{"id":55436,"date":"2018-08-23T14:58:55","date_gmt":"2018-08-23T14:58:55","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=55436"},"modified":"2018-09-05T08:34:43","modified_gmt":"2018-09-05T08:34:43","slug":"nachfolger-fur-mario-draghi-weidmanns-chancen-auf-ezb-spitze-schwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=55436","title":{"rendered":"Nachfolger f\u00fcr Mario Draghi: Weidmanns Chancen auf EZB-Spitze schwinden"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"image_description\">Was wird aus Jens Weidmann?<\/div>\n<p class=\"post_description\">Kanzlerin Merkel w&auml;gt ab: Ein deutscher EU-Kommissionschef k&ouml;nnte mehr wert sein, als den Bundesbankchef auf den EZB-Spitzenposten zu hieven.<\/p>\n<p class=\"First atc-TextParagraph\" id=\"pageIndex_1\"><span class=\"atc-TextFirstLetter\">I<\/span>m Rennen um die Nachfolge von EZB-Pr&auml;sident Mario Draghi deutet sich eine Wende zulasten von Bundesbankchef <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"a1204abd8ac0c948776f5885ecdc82822f743f79\" href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/jens-weidmann\">Jens Weidmann<\/a> an. Grund daf&uuml;r sind machttaktische &Uuml;berlegungen in den Unionsparteien CDU und CSU. Seit einiger Zeit gibt es im Berliner Kanzleramt Gedankenspiele, ob nicht ein deutscher Spitzenkandidat der Europ&auml;ischen Volkspartei (EVP) in der Europawahl und der anschlie&szlig;ende Zugriff auf den Posten des EU-Kommissionspr&auml;sidenten wertvoller ist als ein deutscher Kandidat &ndash; Weidmann &ndash; f&uuml;r die Spitze der Europ&auml;ischen Zentralbank. Die Europawahl findet im Mai 2019 statt. Draghis Amtszeit als EZB-Chef l&auml;uft im Oktober 2019 aus.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Bislang galt der 50 Jahre alte Bundesbankchef Weidmann als Favorit f&uuml;r die EZB-Nachfolge, auch wenn es in S&uuml;deuropa Vorbehalte gegen ihn gibt. Aus CDU und CSU hie&szlig; es bisher, besonders von jenen, die mit <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"250bf567f0cb4775809ca1ccebea43bdde4f0178\" href=\"\/aktuell\/finanzen\/thema\/mario-draghi\">Draghis<\/a> Nullzinspolitik hadern: Nun sei ein Deutscher an der Reihe als EZB-Chef, nach dem Niederl&auml;nder Duisenberg, dem Franzosen Trichet und dem Italiener Draghi, der mit seiner Nullzinspolitik und den Anleihekaufprogrammen in Billionenh&ouml;he im Zentrum der Aufmerksamkeit der M&auml;rkte und politischer und juristischer Kontroverse steht. Intern hat Weidmann keinen Zweifel daran gelassen, dass er bereitst&uuml;nde und &bdquo;Verantwortung &uuml;bernehmen&ldquo; wolle.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Altmaier oder Weber?<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Doch nun deutet einiges darauf hin, dass sich seine Chancen verschlechtern. Auff&auml;llig ist, wie Merkel z&ouml;gert, seine Kandidatur zu unterst&uuml;tzen. Damit er aufsteigt, m&uuml;sste sie ihn gegen&uuml;ber den anderen Staats- und Regierungschefs durchsetzen. Der EZB-Posten w&auml;re Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Personalpakets, zu dem neben dem Kommissionschef auch der EU-Ratsvorsitzende und weitere Posten z&auml;hlen. Zehn Monate vor der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"61555002645119e08be6bf1e94a1a4738ef5c73e\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/europawahlen\">Europawahl<\/a> hat der Postenpoker an Schwung gewonnen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Drei Kandidaten aus der Union sind als m&ouml;gliche Spitzenkandidaten f&uuml;r die Europ&auml;ische Volkspartei im Gespr&auml;ch: Wirtschaftsminister <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"8a2ce463b359ae5ae4aa58a3faff359d88977c02\" href=\"\/aktuell\/politik\/thema\/peter-altmaier\">Peter Altmaier<\/a> (CDU), der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber (CSU) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die in der Bundeswehr unbeliebt ist. Altmaier gilt wegen seines engen Drahts zur Kanzlerin als Kandidat. In der EVP gibt es aber noch andere, gewichtige Kandidaten, allen voran den Franzosen Michel Barnier, der als Brexit-Unterh&auml;ndler derzeit wichtige Verhandlungen f&uuml;hrt, aber nur m&auml;&szlig;ig Englisch spricht, oder Enda Kenny, fr&uuml;herer irischer Premierminister. Da die EVP trotz absehbarer Verluste wohl wieder st&auml;rkste Fraktion im EU-Parlament wird, hat ihr Spitzenkandidat gute Chancen auf das Amt.