{"id":56055,"date":"2018-10-02T17:59:04","date_gmt":"2018-10-02T17:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=56055"},"modified":"2018-10-18T15:47:46","modified_gmt":"2018-10-18T15:47:46","slug":"asteroiden-mission-hayabusa2-ein-heikler-ritt-in-der-tiefe-des-alls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=56055","title":{"rendered":"Asteroiden-Mission Hayabusa2: Ein heikler Ritt in der Tiefe des Alls"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Am fr&uuml;hen Morgen, um 03:58:15 deutscher Zeit,  wird der Asteroidenlander Mascot von der Raumsonde Hayabusa2 abgetrennt und einige Minuten sp&auml;ter auf der Oberfl&auml;che von Ryugu aufsetzen. Vom ersten Oberfl&auml;chenkontakt an wird es eine Reise ins Unbekannte, denn in einem Umkreis von rund 200 Metern k&ouml;nnte Mascot fast &uuml;berall nach einigen H&uuml;pfern liegen bleiben.<\/div>\n<p class=\"post_description\">Die japanische Asteroiden-Mission Hayabusa2 ist  am Ziel. Heute, am fr&uuml;hen morgen, wird das deutsch-franz&ouml;sische Forschungslabor  &bdquo;Mascot&ldquo; auf Ryugu abgesetzt. Es soll 16 Stunden lang h&uuml;pfend den Himmelsk&ouml;rper inspizieren.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">V<\/span>ier Jahre nach der spektakul&auml;ren Landung des deutsch-franz&ouml;sischen Forschungslabors Philae auf dem Kometen &bdquo;Tschuri&ldquo; im Rahmen der europ&auml;ischen Rosetta-Mission blicken die Astronomen in diesen Tagen auf das n&auml;chste Weltraumabenteuer: die Landung des Roboters &bdquo;Mascot&ldquo; auf dem 300 Millionen Kilometer (das entspricht der doppelten  Distanz Erde &#8211; Sonne) entfernten Asteroiden &bdquo;Ryugu&ldquo;. Vier Jahre lang war der schuhkartongro&szlig;e Apparat, der federf&uuml;hrend von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums f&uuml;r Luft- und Raumfahrt (DLR) und der franz&ouml;sischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt wurde, gemeinsam mit drei japanischen Landemodulen an Bord der Raumsonde &bdquo;Hayabusa2&ldquo; bis zu seinem Bestimmungsort gereist. Ende Juni ist die Sonde der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa mit ihrer Fracht bei Ryugu angekommen und begleitet ihn seitdem auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Sonne. Vor zw&ouml;lf Tagen hat sie bereits zwei kleine Minerva-Lander abgesetzt, die erste Bilder von der Asteroidenoberfl&auml;che zur Erde gefunkt haben.Heute wird nun der &bdquo;Mobile Asteroid Surface Scout&ldquo; abgekoppelt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Verl&auml;uft alles nach Plan, wird sich Mascot am Mittwochmorgen um vier Uhr fr&uuml;h deutscher Zeit von Hayabusa2 trennen und auf dem 900 Meter gro&szlig;en Gesteinsbrocken landen. Etwa zehn Minuten wird das Man&ouml;ver dauern, bei dem der Forschungsroboter aus einer H&ouml;he von sechzig Metern in Richtung Ryugu f&auml;llt, angezogen lediglich von der geringen Schwerkraft des Asteroiden. In dieser Zeit k&ouml;nnen die an der Mission beteiligten Forscher nur hoffen, dass alles wie vorausberechnet abl&auml;uft und Mascot nicht in seiner Haltevorrichtung stecken bleibt oder bei der Landung an einem Felsen eingeklemmt wird und sich selbst nicht mehr aufrichten kann,<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/videoanimation-philae-so-haette-das-raummodul-landen-sollen-13274855.html\" target=\"_blank\"> so wie es Philae am 12. November 2014 ergangen war. <\/a><\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mascot k&ouml;nnte sich aber auch trotz der geringen Fallh&ouml;he zu schnell der Oberfl&auml;che n&auml;hern, beim Aufsetzen zu stark abprallen und wieder ins All hinauskatapultiert werden. Denn es ist &ndash; anders als bei Philae (es hat zwar dort versagt)  &ndash; kein Verankerungsmechanismus vorgesehen. Sobald der Lander von Hayabusa2 abgekoppelt wurde, hat der Bordcomputer die Kontrolle &uuml;bernommen und steuert alle weiteren Schritte. Ein Eingreifen der Wissenschaftler von der Erde aus ist dann nicht mehr m&ouml;glich.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Sinkflug ins Ungewisse<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">&bdquo;Wir sind zuversichtlich, dass Mascot recht sanft auf Ryugu landen wird&ldquo;, sagt Tra-Mi Ho, Projektleiterin der Mission. &bdquo;Wir kennen inzwischen das Gravitationsfeld von Ryugu aus Messungen der Hayabusa-Sonde ziemlich genau und haben die Landephase auf dem Computer simuliert und die Parameter f&uuml;r den Sinkflug entsprechend eingestellt.&ldquo; Auch die Beschaffenheit von Mascots Landezone auf der S&uuml;dhemisph&auml;re &#8211; n&uuml;chtern als MA-9 bezeichnet &#8211; ist durch die Tieffl&uuml;ge von Hayabusa2 bekannt. Sie weist wenig gro&szlig;e Felsen auf und verl&auml;uft recht eben.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Trotzdem wird es wohl keine wirklich sanfte Landung werden. Aufgrund der geringen Gravitation &ndash; sie betr&auml;gt nur ein Sechzigtausendstel der Erdanziehungskraft &ndash; wird Mascot nach dem Aufsetzen zun&auml;chst von der Oberfl&auml;che abprallen und wie ein Gummiball mehrmals bis zu seiner endg&uuml;ltigen Position h&uuml;pfen. Ist das Forschungslabor zur Ruhe gekommen und in der richtigen Position (wenn nicht, kann es sich selbst&auml;ndig aufrichten), schalten sich automatisch die vier Instrumente ein, und das Messprogramm l&auml;uft nach einem festgelegten Protokoll ab. Zuerst wird die Weitwinkelkamera die Umgebung ins Visier nehmen und erste Informationen &uuml;ber die geologische Beschaffenheit der Oberfl&auml;che liefern. F&uuml;r die Beleuchtung sorgen, falls notwendig, LED&ndash;Lampen in verschiedenen Farben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/asteroiden-mission-hayabusa2-ein-heikler-ritt-in-der-tiefe-des-alls-15815231.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/weltraum\/asteroiden-mission-hayabusa2-ein-heikler-ritt-in-der-tiefe-des-alls-15815231.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die japanische Asteroiden-Mission Hayabusa2 ist  am Ziel. Heute, am fr\u00fchen morgen, wird das deutsch-franz\u00f6sische Forschungslabor  \u201eMascot\u201c auf Ryugu abgesetzt. 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