiben, gibt es nicht erst seit 2015. Immer wieder kommt es zu Fl&uuml;chtlingskrisen wie beispielsweise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion oder den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien. Und schon zwischen 2012 und 2014 stieg die Zahl der weltweit Gefl&uuml;chteten von 36 auf 55 Millionen. Zum Anlass f&uuml;r gro&szlig;z&uuml;gigere Hilfen nahm Deutschland das aber nicht. Schlie&szlig;lich schienen deutsche Interessen nicht unmittelbar bedroht. Erst als sich die Zahl der nach Deutschland Gefl&uuml;chteten zwischen 2014 und 2016 von weniger als einer halben Million auf fast 1,3 Millionen nahezu verdreifachte, reagierte die deutsche Politik.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/die-gegenwart\/axel-dreher-et-al-schaffen-wir-das-15779291.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/die-gegenwart\/axel-dreher-et-al-schaffen-wir-das-15779291.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwicklungshilfe kann dazu beitragen, Fluchtursachen zu bek\u00e4mpfen. Allerdings wird sie nur selten so eingesetzt, dass sie dieses Ziel auch erreicht. Regierungen reagieren oft zu sp\u00e4t und zu halbherzig auf Krisen, die sich h\u00e4ufig schon fr\u00fch abzeichnen. 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