<\/p>\n<h3 class=\"atc-SubHeadline\">Viele Namen fallen<\/h3>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Ob Merkel schon klar dem Br&uuml;sseler Posten gegen&uuml;ber dem EZB-Chefsessel f&uuml;r Weidmann den Vorzug gebe, wie das &bdquo;Handelsblatt&ldquo; am Donnerstag meldete, ist aber unklar. Merkel wies w&auml;hrend eines Besuchs im S&uuml;dkaukasus Spekulationen zur&uuml;ck, sie habe deutsche Ambitionen auf die EZB-Position aufgegeben. Allerdings hat sich Merkel auch nie auf Weidmann, ihren fr&uuml;heren Wirtschaftsberater, als Kandidaten festgelegt.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Weidmann &auml;u&szlig;erte sich nicht zu den Spekulationen. In einer Rede in Berlin sprach er &uuml;ber Geldpolitik. Er rechnet nur mit einer langsamen Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik. Wichtig sei aber, diesen Prozess &bdquo;nicht unn&ouml;tig hinauszuz&ouml;gern&ldquo;, mahnte er.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Draghi-Nachfolge wird in Finanzkreisen seit Monaten diskutiert. Es kursieren Namen m&ouml;glicher Kandidaten &ndash; mit dem Zusatz &bdquo;es l&auml;uft auf keinen zwangsl&auml;ufig hinaus&ldquo;. Als Schwergewicht neben Weidmann gilt der 59 Jahre alte franz&ouml;sische Notenbankchef Fran&ccedil;ois Villeroy de Galhau, der auch gut Deutsch spricht. Juristisch heikel w&auml;re eine Nominierung des EZB-Direktoriumsmitglieds Beno&icirc;t Coeur&eacute;. Immer wieder wird als starke Reservekandidatin Christine Lagarde genannt, fr&uuml;her franz&ouml;sische Finanzministerin und heute Direktorin des Internationalen W&auml;hrungsfonds in Washington. Viel wird von der Positionierung von Frankreich Pr&auml;sident Emmanuel Macron und seinen Pl&auml;nen zur Europawahl abh&auml;ngen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Jens Weidmann d&uuml;rfte allein durch die aufgeflammte &ouml;ffentliche Spekulation &uuml;ber Merkels Kalk&uuml;l besch&auml;digt worden sein. Unklar ist, wie stark er den EZB-Kurs als Pr&auml;sident pr&auml;gen k&ouml;nnte. In der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"336282934f8e902b1bd5c2564a1a9376f25c66fb\" href=\"\/aktuell\/finanzen\/thema\/ezb\">EZB<\/a> entscheidet der aus 25 Personen bestehende Rat &uuml;ber die Geldpolitik, in dem die s&uuml;dlichen, romanischen L&auml;nder eine Mehrheit haben. Weidmann galt als Gegenspieler Draghis, etwa mit seiner strikten Ablehnung der EZB-Notfallkaufprogramme f&uuml;r Krisenl&auml;nderanleihen. Das haben ihm einige &uuml;bel genommen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Mit weit weniger Chancen als Weidmann oder Villeroy als Draghi-Nachfolger wird der irische Notenbanker Philip Lane genannt, dem mehr Chancen f&uuml;r den EZB-Chefvolkswirtposten gegeben werden. Auch der pensionierte fr&uuml;here finnische Notenbanker und EU-Kommissar Erkii Liikanen wird gelegentlich genannt, ebenso der Niederl&auml;nder Klas Knot, der wie Weidmann als geldpolitischer Falke gilt. Im Ringen um den EZB-Chefposten hat Deutschland schon einmal den K&uuml;rzeren gezogen. Das war 2011, als der damalige Bundesbankchef Axel Weber zur&uuml;cktrat &ndash; angeblich wegen mangelnder Unterst&uuml;tzung durch Kanzlerin Merkel, wobei auch andere Gr&uuml;nde eine Rolle spielten.<\/p>\n<p>&#8211;&gt;<\/p>\n<div data-gdpr-embedding data-gdpr-id=\"11\" data-gdpr-embedding-no-placeholder><!----><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/jens-weidmanns-chancen-auf-ezb-spitze-schwinden-15752408.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/jens-weidmanns-chancen-auf-ezb-spitze-schwinden-15752408.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanzlerin Merkel w\u00e4gt ab: Ein deutscher EU-Kommissionschef k\u00f6nnte mehr wert sein, als den Bundesbankchef auf den EZB-Spitzenposten zu hieven.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":55454,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[495,303],"tags":[306,365,501,1808,502,1114,8419],"class_list":["post-55436","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eurokrise","category-wirtschaft","tag-cdu","tag-csu","tag-ezb","tag-jens-weidmann","tag-mario-draghi","tag-peter-altmaier","tag-unionsparteien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55436\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}